Sentiero Bernina Sud: Tag 3 Longonihütte – Zoiahütte

Sentiero Bernina Sud: Tag 3 Longonihütte – Zoiahütte

Alternativroute aufgrund des regnerischen Wetters. Wir steigen daher zur Paluhütte ab (tolles Essen), laufen durchs zauberhafte Alpe Campascio-Tal und erreichen die luxuriöse Zoiahütte (Sauna, Doppelzimmer, eigene Dusche, Handtücher!)

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Das Frühstück im Rifugio Longoni ist ein typisch italienisches – Zwieback, Kekse und Brot. Unbedingt die heisse Schoggi probieren – ich liebe dieses puddingartige Getränk, welches es nur in Italien gibt! Der Blick aus dem Fenster verrät uns, dass die Wettervorhersage wirklich stimmt – es regnet schon seit mehreren Stunden und es sieht nicht so aus, als ob es bald aufhören wird. So entscheiden wir uns, nicht über den Passo Campagneda zu wandern, sondern auf dem Höhenweg zur Paluhütte zu wandern und anschliessend zum Rifugio Zoia. Dies bedeutet einen Umweg von ca. 1 Stunde, ist uns aber aufgrund des Regens und Nebels sicherer.

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Wie sich herausstellt, folgen wir damit dem Sentiero Italia, der hervorragend ausgeschildert ist. Überall leuchten mal rot-weisse Markierungen, mal gelbe Dreiecke mit Zahlen, mal blaue Punke. Auf der Karte sah der Wanderweg nach einer Forststrasse aus, aber wir werden bald eines besseren belehrt. Die ersten 30 Minuten steigen wir von der Hütte steil bergab. An den schwierigen und rutschigen Stellen sind Ketten montiert. Langsam tasten wir uns vorwärts – ist es doch heute sehr rutschig im steilen Gelände. 

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Nachdem wir die Forststrasse erreicht haben, folgen wir dieser für ca. 20 Minuten, bis sie endet und in einen Wanderweg mündet. Dieser führt nun die nächsten 2 Stunden über Geröll – oh je. Dies erfordert höchste Konzentration, da man sich hier schnell man den Fuss umknicken kann, abrutschen oder auch in ein Loch treten kann.

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dadurch wird der Weg ziemlich anspruchsvoll und der Regen hilft natürlich auch nicht.

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Die angeschriebene Alp entpuppt sich mal wieder als Ruine, aber immerhin bietet sie etwas Abwechslung und eine kleine blaue Madonnenstatue weist uns den Weg.

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Dann endlich beginnt der Abstieg zum Palusee und ab und zu reissen die Wolken auf, so dass wir einen Blick auf den See erhaschen können. Der steile Abstieg zieht sich in die Länge und es folgt eine Kurve auf die nächste. Endlich dann kommt die letzte Abzweigung und wir erreichen das Rifugio Palu. Es ist eine Wohltat, die nassen Sachen auszuziehen. Wir hängen alles vor den Kamin, schlüpfen in die Hüttenfinken und bestellen die hausgemachten Nudeln mit Pilzen. Diese sind ein Traum – der Koch legt sich hier mächtig ins Zeug. Da hier jeder jeden kennt, grüssen wir den Koch vom Hüttenwart der Longonihütte und kommen so gleich wieder ins Gespräch.

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So hocken wir ungefähr 1 Stunde in der Hütte, lassen es uns gutgehen, quatschen, wärmen uns auf und wollen gar nicht mehr in die nassen Schuhe und Regensacken schlüpfen. Wir haben uns in der grossen, gemütlichen Hütte sehr wohl gefühlt, wurden super bedient und herzlich aufgenommen!

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wir entscheiden uns, den einfacheren der beiden Wege zur Zoiahütte zu nehmen und laufen daher um den See herum und die nächsten 45 Minuten durchs Skigebiet – ein ziemlich ernüchternder Anblick im Sommer, aber immerhin kein Geröll und keine nassen Steine mehr!

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Wir müssen uns immer wieder mit der Papierkarte orientieren, die Italiener schreiben häufig nur die nächsten Etappenziele an, nicht aber Hütten, die einige Stunden weit entfernt sind. Bald erreichen wir einen traumhaften Ort – man hat das Gefühl, einem Märchen entstiegen zu sein.

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Wir haben die Alpe Campasio erreicht und es ist unglaublich friedlich hier – fast schon ein Kraftort. Ein kleiner Fluss plätschert, einige Stege sind verlegt, überall spriessen Pilze aus dem Boden und am Ende vom Tal können wir einige Alphütten entdecken. Dies wäre einer der Orte, an dem ich gerne noch länger geblieben wäre, wenn das Wetter besser gewesen wäre und wir nicht noch zur Zoiahütte gemusst hätten.

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Bald erreichen wir den Staudamm unterhalb der Zoia-Hütte, der fast komplett ausgetrocknet ist. Norditalien hat es im regenarmen Sommer 2022 besonders hart getroffen und so ist der Wasserstand bestimmt 15 m tiefer als normalerweise. Vom Staudamm sind es dann nochmal 15 Minuten bis zur Hütte.

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Das Wort Hütte trifft es nicht ganz – das Rifugio ist vor kurzem saniert worden und bietet nun Hotelstandard. Wir können unser Glück kaum fassen, als wir schneeweisse Handtücher auf unseren Betten vorfinden und auch eine eigene Dusche im Zimmer haben. Wer möchte, kann auch noch die Sauna nutzen (dies muss aber 90 Minuten im Voraus reserviert werden). Auch der Aufenthaltsraum ist modern gestaltet, zeigt aber noch alte Elemente der Originalhütte.

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Nach dem Abendessen kommt sogar noch die Sonne heraus und wir werfen noch einen Blick auf den hütteneigenen Garten. Wir werden in dieser Nacht hervorragend schlafen und schon bald die letzte Nacht in der Nachtzug-Hütte vergessen!

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ECKDATEN

Dauer6:15 Stunden (via Rifugio Palu)
Höhenunterschied↗ 710m ↘ 1133m
Länge17.5 km
SchwierigkeitSportlich, T2
LageLombardei, Italien
Genaue RouteRifugio Longoni – Rifugio Palu – Rifugio Zoia
Tour durchgeführt imSeptember 2022
Geeignet für KinderFür Kinder im Teenageralter geeignet. Langes Stück über Geröll, welches (vor allem beim Regen) Konzentration abverlangt. Generell lange Tour, technisch aber nicht zu anspruchsvoll.

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