Schneeschuhwanderung Sörenberg – Chlushütte (1774m) – Sörenberg

Schneeschuhwanderung Sörenberg – Chlushütte (1774m) – Sörenberg

mittel | 4:30 h | 11.4 km | ↑ 767 Hm ↓ 767 Hm

Hervorragend markierte Schneeschuhwanderung im Entlebuch von Hirsegg (bei Sörenberg) hoch zur Chlushütte. Relativ einsame Tour durch romantische Wälder, bei welcher jedoch unzählige Höhenmeter zurückgelegt werden müssen. Die Tour verläuft stetig ansteigend mal mehr, mal weniger steil über eine Länge von knapp 6 Kilometern bis zur (unbewarteten) SAC Chlushütte. Von der Hüttenterrasse ein herrlicher Blick ins Berner Oberland auf das mächtige Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Wer möchte, verlängert die Tour noch bis zum überaus einladenden Gipfel des Schibengütsch.

schneeschuhtour_chlushuette_
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Da ein sonniger Tag hervorgesagt ist, passe ich meine Arbeitszeiten ein wenig an und mache mich an einem Montag auf den Weg ins Entlebuch. Wir kennen das kleine, aber feine Skigebiet von Sörenberg aus einem Aufenthalt mit der Familie (im sehr empfehlenswerten Rekaferiendorf Sörenberg) und so sind früh am Morgen auch noch einige Skifahrer mit mir im Postauto. Die von Schweizmobil ausgeschilderte Schneeschuhtour Route 912 startet an der Bushaltestelle Sörenberg Hirsegg. Ich bin ein grosser Fan von diesen ausgesteckten Schneeschuhtrails. Die Tour ist in kurzen Abständen mit pinken Stangen markiert, so dass man sich auch bei starkem Nebel nicht verlaufen kann. Die Beschreibung auf der Webseite ist genau und spiegelt auch die Schwierigkeit der Tour wider.

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Ich laufe ein kurzes Stück entlang einer kleinen Strasse, biege dann links ab und schon bald zweigt der Schneeschuhweg rechts ab. Die Schneeschuhe kann man hier direkt schon anlegen und es geht gleich ziemlich steil los. Am besten kann man bereits beim Anlegen der Schneeschuhe auch gleich die oberste Jackenschicht ablegen, denn aufgrund der Steigung wird einem hier sehr schnell warm. Nachdem der erste steile Hügel erklommen ist, flacht der Weg merklich ab und hinter Sörenberg erscheint auch die Sonne hinter den Bergen.

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Je höher ich aufsteige, umso weiter wird mein Blick. Auf der linken Seite liegt Sörenberg und das Brienzer Rothorn und rechts von mir begleitet mich das markante Gestein der Schrattenflue den ganzen Tag. Bald erreiche ich die Alp Schlund (1477m), welche bei schönem Wetter am Wochenende geöffnet ist und Gäste bewirtet. Unterhalb des Alpbeizlis überquere ich eine Strasse mit mehreren Wegweisern und folge der schwarzen Route zur Chlushütte. Der Weg führt in Schlängellinien durch einen Wald mit Bergföhren und lädt zum Träumen ein. Links von mir treffen 2 andere Schneeschuhgänger auf den Weg – sie sind von Salwideli aufgestiegen und sind dort heimisch. Nachdem ich den Wald verlassen habe, folgt ein letzter, sehr steiler Aufstieg unterhalb der Schrattenflue. In der Ferne ist das markante Gipfelkreuz vom Schibengütsch gut sichtbar

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Nachdem ich diesen letzten Aufstieg geschafft habe, bin ich total baff – es ist wunderschön hier oben! Ich habe eine Art Hochebene erreicht und die Chlushütte ist in der Ferne bereits sichtbar. Es ist eine wunderschön zugeschneite Fläche umgeben von mächtigen Gipfeln. Ich bin wie in eine andere Welt gelangt und Glücksgefühle durchströmen mich. Es ist einer dieser magischen Momente und jeder Höhenmeter des steilen Aufstiegs haben sich für diesen Anblick gelohnt! Vor der Hütte befindet sich eine gemütliche Hüttenterrasse, die in der Sonne liegt. Die Chlushütte kann gemietet werden und liegt auf einem richtigen Logenplatz.

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Der Blick von der Hütte in Richtung Berner Oberland ist umwerfend und vor allem an einem Tag wie diesem könnte man hier stundenlang ausharren. So hole ich mein mitgebrachtes Picknick hervor und geniesse es in aller Ruhe. Ich plaudere ein wenig mit den anderen beiden Schneeschuhgängern und werde den restlichen Tag niemand weiteren auf dieser herrlichen Tour treffen. Die beiden steigen von hier ins Tal ab und empfehlen mit eine Alternativroute zum Kemmeriboden. Dies wäre sicherlich eine super Alternative, aber die Verbindung nach Zürich dauert von dort fast 1 Stunde länger und die habe ich heute leider nicht zur Verfügung. Wer dagegen ausreichend Zeit hat und mit den Öffentlichen unterwegs ist, sollte sich diesen Abstieg unbedingt vorher anschauen und ggf. von dort nach Hause fahren.

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Nach einer ausgiebigen Pause mache ich mich dann aber doch auf den Rückweg, da ich die Abfahrtszeit vom Postauto im Blick habe, welches nur stündlich verkehrt. Nur ungern verlasse ich diesen friedlichen Platz und bin mir sicher, das sich auf jeden Fall mal im Sommer wiederkommen werde, um den Schibengütsch zu erklimmen.

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Der Abstieg geht natürlich viel schneller von statten als der steile Aufstieg und so bin ich nach ungefähr 90 Minuten bereits wieder am Ausgangspunkt der Tour, wo das Postauto mich wieder zum Zug bringt.

Tipp: Unbedingt auf dem markierten Weg bleiben. Das Karstgebiet weist hier tiefe Höhlen und Furchen auf, die durch den Schnee nicht sichtbar sind.

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Bist Du an weiteren Schneeschuhtouren interessiert? Ich habe eine Liste der schönsten Schneeschuhwanderungen in der Umgebung von Zürich zusammengestellt.

ECKDATEN

Dauer4:30 Stunden
Höhenunterschied↗ 767m ↘ 767m
Schwierigkeittechnisch einfach, konditionell ist die Tour aufgrund der Steilheit und der Höhenmeter anspruchsvoll
Länge11.4 km
LageKanton Luzern
Genaue RouteSörenberg (Hirsegg) – Chlushütte – Sörenberg (Hirsegg)
Tour durchgeführt imDezember 2023
Geeignet für KinderFür ältere Kinder geeignet.
Buchempfehlung für weitere Schneeschuhtouren in der SchweizDas grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz

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