Mehrtageswanderung Sextener Dolomiten (3 Tage)

Mehrtageswanderung Sextener Dolomiten (3 Tage)

mittel | 6:40 h | 18.1 km | ↑ 1202 Hm ↓ 1202 Hm

Eine perfekte Mehrtageswanderung für Familien mit kleineren Kindern oder auch Einsteigern, die zum ersten Mal eine Mehrtagestour planen wollen. Durch die Kürze der Etappen hat man genügend Zeit für eine Pause am Bach, zum Genießen und für eine ausgiebige Mittagsrast in einer der Hütten am Wegesrand.

Wir planen unsere erste Mehrtageswanderung in den Dolomiten – unserer Herzensregion. Wenn immer möglich, verbringen wir unsere Sommerferien in Südtirol. Diese Mehrtageswanderung war unsere erste Tour mit den Kindern – es folgten eine Mehrtagestour durch den Rosengarten, entlang des Meraner Höhenwegs und Klettersteigtouren in der Brenta und auch durch die Sextener Dolomiten. Je älter die Kinder werden, umso anspruchsvoller und länger werden unsere Touren. Bei dieser Tour durch die Sextener Dolomiten waren unsere Jungs 8 und 11 Jahre und hatten damit das ideale Alter für eine Wanderung dieser Länge. Während unser 11-jähriger bereits einen kleinen Rucksack mit ca. 3 kg Gewicht trägt, läuft unser 8-jähriger komplett ohne Rucksack. Wir möchten ihm die Wanderung so einfach wie möglich gestalten und er läuft in diesem Alter am besten (und liebsten) ohne Gepäck. So verteilen wir sein Wasser, seine Wechselklamotten und seine Regensachen auf die Rucksäcke der Eltern und er läuft dafür leichtfüssiger und motivierter.

TagAusgangspunktEndpunktStreckeAufstiegAbstiegDauer
1FischleinbodenhütteZsigmondyhütte6 km772 HM10 HM2:25 Stunden
2ZsigmondyhütteDrei-Zinnen-Hütte5.2 km420 HM237 HM2:05 Stunden
3Drei-Zinnen-HütteFischleinbodenhütte6.9 km10 HM955 HM2:10 Stunden
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Los gehts: Anreise & Parken an der Fischleinbodenhütte (1.548m)

 

Wir gestalten die Wanderung als Rundwanderung, so dass wir unser Auto am Start der Wanderung auf dem großen gebührenpflichtigen Parkplatz abstellen können. Alternativ kann man auch super mit den Öffentlichen anreisen, denn ein Bus fährt bis zur Fischleinbodenhütte. Vom Parkplatz führt ein breiter, ebener Weg bis zur Talschlusshütte. Dies ist der perfekte Ort für die erste Pause – in unserem Fall die Mittagspause. Da die Hütte sehr leicht zu erreichen ist (man kommt sogar mit dem Kinderwagen hierher), ist hier mächtig viel los. Direkt neben der Terrasse hat es außerdem einen tollen Spielplatz inklusive Trampolin, auf welchem sich unsere Kinder so richtig austoben. Wenn sie die gleiche Energie doch später dann beim Aufstieg haben würden… Wie fast überall in Südtirol wird hier beste lokale Küche angeboten und wir schlagen uns die Bäuche voll. Die feine Südtiroler Küche ist für uns einer der Gründe, warum es uns immer wieder in diese Gegend zieht.

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Der Anstieg folgt nach der Mittagspause

 

Während der Weg bis zur Talschlusshütte komplett eben war, beginnt ab hier der harte Teil des Tages. Kontinuierlich steigt der Weg in Richtung Zwölferkogel mit der davor gelegenen Zsigmondyhütte an. Bereits von weitem sehen wir den steil aufragenden Zwölferkogel, der für diese Gegend sehr typisch ist. Am Fuß des Bergs findet man hellgraue Schuttberge, in welchen ein abenteuerlich wirkender Weg angelegt wurde. Schneereste sind von weitem zu sehen und der Berg sieht uneinnehmbar aus. Wir wissen noch nicht, dass wir in einigen Jahren wieder hierher zurückkommen werden, um am hinteren Teil des Berges einen wirklich sehr spannenden Klettersteig zu machen (Croda dei Toni).

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Übernachtet wird in der Zsigmondyhütte (2.224m)

 

Trotz der doch fast 800 Höhenmeter ist dieser Teil der Wanderung erstaunlich schnell vorbei. Sehr bald schon ist die spektakulär gelegene Zsigmondyhütte in Sichtweite und die Kinder flippen fast aus, als sie das Trampolin und den Esel vor der Hütte sehen. Die Hüttenwarte haben selber Kinder, die im Sommer mit ihnen hier oben leben und so hat es eine stattliche Anzahl an Kindern, die um die Hütte tollen, mit dem Esel kuscheln oder sich auf dem Trampolin verausgaben. Besser hätte unser erster Tag gar nicht beginnen können. Zudem hatten wir das Glück (durch frühes Reservieren) eines der Familienzimmer zu ergattern, so dass wir unsere erste Nacht in einem wunderschönen 4-Bett-Zimmer verbringen dürfen. Das i-Tüpfelchen ist eine heiße Dusche und natürlich der unglaublich eindrückliche Blick auf den Zwölferkogel direkt von der Hütte.

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Die ganze Umgebung der Hütte ist flach, so dass sich Kinder hier bestens austoben und auch alleine aufhalten können. Nur als der Esel dann den Wanderweg nach unten nimmt, müssen wir unsere Kinder zurückhalten, damit sie ihm nicht folgen.

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Die Stimmung am Abend ist wahrlich magisch, als die Sonne die letzten Spitzen der umliegenden Berge anstrahlt. Wir erkennen den Alpinisteig – auch diesen werden wir bald mit den Kindern machen dürfen. Zufrieden und glücklich sitzen wir abends im gemütlichen Aufenthaltsraum und lassen uns die vorzügliche Küche schmecken.

Dauer2:25 Stunden
Höhenunterschied↗ 772m ↘ 10m
Länge6 km
SchwierigkeitEinfach, T2
LageSextener Dolomiten (Südtirol, Italien)
Genaue RouteFischleinbodenütte – Zsigmondyhütte
Tour durchgeführt imJuli 2017
Geeignet für KinderAb 6 Jahren. Tour hat zwar einige Höhenmeter, aber ist technisch nicht schwierig.
Buchempfehlung
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Ein entspannter Start am 2. Tag im Naturpark Drei Zinnen

 

Am nächsten Morgen ist mächtig was los in der Hütte sowohl im Frühstücksraum, im Schuhraum und auf der Terrasse. Jeder möchte das schöne Wetter nutzen und so machen sich viele Wanderer und auch Klettersteig-Geher auf den Weg. Da wir nur 1 Stunde Wanderzeit bis zur nächsten Hütte haben, bei welcher wir unsere Mittagspause einlegen wollen, lassen wir uns viel Zeit. Die Kinder spielen noch ein wenig mit dem Esel und wir genießen die Sonne. Irgendwann aber müssen wir uns dann doch losreissen und wir folgen dem Wanderweg in Richtung Büllelejochhütte.

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Bald schon wird der Weg steiler und langsam laufen wir in zahlreichen Kehren bis zum ersten Pausenplatz – eine Bank mit passendem Tisch davor und einem tollen Panoramablick. Die Kinder gewöhnen sich immer mehr ans Wandern und kommen in ihren Rhythmus. Wir erreichen ein kleines Plateau mit Hinweis auf einen kleinen gesicherten Kriegssteig, der hier beginnt. Ich laufen die ersten 5 Minuten (die kann man super ohne Sicherung absolvieren) und komme sogar an einer kleinen Kammer vorbei, die noch aus Kriegszeiten stammt. 

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Die Büllelejochhütte (2.528m) kommt in Sicht

 

Nach dem Plateau folgt das für Kinder und Wanderanfänger wohl anspruchsvollste Stück der Wanderung. Es geht entlang eines in den Fels gehauenen Wanderweg, der an einigen Stellen etwas schmaler ist. Bergerfahrene Kinder und Wanderer kommen hier problemlos vorbei – die jüngeren Kinder nimmt man besser an die Hand. Und dann erreichen wir die Büllelejochhütte – eine wirklich urige und ursprüngliche Hütte. Man kann in der kleinsten und höchstgelegensten Hütte der Sextener Dolomiten auch übernachten, muss aber sehr lange im Voraus reservieren (wir hatten bisher noch kein Glück mit einer Reservierung). Wir werden unglaublich freundlich empfangen und das dargebotene Essen schmeckt köstlich. Man sollte sich unbedingt das Innere der Hütte anschauen, auch wenn man im Sommer gerne auf der Terrasse hängenbleibt.

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Da es unzählige Murmeltiere direkt hinter der Hütte hat, bleiben wir auch nach dem Essen noch lange hier hängen, setzen uns auf die Steine und warten, bis wieder eines der putzigen Tiere aus seinem Bau herauskommt.

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Wir machen uns wieder auf den Weg und erreichen sehr bald ein großes, ebenes Plateau mit einem fantastischen Weitblick in alle Richtungen. Wir sind umgeben von einer unglaublichen Bergwelt und unzählige andere Wanderer tummeln sich am gleichen Aussichtspunkt.

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Es folgt ein flacher Höhenweg, der oberhalb eines blau schimmernden Sees in Richtung Drei-Zinnen-Hütte führt. Wir sind vollkommen begeistert von der Landschaft, die hinter jeder Kurve noch dramatischer wird. Sobald wir uns der Hütte nähern, wird es voller und voller – wir wissen, wie beliebt die Drei-Zinnen und auch die dazugehörigen Hütten sind und es ist hier im Sommer jeden Tag komplett überlaufen.

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So treffen wir am Nachmittag auf eine unglaublich überfüllte Hütte. Es erinnert einen an eine voll besetzte Skihütte an einer Skipiste mit Hunderten von Gäste, unzähligen Angestellten und der Suche nach einem freien Tisch. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben (ein Traum: ein eigenes Familienzimmer!) setzen wir uns etwas abseits hin und lassen die mächtigen 3 Zinnen auf uns wirken. Schon oft haben wir Fotos von ihnen gesehen und nun sehen wir sie endlich mit eigenen Augen! Die Magie dieser zackigen Berggipfel wirkt auch auf uns und die Kinder werden noch lange von diesem Tag reden.

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Wir erkunden noch etwas die Umgebung und laufen in Richtung Klettersteig auf den Paternkofel. Der Weg verläuft anfangs auf einem Wanderweg, der bald durch mehrere kurze Tunnel führt, die immer wieder einen Blick auf die Hütte und die Drei Zinnen zulassen. Ein wenig Trittsicherheit ist hier gefragt, da der Weg an einigen Stellen doch eher schmal ist. Für die Tunnel reicht aber auch eine Handytaschenlampe, da sie nie sehr lang sind. Man könnte den Weg bis zum Einstieg vom Klettersteig gehen, aber auch ein kurzes Stück zeigt schon tolle Blicke auf die umliegende Bergwelt.

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Bei unserer Klettersteigtour ein paar Jahre später werden wir genau diesen Klettersteig mit den Kindern klettern und dann vom Gipfel des Paternkofel auf die Hütte und auch die Drei Zinnen rüberschauen. Damals hätten wir uns das nicht gedacht, aber zum Glück werden die Kinder ja immer älter und unsere machen auch fast jeden Quatsch mit, den wir uns überlegen!

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Am Abend bekommen wir ein wirklich umwerfendes 3-Gänge-Menü, das schon fast die Qualität eines sehr guten Restaurants hat. Wir sind begeistert, was uns hier mitten in den Bergen aufgetischt wird. Wir können aus mehreren Menüs auswählen und obwohl eine große Menge an Gästen bewirtet wird, ist das Essen sehr lecker, heiß und schnell serviert. Hut ab – sie haben es auf dieser Hütte echt im Griff.

Am Abend genießen wir die Ruhe ohne all die Tagestouristen – allein deshalb lohnt es sich, in der Hütte zu übernachten. Auch wenn die Hütte über 100 Schlafplätze hat, sind diese schnell ausgebucht und es lohnt sich, hier sehr lange im Voraus zu buchen.

Dauer2:05 Stunden
Höhenunterschied↗ 420m ↘ 237m
Länge5.2 km
SchwierigkeitEinfach, T2
LageSextener Dolomiten (Südtirol, Italien)
Genaue RouteZsigmondyhütte – Büllelejochhütte – Drei-Zinnen-Hütte
Tour durchgeführt imJuli 2017
Geeignet für KinderAb 6 Jahren. Diese Etappe ist technisch unkompliziert. An der Stelle vor der Büllelejochhütte nimmt man kleinere Kinder besser an die Hand.
Buchempfehlung

Der lange Abstieg am dritten Tag

Am nächsten Morgen hat es eine mystische Stimmung. Beim ersten Blick aus dem Fenster können wir gerade bis zum Fahnenmast schauen. Später dann zeigen sich die Gipfel der Drei Zinnen und der Nebel löst sich auf. Ich könnte mir die Drei Zinnen immer und immer wieder anschauen und wir werden sicherlich noch viele Male herkommen.

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Die Stimmung am Morgen ist sehr friedlich. Während die Klettersteiggeher bereits unterwegs sind, lassen sich die verbleibenden Wanderer wie wir viel Zeit und bestaunen die Bergwelt. Wir haben nur einen 2-stündigen Abstieg vor uns, so dass wir in Ruhe unsere Sachen packen können und uns auf den Weg machen.

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Auch beim Abstieg werden die Berge um uns herum noch von tiefhängenden Wolken umgeben, die sich auch im Laufe des Tages nicht auflösen werden. Mit einem weinenden und lachenden Auge lassen wir diese Zauberwelt hinter uns – sie hat uns wie auch viele andere komplett für sich eingenommen!

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Der Abstieg ist lang und es geht die nächsten beiden Stunden kontinuierlich steil bergab. Die Kinder sind aber guten Mutes – bergab geht es natürlich immer viel einfacher für sie als bergauf. Sehr schnell erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung – die Fischleinbodenhütte.

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Möchtest Du wissen, was wir auf unserer Mehrtageswanderung an Gepäck dabei hatten? Schau Dir unsere Packliste an, die wir für all unseren Mehrtageswanderungen nutzen.

Falls Du Dich für weitere Mehrtageswanderungen in den Dolomiten interessiert, kann ich Dir auch unsere 3-Tages-Wanderung durch den Rosengarten empfehlen. Und wenn einen wirklich schönen Höhenweg suchst, dann könnte Dich der Meraner Höhenweg interessieren, den wir auch mit unseren Kindern gewandert sind.

ECKDATEN

Dauer2:10 Stunden
Höhenunterschied↗ 10m ↘ 955m
Länge6.9 km
SchwierigkeitEinfach, T2
LageSextener Dolomiten (Südtirol, Italien)
Genaue RouteDrei-Zinnen-Hütte – Fischleinbodenhütte
Tour durchgeführt imJuli 2017
Geeignet für KinderAb 6 Jahren. Diese Etappe ist technisch unkompliziert. Der Abstieg zieht sich aber in die Länge, kann aber gut mit Pausen unterbrochen werden.
Buchempfehlung

Bist Du an weiteren Mehrtageswanderungen in Italien interessiert? Auf meiner Webseite findest Du zahlreiche Beschreibungen von Touren, die ich mit meiner Familie unternommen habe: wir wanderten 5 Tage entlang des Meraner Höhenwegs, waren 3 Tage im Rosengarten (Dolomiten) unterwegs, sind in 3 Tagen durch die Cinque Terre gewandert und in 9 Tagen die Alpen bis nach Italien überquert.

Ein Gedanke zu „Mehrtageswanderung Sextener Dolomiten (3 Tage)

  1. Sehr schöne Tour, tolle Beschreibung. Der Blog generell sehr sympathisch 👍
    Wir waren letztes Jahr in den Dolomiten, leider zu Früh, Lifte und die meisten Unterkünfte waren noch geschlossen. Dieses Jahr soll es anders werden und die Tour im Rosengarten gefällt uns sehr gut.
    Danke für den tollen Beitrag.
    LG aus Kärnten/Österreich
    Thomas

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