Klettersteige mit Kindern in der Brenta: S.O.S.A.T

Klettersteige mit Kindern in der Brenta: S.O.S.A.T

Am Morgen treffen wir unseren Bergführer Alessandro auf der Tuckett-Hütte. Die Kinder sind etwas skeptisch, da sie sich mit ihm nur auf Englisch verständigen können und sie ja die nächsten Stunden direkt mit ihm verbringen dürfen. Bereits nach ein paar Minuten stellt sich ihre Skepsis als komplett unbegründet heraus – sie verständigen sich problemlos mit ihrem Schulenglisch und sogar unser jüngster, der kein einziges Wort Englisch spricht, versteht alles, was er ihm mitteilen möchte! 

Brenta
Brenta

Wir haben uns heute zum Warmlaufen mit den Kindern den S.O.S.A.T ausgewählt – wissen wir doch nicht, wie die Kinder reagieren werden und wie ausdauernd sie sein werden. Dieser ist die tieferliegende Variante zum Bocchette Alte und sowohl in Bezug auf die Höhenmeter als auch die Schwierigkeit einfacher. 

Brenta
Brenta

Alessandro erklärt ihnen alles ganz geduldig und schon bald laufen sie zu dritt am Seil. Für uns Eltern ist das eine extrem entspannte Situation – müssen wir uns ausnahmsweise mal gar keine Sorgen um sie machen – und können gemütlich hinterherlaufen, während sie gesichert sind.

Brenta
Brenta

Der Klettersteig beginnt mit einer kurzen, versicherten Stelle und verläuft ohne viele Höhenunterschiede immer wieder im leichten Auf und Ab, größtenteils im Gehgelände und ist daher perfekt für Einsteiger geeignet, die die Brenta-Gegend kennenlernen möchten. Wir genießen immer wieder den Ausblick auf die Adamello-Presanella-Gruppe. 

Brenta
Brenta

Nach einer ersten größeren Pause (unser Bergführer staunt, wie viele Süssigkeiten die Kinder zwecks Motivation dabeihaben…), sehen wir dann zum ersten Mal eines der berühmten Bänder der Dolomiten. Da sollen wir rüber? Von weitem kann man nicht erkennen, dass dort natürlich ein schönes Stahlseil verlegt ist. Die Aufregung steigt auch bei den Kinder, die endlich nicht mehr nur wandern müssen, sondern was Cooles machen dürfen! 

Brenta
Brenta

Wir überqueren einen riesigen Felsbrocken, der genau an der richtigen Stelle herabgebrochen ist und nun als Brücke dient. Es folgt eine Querung und danach das erste, längere steile Stück nach oben. Alessandro klettert voran, um dann die Kinder von oben zu sichern. Unser jüngster meistert die Stelle trotz seiner geringen Körpergröße problemlos. Von weitem sehen wir das Grinsen unserer Kinder – gut, sie sind glücklich und nicht überfordert. 

Brenta
Brenta

Es folgen weitere Bänder, Leitern und dann die Schlüsselstelle der Tour – ein Kriechband. Wir machen uns Sorgen um meinen Mann, da er in der Woche zuvor heftig mit dem Bike gestürzt ist. Auf allen Vieren absolviert er die Stelle. Für mich ist sie problemlos zu meistern wie auch für die Kinder – sie haben eh einen Riesenvorteil mit ihrer Größe!

Von oben erkennen wir das Rifugio Brentei, bei welchem wir am letzten Tag vorbeikommen werden. Zum Schluss des Steiges klettern wir ein paar Leitern runter und enden in einer kaminartigen Rinne.

Brenta
Brenta

Wir verabschieden Alessandro und steigen zur Alimontahütte auf. Die Kinder sind begeistert von der dort angebrachten, echt lauten Glocke! Ich erfreue mich am Fotomotiv dieser umwerfenden Gegend und wir schiessen ein Foto nach dem nächsten. Am besten allerdings tut die Dusche, welche es für uns überraschend und ungeplant in der Hütte gibt. Es ist erstaunlich, wie lange solch eine 1-minütige Dusche einem vorkommt und wie gut sie tut!!

ECKDATEN

Länge4:00 Stunden
SchwierigkeitB/C
LageBrenta, Dolomiten, Italien
Tour durchgeführt imAugust 2019
Zustiegab Tuckett Hütte
BuchempfehlungKlettersteigführer Dolomiten (Alpinverlag)
Kommentare sind geschlossen.