Tour du Wildhorn: 4-tägige Rundwanderung im Berner Oberland und Wallis

Tour du Wildhorn: 4-tägige Rundwanderung im Berner Oberland und Wallis

trekking

T3

3293m

2615m

17:00

Jul-Okt

44.4km

Die Tour du Wildhorn gehört für mich zu den eindrücklichsten Mehrtageswanderungen der Schweizer Alpen. Sie vereint nahezu alles, was man sich von einer alpinen Rundwanderung erhofft: stille Bergseen, schroffe Kalkkarstlandschaften, saftige Alpwiesen, steile Anstiege und spektakuläre Aussichtspunkte. In vier Tagen führt sie rund um das majestätische Wildhorn – an der Grenze zwischen Berner Oberland und Wallis – und lässt dich Natur, Einsamkeit und pure Alpenromantik erleben. Für mich war diese Tour eine der Wanderungen, die ich noch lange nach der Rückkehr im Kopf hatte.

Die Tour rund ums Wildhorn verläuft mehrheitlich zwischen 1400 und 2900 Metern durchs Berner Oberland und das Wallis. Jedem Wanderer, der konditionell bis zu 6 Stunden pro Tag wandern kann, bieten sich bei dieser Mehrtageswanderung tolle Blicke auf das Mont Blanc Massif, die Walliser Alpen sowie die Bergwelt des Berner Oberlandes. Übernachtet wird in Berghütten oder Berghasthöfen. 

Die Route beginnt und endet am idyllischen Lauenensee, führt über traditionelle Alpwiesen, schroffe Felslandschaften, urige Hütten und sanfte Bergseen. Sie verbindet Deutsch- und Französischsprachige Regionen und bietet nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell eine faszinierende Vielfalt. 

Landschaft, Geologie und Natur

Die Tour du Wildhorn ist nicht nur landschaftlich ein Highlight, sie ist auch ein kleines geologisches Lehrbuch der Alpen. Kalkfelder, schroffe Felswände und Gletscherreste prägen das Bild, während weite Alpwiesen sanft ins Tal abfallen. Im Sommer erblühen Alpenrosen und Edelweiß, kleine Bergseen spiegeln den Himmel und die Gipfel, und auf den Pfaden kreuzen Murmeltiere und Gämsen den Weg.

Die abwechslungsreiche Geologie erklärt, warum die Landschaft so einzigartig ist: Erosion, Gletscherbewegungen und jahrtausendealte Kalkablagerungen haben die Täler, Felsen und Hänge geformt. Für Wanderer bedeutet das nicht nur spektakuläre Ausblicke, sondern auch abwechslungsreiche Wege – von sanften Wiesenpfaden bis zu steilen Geröllpassagen.

An- und Abreise

Tag 1: Lauenensee – Geltenhütte

Die erste Etappe führt von Lauenensee hinauf zur Geltenhütte. Der Weg steigt sanft an und schlängelt sich durch moosbedeckte Felsen und kleine Wasserläufe. Schon nach kurzer Zeit wird klar: Diese Wanderung bietet nicht nur körperliche Herausforderung, sondern auch landschaftliche Belohnung.

Das Hochplateau vor der Geltenhütte eröffnet erste Panoramaausblicke auf das Wildhorn und die umliegenden Gipfel. Die Hütte selbst empfängt mit einem Duft nach frisch gebackenem Brot und der lebendigen Atmosphäre einer traditionellen Alpenhütte. Abends am Holzofen, zwischen Geschichten anderer Wanderer, spürt man sofort die besondere Stimmung, die Mehrtagestouren so einzigartig macht.

Tag 2: Geltenhütte – Iffigenalp

Am zweiten Tag führt der Weg von der Geltenhütte zur Iffigenalp. Die Route führt über sanfte Alpwiesen, durch schroffe Karstfelder und entlang kleiner Wasserläufe. Unterwegs eröffnen sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf Bergseen, grüne Täler und das mächtige Wildhorn.

Die Iffigenalp liegt abgeschieden inmitten der Berge und bietet eine ruhige Unterkunft nach einem langen Wandertag. Hier trifft man andere Wanderer, genießt das Hüttenessen und erlebt den Sonnenuntergang über den umliegenden Kalkfelsen – ein Moment, der die Schönheit der Wildhorn-Region perfekt einfängt.

Tag 3: Iffigenalp – Cabanne des Audannes

Der dritte Tag führt zur Cabanne des Audannes und stellt landschaftlich einen Höhepunkt der Tour dar. Der Weg verläuft entlang von Felsbändern, über kleine Wasserfälle und steile Hänge, immer mit grandioser Aussicht auf das Wildhorn und die umliegenden Gipfel.

Die Cabanne des Audannes ist rustikal, aber charmant. Der Aufenthalt hier ist ein besonderes Erlebnis: Abends spürt man die Ruhe der Berge, lauscht dem Rauschen eines Baches und beobachtet die letzten Sonnenstrahlen, die die Kalkwände in goldenes Licht tauchen. Dieser Tag vermittelt eindrucksvoll den rauen, stillen Charakter der Region.

Tag 4: Cabanne des Audannes – Sanetsch-Stausee

Die letzte Etappe führt von der Cabanne des Audannes hinunter zum Sanetsch-Stausee. Zunächst steigt der Weg noch einmal leicht an, bis wir den Sanetschpass erreichen, einen der landschaftlichen Höhepunkte der Tour. Der Pass liegt eingebettet zwischen imposanten Gipfeln und bietet ein spektakuläres Panorama: auf der einen Seite glitzernde Bergseen, auf der anderen die schroffen Kalkwände des Wildhorn-Massivs.

Der Aufstieg zum Pass ist moderat, verlangt aber Trittsicherheit auf den steilen, teils schottrigen Pfaden. Oben angekommen, genießen wir die Aussicht in aller Ruhe – ein perfekter Moment für Fotos, ein kurzes Picknick oder einfach das bewusste Einatmen der klaren Bergluft.

Nach dem Pass führt der Weg sanft hinab durch Alpwiesen, vorbei an kleinen Wasserläufen und letzten Kalkfeldern, die im Sonnenlicht schimmern. Schließlich erreichen wir den Sanetsch-Stausee, wo die Tour endet. Der Stausee ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch praktisch für die Abreise: Parkplätze für Autos und Busverbindungen zurück in Städte wie Sion oder Zweisimmen sind gut erreichbar. Für uns war der Moment des Ankommens besonders emotional – vier Tage voller Natur, Stille und Abenteuer liegen hinter uns. Wer möchte, kann hier noch einmal kurz am Wasser verweilen, ein Picknick genießen oder einfach die Aussicht auf die umliegenden Gipfel in sich aufnehmen.

Tipps & Varianten

  • Beste Jahreszeit: Juli bis Oktober, wenn die Wege schneefrei sind.

  • Wetter: Rasche Wetterumschwünge möglich – immer Regenzeug und warme Kleidung dabeihaben.

  • Hütten: Geltenhütte, Iffigenalp, Cabane des Audannes – vorher reservieren.

  • Varianten: Für ambitionierte Wanderer sind kleine Abstecher zu Gletscherseen oder Gipfeln möglich, für Genießer Pausen an den Bergseen einplanen.

Anreise

Die Anreise zur Tour du Wildhorn beginnt bei uns in Lauenensee, einem kleinen, idyllischen See im Berner Oberland. Für uns war es praktisch, früh am Morgen loszufahren, um genug Tageslicht für die erste Etappe zu haben. Die Region ist mit Auto, Bus oder Zug gut erreichbar: Wer mit dem Zug anreist, kann bis nach Zweisimmen fahren und von dort ein Taxi oder den Regionalbus bis zum Lauenensee nehmen. Mit dem Auto lohnt es sich, die Parkmöglichkeiten am See frühzeitig zu checken, besonders in der Hochsaison.

Schon auf dem Weg zum Lauenensee spürt man die besondere Ruhe dieser Region: enge Täler, die sich zu weiten Alpenlandschaften öffnen, und das klare Bergwasser, das die Luft frisch und angenehm kühl macht. Für uns war es ein Moment der Vorfreude, die Wanderschuhe zu schnüren, den Rucksack zu schultern und die ersten Schritte auf der Runde zu setzen.

Abreise

Unsere Tour endet nach vier Tagen am Sanetsch-Stausee, einem spektakulären Abschluss inmitten von Bergmassiven und glitzerndem Wasser. Vom Iffighore aus führt der letzte Abschnitt hinunter zum Stausee, vorbei an stillen Bergseen, blühenden Alpwiesen und letzten Kalkfeldern, die im Sonnenlicht schimmern.

Der Sanetsch-Stausee ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch praktisch für die Abreise: Es gibt Parkmöglichkeiten für Autos, und regionale Busverbindungen bringen dich zurück in größere Städte wie Sion oder Zweisimmen. Für uns war der Moment, am Stausee anzukommen, besonders emotional: Die Tour neigt sich dem Ende zu, doch jeder Blick auf das Wasser und die umliegenden Gipfel erinnert daran, wie intensiv die letzten vier Tage waren.

Packliste

Wenn Du wissen möchtest, was Du alles auf diese Alpinwanderung mitnehmen musst, schau Dir gerne meine Packliste für Mehrtageswanderungen an.

Die Details der Tour

TagAusgangspunktEndpunktStreckeAufstiegAbstiegDauer
1LauenenseeGeltenhütte3.8 km626 HM0 HM2:00 Stunden
2GeltenhütteIffigenalp14.7 km699 HM1121 HM6:00 Stunden
3IffigenalpCabanne des Audannes12.3 km1348 HM424 HM6:00 Stunden
4Cabanne des AudannesSanetsch Stausee13.6 km620 HM1070 HM5:00 Stunden

Tag 1: Lauenensee - Geltenhütte

Am Anreisetag eine kurze Etappe zur SAC Geltenhütte und danach eine Wanderung um den Jägerstein.

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Tag 2: Geltenhütte - Iffigenalp

Einsame Tour zur Wildhornhütte mit Iffigensee und danach langer Abstieg bis zur Iffigenalp.

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Tag 3: Iffigenalp - Cabanne des Audannes

Abwechslungsreiche Tour mit unzähligen Eindrücken, vorbei an Seen und über eine riesige Karstlandschaft.

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Tag 4: Cab. Audannes - Sanetsch Stausee

Spannendster Abschnitt der Wanderung über den Col des Audannes mit Abstieg zum Stausee.

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Fazit

Die Tour du Wildhorn ist eine der lohnendsten Mehrtagestouren der Schweiz. Sie kombiniert Natur, Kultur und alpine Herausforderungen auf harmonische Weise. Jeder Tag ist ein Erlebnis für sich: von den stillen Seen über schroffe Kalklandschaften bis zu den urigen Hütten. Wer die Alpen in ihrer ganzen Vielfalt erleben möchte, findet in dieser Runde alles, was das Wanderherz begehrt.

2 Gedanken zu „Tour du Wildhorn: 4-tägige Rundwanderung im Berner Oberland und Wallis

  1. Hallo Zusammen,
    wir möchten die Wildhorntour etwas abgewandelt machen. Von der Gondelbergstation Anzere – über den Arpelistock – zur Geltenhütte. Weiß jemand welche Beschaffenheit der Weg hat und ob er gut ausgeschildert ist? Von Anzere zum Lac du Sanetsch sind wir schon gelaufen, das war kein Problem für uns.

    1. Hallo Dagmar, ich kann da leider nicht weiterhelfen, da ich diesen Abschnitt nicht kenne. Ist das denn ein offizieller Wanderweg? Wenn ja, ist ja alles in der Schweiz immer sehr gut ausgeschildert. Sonst vielleicht mal beim Hüttenteam der Geltenhütte nachfragen, die können da wohl am besten Auskunft geben. LG Silvie

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