Dolomiten Höhenweg Nr. 1 mit Kindern: Etappe 7 Tissi-Hütte – San Sebastiano Hütte (Passo Duran)

Dolomiten Höhenweg Nr. 1 mit Kindern: Etappe 7 Tissi-Hütte – San Sebastiano Hütte (Passo Duran)

schwer | 7:20 h | 16.8 km | ↑ 958 Hm ↓ 1622 Hm

Die für uns längste Etappe unserer Fernwanderung auf dem Dolomiten Höhenweg Alta Via 1. Körperlich und mental waren wir nach den vorherigen 6 Etappen schon gut vorbereitet, aber es zog sich dennoch in die Länge. Sehr abwechslungsreiche Etappe unterhalb der Civetta zum Rifugio Lavozzer (eine traumhaft gelegenen Hütte). Später dann steiler Aufstieg und Querung zum Rifugio Carestiato. Zieleinlauf auf dem Passo Duran und dem dort gelegenen Rifugio San Sebastiano.

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Wir haben auch an unserem letzten Wandertag mächtig Glück mit dem Wetter und schon beim Öffnen der Fensterläden strahlt uns die Sonne entgegen. Das Frühstück wird in Form eines Büffets serviert und ist Ok für eine Berghütte, mehr aber auch nicht. Da die Hütten heute für einen Mittagsstopp nicht wirklich ideal liegen, haben wir auch Sandwiches bestellt. So machen wir uns heute früh auf den Weg, da wir ja eine wirklich lange Etappe vor uns haben, an deren Ende ein Taxi am Passo Duran auf uns wartet.

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Die Etappe beginnt mit einem kurzen Abstieg entlang des Aufstiegsweges vom Vortag. Es folgt ein flaches Teilsteg unterhalb der mächtigen Civetta-Wand in Richtung Rifugio Vazzoler. Dieses erreichen wir nach ungefähr 1 Stunde und sind hin und weg. Dies muss eine der schönstgelegenen Dolomiten-Hütten sein (und wir haben schon so einige gesehen). Die Hütte liegt inmitten der Bergwelt und ist von mehreren Holzbalkonen umgeben. In unmittelbarer Nähe gibt es einen riesigen botanischen Garten, eine tolle Terrasse, einen Brunnen zum Füllen der Wasserflaschen und Liegestühle. Wir würden am liebsten gleich hier bleiben und hätten auch sehr gerne hier übernachtet. Leider haben wir ja einen straffen Zeitplan und so bleibt nur Zeit für ein 2. Frühstück in Form eines Stück Kuchens. Wenn wir die Tour ein 2. Mal planen würden, würde ich für die letzte Übernachtung diese Hütte ausgewählt und nicht das Rifugio Tissi. Dieses hat zwar auch einen spektakulären Blick von der Hüttenterrasse gehabt, aber irgendwie haben wir uns alle ins Rifugio Lavozzer schockverliebt. 

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Es folgt ein wenig schönes Teilstück, welches auf einer Fahrstrasse in der heissen Sonne ohne Schatten steil bergab führt. Der Blick ins Tal ist hinreissend, aber die Strecke leider nicht. Endlich dann zweigt der Weg ab und wir queren einen kleinen Bach und gelangen in einen schattigen Wald. Nachdem wir in den letzten beiden Stunden bereits viele Höhenmeter im Abstieg gemacht haben, zeigt das Höhenprofil nun einen sehr steilen Anstieg an. Ich warne die Kinder schon mal vor und dann machen wir uns auf den Weg.

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Der Anstieg ist wirklich mächtig steil und wir kommen alle ins Schwitzen. Auch die Rucksäcke werden immer schwerer – immerhin hat heute jeder von uns 1,5l Wasser dabei, da wir unterwegs bis zur nächsten Hütte nicht mehr auffüllen können. Wir erreichen ein kurzes Zwischenstück, an welchem der Weg abflacht und legen unsere Mittagspause ein. Oberhalb von unserem Pausenplatz wird gerade eine neue Kletterroute gebohrt und es ist mega spannend, den beiden bei ihrer Arbeit zuzuschauen.

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Es folgt der landschaftlich spannendste Teil des heutigen Tages (abgesehen vom Rifugio Lavozzer) und wir queren auf einem steinigen Wanderweg unterhalb der mächtigen Wandfüsse der Ausläufer der Civetta. Wir sehen zu, dass wir hier keine Pausen einlegen, da es doch ziemlich viel Steinschlag zu geben scheint.

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Die kommende Etappe stellt technisch den anspruchsvollsten Teil des heutigen Tages da – der Weg wird etwas schmaler und ausgesetzter, nie aber im kritischen Rahmen. Ein kurzes steiles Stück bringt uns hoch zu einem Pass. Von dort können wir das Rifugio Carestiato bereits in der Ferne erblicken. Im Abstieg vom Pass ist Vorsicht geboten und an einigen Stellen befinden sich auch Ketten zum Festhalten (die unserer Meinung nach aber nicht wirklich nötig/hilfreich waren). Der Weg führt weiter über Gesteinsblöcke im leichten Auf und Ab und die Hütte kommt langsam immer näher.

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Ein letztes kurzes Stück durch den Wald und dann kommen wir direkt unterhalb der Hütte raus. Die Terrasse ist gut besucht und so gönnen wir uns ein kühles Skiwasser. Wir legen eine längere Verschnaufpause ein – wir sind gut in der Zeit und werden es rechtzeitig zu unserer Verabredung mit dem Taxifahrer schaffen. Ich hole mit den obligatorischen Hüttenstempel, die Kinder geniessen kurz das vorhandene WLAN und dann kommt der letzte Abschnitt unserer ganzen Tour. 

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Die letzten 45 Minuten verlaufen ziemlich langweilig auf einer gekiesten Fahrstrasse leicht bergab. Und dann endlich sehen wir die Passstrasse mit der wirklich cool aussehenden kleinen Kapelle, die etwas oberhalb auf der anderen Strassenseite liegt. Das Gebäude mit den schiefen Elementen sieht aus wie aus einem Comic – den Aufstieg dahin aber lassen wir bleiben – wir sind heute genug gelaufen. Erschöpft lassen wir uns in die Liegestühle vorm Rifugio San Sebastiano sinken und die Kinder haben sich ihre Belohnung wirklich verdient! Es gibt nämlich eine grosse Eistruhe im Rifugio. Wir schauen uns das Innere kurz an- es sieht wirklich urig im Inneren aus und auch der Hüttenwirt ist total freundlich. Letztendlich ist es aber eine Hütte direkt an einer Passstrasse, so dass hier kein richtiges Hüttengefühl aufkommt.

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Tipp: Wer noch weiter in Richtung Belluno läuft und das Rifugio San Sebastiano bereits ausgebucht ist, kann auch im Rifugio Tome Passo Duran übernachten.

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Übrigens: Die Taxifahrt nach Cortina (220 Euro) verläuft anfänglich auf einer engen und sehr kurzenreichen Strasse. Wem hier schnell schlecht wird, dem sei empfohlen, vorne zu sitzen oder aber nicht wie unsere Kinder vorher jeweils 2 Eis zu essen…

ECKDATEN

Dauer7:20 Stunden
Länge16.8 km
Höhenunterschied↗ 958m↘ 1622m
Schwierigkeitschwer
Genaue RouteTissi-Hütte – Vazzoler-Hütte – Carestiato-Hütte – San Sebastiano-Hütte
Tour durchgeführt imJuli 2023
Geeignet für KinderMit Kinder die Tour am besten kürzer planen. Mit Teenagern durchaus machbar, aber sehr lang. Leicht ausgesetzt und mehrere steile Anstiege.
Kosten272 Euro (Kuchen Vazzolerhütte 20 Euro, Getränke Carestiato-Hütte 9 Euro, San Sebastiano-Hütte Eis & Getränk 25 Euro, Taxi Passo-Duran – Cortina Camping 220 Euro)
BuchempfehlungDolomiten Höhenwege 1-3: Alle Etappen. Mit GPS-Tracks (Rother Wanderführer)

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