2-Tages-Wanderung zur Voralphütte (2126m)

2-Tages-Wanderung zur Voralphütte (2126m)

trekking

T2

2:40

5.9km

726m

3m

Jul-Okt

Der Weg zur Voralphütte (2.126 m) führt durch das eindrückliche Voralptal im Kanton Uri. Obwohl der Aufstieg nie extrem steil, müssen doch über 700 Höhenmeter bewältigt werden. Der überaus familienfreundliche Aufstieg ist geprägt von üppig grünen Wiesen und den grau-weißen Gipfeln und dem Gletscher unterhalb des Sustenhorns. Belohnt wird der Wanderer mit einem Aufenthalt in der urigen Voralphütte, in welcher wir unglaublich herzlich empfangen werden. Die Hütte liegt am 5-Hütten-Panorama-Weg, der die 5 SAC-Hütten der Göscheneralp verbindet.

Wie jedes Jahr sind wir Ende August auf unserer jährlichen Familienwanderung unterwegs, die wir mit ungefähr 5-6 anderen Familien jedes Jahr unternehmen und dabei immer eine andere SAC-Hütte besuchen. So haben wir bereits unzählige Hütten von meiner Hüttenliste besucht und mit dem Prädikat familienfreundlich versehen.

Die Anreise zum Startpunkt ist unkompliziert – der Zug fährt bis Göschenen und von dort bringt uns das Postauto zur Abzweigung Voralphütte, wo wir in einer Kurve aussteigen. Falls jemand mit dem Auto unterwegs sein sollte, hat es in dieser Kurve auch einige Parkplätze. Direkt hinter der Kurve verläuft die eindrücklicher Voralpreuss, die am heutigen Tag eine enorme Menge an Wasser mit sich bringt. Die letzten Tage hat es stark geregnet, so dass zusätzliches Wasser ins Tal transportiert wird. Die Kinder sind vom stark schäumenden Bach stark beeindruckt und für uns alle ein toller Einstieg in die Wanderung.

Der Weg ist gleich von Beginn weg stetig ansteigend und wir dies auch bis zur Hütte bleiben. Zwischendrin gibt es immer wieder einige abflachende Abschnitte, aber irgendwie müssen die Höhenmeter ja geschafft werden. Wir laufen anfänglich durch den Wald von Wiggen, den wir nach 9 Haarnadelkurven schon bald verlassen. Direkt neben uns befinden sich auf beiden Seiten des Baches steil aufragende Bergwände. Schliesslich öffnet sich der Blick aufs hübsche Voralptal mit dem Sustenhorn und das Tal wird im Laufe der Wanderung immer breiter.

Hier lohnt es sich, ab und zu nach oben zu blicken, bis man die Salbithängebrücke erblicken kann. Diese spannt sich eindrücklich zwischen zwei steil abfallenden Felswänden und ist die Verbindung zwischen der Voralphütte und der Salbithütte. Als Hängebrücken-Fan ist mir diese Brücke natürlich ein Begriff und schon lange ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Die 90 Meter lange hochalpine Fussgänger-Brücke wurde 2010 erbaut, um die Voralphütte und die Salbithütte miteinander zu verbinden, um den rückläufigen Besucherzahlen entgegenzuwirken. Der Bau der Brücke war jedoch umstritten, da Massentourismus befürchtet wurde. Die Brücke wird auch Recycling-Brücke genannt, da sie aus dem alten Material der Triftbrücke gebaut wurde.

Heute sehen wir sie nur aus dieser Perspektive, aber ich bin mir sicher, dass wir sie im nächsten Jahr besuchen werden.

Der Weg schlängelt sich weiterhin den Berg hoch, mal näher, mal weiter vom Bach entfernt. Normalerweise kann man auf beiden Bachseiten zur Hütte laufen, aber heute ist der Weg links vom Bach gesperrt, so dass wir auf der rechten Seite verweilen. Bald erreichen wir die Alp Horefelli und können die Voralphütte das erste Mal erblicken. Während die jungeren Kinder erstmals schlucken müssen („Was – noch so weit?“) sind unsere Teenager mittlerweile schon an der Hütte angekommen und haben es sich dort gemütlich gemacht. Später werden sie uns entgegenkommen, um den jüngeren Kindern und auch älteren Erwachsenen den Rucksack abzunehmen. Herrlich, wenn man noch so jung ist und soviel Energie hat!

Immer wieder halten wir unterwegs an, um von den zahlreichen Himbeeren und Heidelbeeren zu naschen. Es ist die ideale Saison und so kommen wir nur langsam vorwärts. Da die Wanderung mit 2:40 Stunden aber eher kurz ist, haben wir alle Zeit der Welt und schlemmen, bis wir ganz blaue Finger haben.

Es folgt ein letzter, steiler Anstieg zur Hütte und wir lassen uns auf der Hüttenterrasse nieder. Wolken ziehen bereits aus dem Tal auf und werden uns für den restlichen Tag den Blick vernebeln. Wir haben uns jedoch bereits auf schlechteres Wetter eingestellt und zahlreiche Spiele mitgenommen oder eingeplant. Das gehört für uns natürlich immer dazu – reichlich Zeit mit Freunden, viele Gespräche und einfach mal nichts tun, nachdem man die Hütte erreicht hat.

Von der Hütte aus haben wir einen tollen Blick auf den Gletscher unterhalb des Sustenhorns und es ist interessant, den Gletscher auch mal aus dieser Perspektive zu sehen, da wir das Sustenhorn vor mittlerweile 15 Jahren mit Freunden bestiegen haben, die auch auf der heutigen Wanderung dabei sind.

Die Hütte bietet 40 Schlafplätze verteilt auf 4 Schlafräume. Bei unserer Gruppengrösse bekommen wir 3 dieser Zimmer und können uns dort grosszügig verteilen. Da die Wettervorhersage fürs Wochenende nicht allzu gut war, haben doch noch einige abgesagt, so dass die Hütte nicht voll belegt ist. Für unsere Kinder ist es immer das Highlight, wenn sie einen eigenen Schlafsaal bekommen und dort – ohne ihre Eltern – unter sich sind.

Bald schon erblicken wir das hauseigene Murmeltier, welches seinen Bau direkt vor der Hütte hat und immer wieder seinen Kopf aus der Höhle streckt.

wanderung-voralphuette-
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Die Hüttenumgebung ist perfekt für Kinder geeignet und so besuchen wir den Voralp-Beach (kleiner Teich hinter der Hütte, ganz Mutige können hier baden gehen) und gehen auch zum Bach hinunter, während die Kinder dort Steine werfen. Da allerdings viel Wasser unterwegs ist und so ein Bach unberechenbar werden kann, stellen wir sicher, dass sie nicht zu nah ans Wasser gehen.

Auf der Hütte genehmigen wir uns alle ein Stück der grossen Kuchenauswahl – die Hütte ist bekannt für ihre feinen Kuchen und das Hüttenteam verwöhnt uns von vorne bis hinten.

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Bei schönerem Wetter hätten wir sicherlich noch einen kleinen Ausflug unternommen (entweder am Bach entlang oder hoch zum Brunnenstöckli), aber heute bleiben wir lieber in der Hütte

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Als das Wetterfenster sich kurzzeitig bessert, steige ich mit einem Freund noch ein kurzes Stück in Richtung Salbithütte, um die Hütte von oben zu sehen und auch einen Cache zu suchen. Wir erleben hier oberhalb der Wolken einen wunderschönen Sonnenuntergang und können die Hütte sogar kurzzeitig unter uns erblicken, als der Nebel aufreisst.

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Nach einer erholsamen Nacht lassen wir uns das üppige Frühstück schmecken und verabschieden uns kurz danach vom Hüttenwartsteam. Für den Abstieg wählen wir den gleichen Weg vom Vortag und erreichen in ca. 2 Stunden die Passstrasse. Das Postauto fährt hier stündlich, hat aber keinen Anschluss in Göschenen, so dass wir hier knapp den Zug verpassen. Da es im Abstieg stark regnete, sind wir alle nass und breiten unsere Klamotten zum Trocknen aus – ein wahrhaft amüsantes Bild im Aufenthaltsraum von Göschenen.

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Möchtest Du von Wanderungen zu weiteren SAC-Hütten lesen? Ich habe mittlerweile fast 100 der 152 SAC-Hütten besucht und viele dieser Wanderungen auf meinem Blog beschrieben. Ausserdem habe ich eine Liste der familienfreundlichen SAC-Hütten erstellt, die alle gut mit Kinder zu erreichen sind.

ECKDATEN

Dauer2:40 Stunden
Höhenunterschied↗ 726 Hm, ↘ 3 Hm
Länge5.9 km
SchwierigkeitT2 (mittel)
LageKanton Uri
Genaue RouteWiggen – Voralphütte
Tour durchgeführt imAugust 2023
Geeignet für KinderFür Kinder ab ca. 5 Jahren geeignet. Der Weg ist nie ausgesetzt oder zu anspruchsvoll und sehr abwechslungsreich.
Buchempfehlung SAC-Hütten mit KindernFamilienausflüge zu SAC-Hütten: 41 erlebnisreiche Wanderungen mit Kindern (Alpin-Wanderführer)

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