Wanderung entlang des Feenwalds Fanal am Vulkankrater (Madeira)

Wanderung entlang des Feenwalds Fanal am Vulkankrater (Madeira)

einfach | 2 h | 9 km | ↑ 400 Hm ↓ 400 Hm

Im nördlichen Teil der Hochebene Paúl da Serra, die auch als Moor im Gebirge bekannt ist, liegt eine nahezu mystische und überraschend sanfte Landschaft in einer Höhe von etwa 1.200 Metern. In der Umgebung des Forsthauses von Fanal erstreckt sich eine Weidefläche, die von riesigen, jahrhundertealten Lorbeerbäumen durchzogen ist. Das üppige Grün der Wiesen und die von Flechten und Farnen bedeckten Bäume lassen darauf schließen, dass der Passatnebel hier regelmäßig Feuchtigkeit mit sich bringt. Das Ziel unserer Wanderung sind zwei beeindruckende Aussichtspunkte am Rand der Hochebene, von denen aus man einen Blick auf das über 1.000 Meter tiefer gelegene Tal von Riebira do Seixal und die Nordküste werfen kann.
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 Wir reisen mit dem Mietwagen zum riesigen Parkplatz an der ER-209 beim Forsthaus Fanal an. Fanal ist auch bei Einheimischen sehr beliebt und wird gerne als Ausflugsziel am Wochenende ausgewählt. Es hat hier zahlreiche Wanderwege zur Auswahl und so entscheiden wir uns, die Route zu 2 Aussichtspunkten aus unserem Wanderführer auszuwählen und später noch eine Runde durch den Fanal-Wald anzuhängen. Zusammen mit fast allen anderen Wanderern folgen wir den Treppen hinauf in den Wald von Fanal. Während die meisten jedoch nach links abbiegen, nehmen wir den heute eher weniger begangenen Weg nach rechts in Richtung Fio.

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Der Weg ist schön angelegt, gelegentlich sogar schattig und führt durch die herrlich knorrigen, mit Moos und Flechten behangenen Stinklorbeerbäume, die so typisch für diese Region sind.  Einige von ihnen sind mehrere Jahrhunderte alt. Manche von ihnen sollen schon hier gestanden haben, als Madeira 1419 entdeckt wurde. Der gesamte Lorbeerwald auf Madeira (Laurisilva od. lateinisch Laurissilva) bedeckt ca. 15.000 Hektar der Insel. Der Laurisilva wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Während an den meisten Tagen dichter Nebel um die Bäume wabert, haben wir heute einen sonnigen, klaren Tag mit stahlblauem Himmel. Dies hilft auch ungemein beim Aussichtspunkt Fio, bei welchem wir einen tollen Blick auf die Küste haben. Häufig liegt nämlich auch dieser im Nebel.

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Der Pfad zum Aussichtspunkt Fio ist wirklich unkompliziert und grösstenteils flach und daher für jedermann geeignet. Unsere Kinder haben diesen Weg jedoch als eher langweilig empfunden, auch wenn man einen wirklich tollen Blick vom Aussichtspunkt hat. Wir legen einen kurzen Stopp im Schatten der kleinen Hütten mit ihren knallroten Dächern ein, die ganz in der Nähe vom Aussichtspunkt stehen. Von hier laufen wir weiter zum zweiten Aussichtspunkt, der einen weiteren Blick auf Seixal bietet.

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Dieser ist für uns noch eindrücklicher und auch besser besucht, da der Wanderweg PR13 hier kreuzt. Wir ärgern uns ein wenig, dass wir nicht der PR13-Tour gefolgt sind, denn obwohl die Aussichtspunkte tolle Blicke bieten, ist die Wanderung doch eher unspektakulär (im Vergleich zu all den anderen Wanderungen, die wir auf Madeira bisher gemacht haben).

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Vom 2. Miradouro nehmen wir den vorgeschlagenen Weg zurück in Richtung Parkplatz und erreichen schon bald die Forsthütte mit ihren zahlreichen Feuerstellen und Picknickbänken. Wir werden heute unterhalb einem der riesigen Stinklorbeerbäume unser Picknick zu uns nehmen.

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Die Landschaft hier oben ist wirklich extrem speziell und bei Nebel sicher mystisch. Mein Sohn kennt die Gegend bereits vom ersten Urlaubstag, da er zusammen mit meinem Mann mit einer Mountainbikeschule auch hier vorbeigekommen ist. So führt er uns weiter durch den Wald entlang eines eher unbekannten Wanderweges. Eigentlich ist es egal, auf welchen Wegen man in diesem Wald spaziert – wenn Du möchtest, schau einfach auf der unten angehängten Karte, falls Du unseren Spuren folgen möchtest.

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In Fanal läuft man einfach, solange man möchte auf einem der zahlreichen verschlungenen Wanderwege. Fotomotive bieten sich überall und die Bäume haben eine wirklich magische und beruhigende Wirkung.

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Nachdem wir uns alles ausgiebig angeschaut haben, drehen wir wieder um und laufen zurück zur Hochebene. Diese ist ein ehemaliger Vulkankrater und man kann die Ausmasse sogar von oben noch sehen. Im unteren Bereich hat es einen kleinen Kratersee, auf dessen Oberfläche sich ein paar Lorbeerbäume widerspiegeln. Wir umrunden den Tümpel (nur nach starken Niederschlägen wird ein See draus), überqueren eine Grasfläche mit freilaufenden Kühen und erreichen bald schon den Parkplatz.

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Anreise: Nur mit Mietwagen/Taxi möglich.

Verpflegung: Ca. 1 l Wasser pro Person. Wasser kann unterwegs nicht aufgefüllt werden. Am Forsthaus hat es jedoch einen kleinen Verkaufsstand. Da die Wanderung grösstenteils im Schatten verläuft, benötigt man nicht allzu viel Wasser.

Schuhe: Turnschuhe mit gutem Profil ausreichend.

Wetter: Wanderung ist auch bei Regen/Nebel möglich, da nicht ausgesetzt. 

ECKDATEN

Dauer2 Stunden
Höhenunterschied↗ 400 hm ↘ 400 hm
Länge9 km
Schwierigkeiteinfach
LageSeixal (Madeira)
Genaue RouteFanal Picnic – Miradour sobre ai Ribeira Funda – Fio – Vereda do Fanal – retour
Tour durchgeführt imMai 2023
Geeignet für KinderProblemlos. Diese Wanderung kann mit Kindern jeden Alters gemacht werden. Je nach Motivation kann die Tour gestaltet werden. Mit ganz kleinen Kindern kann man wunderbar nur durch die Wälder streifen.
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