Klettersteig Tre Signori

Klettersteig Tre Signori

mittel | 4 h | 4.7 km | ↑ 507 Hm ↓ 507 Hm

Unglaublich schöner Klettersteig, der auch im Spätherbst noch gut zu meistern ist.  Sasso Torrasco ist eine steile Felswand, die sich über Monte Carasso zwischen Mornera und der Albagno-Hütte erhebt. Im Herbst 2014 wurde dort die Via Ferrata dei Tre Signori eröffnet, die aus mehreren Klettersteigen besteht. Drei unterschiedlich anspruchsvolle Varianten werden dem Klettersteiggeher angeboten. Höhepunkt des Klettersteigs ist eine 15 m lange Hängebrücke am Ende der Variante Via Difficile (kann auch bei der Variante Media begangen werden).

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Während im Norden übles Wetter vorhergesagt ist, setzen wir uns in den Zug ins Tessin und sind wie immer begeistert, als am Ende vom Gotthardtunnel uns ein stahlblauer Himmel entgegenstrahlt. In Bellinzona nehmen wir den regelmässig verkehrenden Bus bis zur Haltestelle Monte Carasso, Cunvént. Von dort sind es ca. 200m entlang der Strasse in Fahrtrichtung, bis rechts die Seilbahn zu erkennen ist (leider an der Bushaltestelle nicht angeschrieben).

Da wir an einem Freitag unterwegs sind, haben wir Glück und die Bahn ist nur wenig besetzt. Am Wochenende empfiehlt es sich dringend, die Bahn vorher online zu reservieren, um einen der knappen Plätze zu ergattern. Die schnuckelige rote Kabine fasst nämlich nur 8 Personen und verkehrt alle 15 Minuten. Ich habe schon von Leuten gelesen, die über 90 Minuten warten mussten. Auch die Rückfahrtszeit sollte reserviert werden. Da es oben ein tolles Café hat, kann man sich dort die Wartezeit problemlos verkürzen und vermeidet so unnötige Wartezeiten.

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Die Bahn funktioniert nach dem Selbstbedienungsprinzip – Ticket wird am Automaten gezogen und dann bei einer Drehtür eingescannt. In der Gondel dann drückt man den grünen Knopf, damit die 15-minütige Fahrt starten kann. Für den Klettersteig fährt man bis ganz nach oben. Wir kennen die Bahn bereits von unserer Wanderung zur tibetischen Hängebrücke Carasc, bei welcher man an der Mittelstation aussteigen muss. Wer diese noch nicht kennt, könnte den Klettersteig mit der Wanderung im Abstieg kombinieren.

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Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir das Grotto Mornera. Dieses vermietet auch Klettersteig-Sets, falls man kein eigenes besitzt. Nach einem Startkaffee folgen wir den Wegweisern „Via Ferrata“ auf einem anfängliche mit Felssteinen gepflasterten Wanderweg Richtung Capanna Albagna UTOE. 

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Bei der nächsten Abzweigung geht es links weiter zur Capanna. Bald schon erreichen wir den ersten Aussichtspunkt mit Blick über Bellinzona. Hier befindet sich auch ein Brunnen zum Wasserauffüllen, mehrere Bänke und der idyllische, künstlich angelegte Teich Bacino Pian di Nar, in dessen spiegelglatter Oberfläche sich die umliegenden Bäume herbstlich widerspiegeln.

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Von hier sind es nur noch wenige Minuten zum Einstieg des Klettersteiges. Ein Schild am Einstieg informiert über die Schwierigkeiten und Varianten. Der erste Teil des Klettersteiges verläuft für beide Variante auf der gleichen Route, so dass man sich erst später entscheiden muss, welche Route man nimmt.

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Der Klettersteig startet hervorragend versichert direkt oberhalb des Wanderwegs. Am Einstieg hat es noch ein witzig verdrehtes Brunnenrohr, welches man sich anschauen sollte.

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Bald schon werden die Tritthilfen seltener und sind nur noch an den wichtigsten Stellen angebracht. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen – wer bereits im unteren Bereich Schwierigkeiten hat, sollte hier besser umdrehen.

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So haben wir viel Felskontakt oder aber auch viel Seilkontakt, damit wir uns an den schwierigeren Stellen hochziehen können.

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Die Stimmung am Berg heute ist magisch – vorm blauen Himmel erblicken wir die kunterbunte herbstlich geschmückte Bäume, die in den unterschiedlichsten Farben leuchten.

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Immer wieder hat es Abschnitte am Klettersteig, die sich für Pausen eignen und bei denen man sich sogar zum Ausruhen hinsetzen kann. Wir sind total begeistert von der Routenführung und wie abwechslungsreich der Klettersteig ist.

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Bald schon erreichen wir den Wegweiser, bei welchem sich die Routen in Difficile und Media aufteilen. Wer hier aussteigen möchte, kann auch noch den „Sentiero“ nehmen, der steil neben dem Klettersteig den Hang hinaufführt. Wir entscheiden uns für die Variante Media und sind später auch sehr froh, diese Wahl getroffen zu haben.

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Wir erreichen die erste der beiden Schlüsselstellen – wir müssen ein wenig den Berg hinabklettern, um eine Felsnase zu umrunden. Hier sind zusätzliche Vorkehrungen angebracht, damit man auch sichern könnte. Das Stück entpuppt sich aber als ziemlich harmlos, aber mit einem tollen  Blick ins Tal.

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Bestens gesichert geht es weiter steil bergauf und da wir heute fast alleine unterwegs sind, können wir uns viel Zeit lassen und ausgiebig fotografieren!

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Als nächstes erreichen wir den Gipfelgrat mit Gipfelbuch – der perfekte Platz für eine Mittagspause. Wir holen die mitgebrachten Sandwiches heraus, packen die Thermoskannen aus und sammeln unsere Kräfte für den letzten, anstrengendsten Teil des Klettersteigs.

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Wir klettern ein kleines Stück bergab  – dies geht sogar ohne sich in die Sicherung einzuhängen und erinnert an einen T3-Wanderweg. Nachdem wir unten angekommen sind, geht es gleich beim nächsten Felspfeiler wieder bergauf und durch einige Bäumchen hindurch.

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Es folgt die Schlüsselstelle des heutigen Tages und der Fels wirkt wie in einer Kletterhalle angeordnet. Es hat genügend künstliche oder natürliche Griffe und Tritte und man muss an diesem Stück einfach nur schnell sein, da es sonst stark in die Arme geht. Wir sind stolz, als wir die beiden Felsstufen überwunden haben – das war ein echter Spass!

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Wir erreichen das Ende unseres Klettersteigs und treffen auf die Hängebrücke, die vom schwierigen Klettersteig zu unserem rüberführt. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, diese auch auszuprobieren. Da die Brücke nur ca. 4 Meter vom Boden entfernt ist, gibt es auch kein mulmiges Gefühl im Magen beim Überqueren.

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Wer noch Lust und Energie hat kann vom Ende des Klettersteiges noch zur Albagno-Hütte aufsteigen (15 Minuten). Bei uns reicht es aus Zeitgründen nicht mehr und wir steigen direkt zur Seilbahn ab. Der Weg ist wunderschön und führt anfänglich am Hang entlang, später dann durch ein Waldgebiet, bis wir wieder auf den Teich treffen, den wir bereits vom Aufstieg kennen.

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ECKDATEN

Dauer4:00 Stunden
Länge4.7 km
Höhenunterschied↗ 503 m ↘ 503 m
SchwierigkeitZustieg und Abstieg einfach, T2
Klettersteig Kategorie C/KS3
LageKanton Tessin
Genaue RouteMornera Seilbahnstation – Einstieg Klettersteig – Variante Media – Abstieg nach Mornera
Tour durchgeführt imNovember 2022
Geeignet für KinderAb ca. 12 Jahren, besser älter. Körpergrösse sollte mind. 1,50m sein. Ich würde den Klettersteig nicht mit Anfängern oder unerfahrenen Kindern machen.

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