Sentiero Bernina Sud: Tag 1 Maloja – SAC Hütte Fornohütte

Sentiero Bernina Sud: Tag 1 Maloja – SAC Hütte Fornohütte

Ein wahrhaft spektakulärer erster Tag als Einstieg für diese 4-Tages-Tour. Vorbei am malerischen Lägh da Cavloc geht es in unmittelbarer Gletschernähe hoch zur SAC Hütte Fornohütte. Diese thront wie auf einem Adlerhorst über dem Fornogletscher und punktet mit einem Wahnsinnsblick, Doppelzimmer und warmer Dusche!

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Nach der langen Anreise von Zürich nach Maloja können wir uns endlich bewegen und laufen im beschaulichen Dorf Maloja los. Wir können hier noch unsere Wasserflaschen auffüllen und kommen schon bald an unzähligen Ferienwohnungen und -häusern vorbei, die vor allem bei deutschen Urlaubern beliebt zu sein scheinen – überall sehen wir Autos mit deutschen Kennzeichen, teilweise sogar aus dem hohen Norden. Was haben wir doch für ein Glück, dass wir dieses wunderschöne Land unser Zuhause nennen dürfen und jederzeit die Möglichkeit haben, die unglaublichsten Wanderungen zu unternehmen!

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So auch die heutige, die bereits nach einem ca. 45-minütigen Aufstieg mit einem mir bis dahin völlig zu unrecht unbekannten Bergsee punktet. Komplett überrascht kommen wir an diesem an und entscheiden uns, den linken Uferweg zu nehmen. Dieser führt in leichtem Auf und Ab am See entlang und wir kommen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Mann, ist das schön hier!

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Der See ist unglaublich klar und wechselt seinen Farbton zwischen türkisblau und tiefblau je nach Lichteinfall. Gelegentlich sieht man den einen oder anderen Schwimmer, Wanderer oder Biker, aber generell ist am heutigen Wochentag nicht viel los. Dies wird wohl an einem Wochenende ganz anders sein!

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An einer einsamen Bucht legen wir unsere Mittagspause ein. Wer kein Sandwich dabei hat, kann sich auch im Restaurant Cavloccio verpflegen, welches in leicht erhöhter Lage direkt am See liegt. Zudem gibt es 6 gemütliche und mit Holz bestückte Grillstellen, die um den See verteilt sind.

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Nachdem wir das Ende vom See erreicht haben, biegen wir ab und stehen direkt vor der Alp Cavloc, welche für ihren Ziegenkäse bekannt ist. Unzählige Ziegen treiben sich auf dem Wanderweg oder den Felsen daneben herum und begeistern nicht nur uns, sondern auch alle anderen Wanderer. Seit diesem Tag wissen wir, woher der Begriff „geiler Bock“ kommt, da wir dies hier hautnah miterleben durften;-) Wer möchte macht noch einen kleinen Abstecher in den urgemütlichen Laden der Alp – beim Eintreten fühlt man sich ins letzte Jahrhundert versetzt.

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Von hier geht es weiter ins Val Forno und die Landschaft ändert sich sofort. Wir verlassen den Wald und das Tal öffnet sich. Wir kommen an einem kleinen Häuschen der ewz vorbei mit einer Schautafel, wie weit der Fornogletscher noch vor ca. 100 Jahren gereicht hat. Das Bild geht uns in den nächsten Stunden nicht aus den Augen, vor allem als wir den stark abschmelzenden Fornogletscher dann direkt vor Augen haben.

Wir erreichen eine Weggabelung – wer möchte, könnte hier den 45 Minuten längeren Panoramaweg nehmen, der kürzlich ausgebessert wurde, um die Wanderung zu vereinfachen. Wir treffen auf der Hütte zahlreiche Wanderer, die eine 2-Tages-Wanderung inklusive Übernachtung auf der Fornohütte unternehmen und diesen Weg am ersten Tag genommen haben und im Abstieg den Normalweg.

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Der Weg führt leicht ansteigend weit ins Tal hinein und bald schon können wir den Gletscher erblicken und auch das erste Mal die Hüttenfahne. Es wird allerdings noch eine Weile und vor allem zahlreiche Kehren brauchen, bis wir dann die Hütte auch endlich erreicht haben.

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Der Weg verläuft komplett ohne Schatten und am heutigen Sommertag ist es echt heiss. Bald erreichen wir die Brücke, die uns über den Gletscherbach führt. Recht führt ein blau-weisser Wanderweg zur Albignahütte – das wird ein ziemlich abenteuerlicher Weg sein, der von unten und auch von der Fornohütte aus nicht zu erkennen ist.

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Nachdem wir die Brücke überquert haben, verläuft der weitere Weg noch parallel und flach zum Gletscher bevor es dann die nächste Stunde steil bergauf geht.

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Der Weg ist ab hier hervorragend markiert – sei es mit Farbmarkierungen oder Stangen. An schwierigen Passagen sind Treppen installiert worden oder aber zusätzliche Hölzer verlegt worden, um den Weg zu stabilisieren bzw. zu verbreitern. Diese Passage ist sicherlich die anspruchsvollste vom heutigen Tag. Mit der notwendigen Aufmerksamkeit ist sie aber auch mit jüngeren, bergerfahrenen Kindern zu meistern. Die notwendige Trittsicherheit wird für dieses Stück muss für diesen Teil der Wanderung aber vorhanden sein.

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Es ist ein toller Moment, die Hütte erreicht zu haben und der Moment, wenn man die Hüttentreppe hochläuft und dann zuerst die Liegestühle und später den Gletscher sieht ist eindrücklich!

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Da wir lange im Voraus gebucht haben, konnten wir eines der wenigen Doppelzimmer ergattern – für mich das erste Mal, dass ich auf einer SAC-Hütte in einem Doppelzimmer schlafe. Es ist richtig gemütlich und kuschelig und wir freuen uns wie kleine Kinder. Danach probieren wir noch die Hüttendusche aus – man erhält den Schlüssel für den Duschraum und kann dann unlimitiert heiss duschen. Für uns ein absoluter Luxus – nach solch einer Dusche fühlt man sich wie neugeboren.

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Nach der Dusche erkunde ich noch ein wenig die Umgebung der Hütte. Direkt hinter der Hütte hat es einen kleinen Klettergarten, in welchem die Hüttenwartsfamilie gerade mit ihrer süssen Tochter klettert. Ich laufe noch ein paar Meter weiter und kann dann den Blick auf den Fornogletscher inklusive Hütte bewundern. Dies ist wohl auch der perfekte Spot für Sonnenaufgänge!

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ECKDATEN

Dauer3:55 Stunden
Höhenunterschied↗ 813m ↘ 64m
Länge10.8 km
SchwierigkeitSportlich, T2
LageKanton Graubünden
Genaue RouteMaloja – Lägh da Cavloc – Capanna del Forno
Tour durchgeführt imSeptember 2022
Geeignet für KinderEine tolle Wanderung für Kinder ab ca. 6 Jahren (sofern Ausdauer vorhanden). Zwischenstopp am See und am Gletscher. Letzter Aufstieg steil, aber lohnenswert. An einigen ausgesetzten Passagen und den Treppen kann man die Kinder gut an die Hand nehmen. Das Hüttenwarts-Paar hat auch ein kleines Mädchen.

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