Wanderung Brienzer Rothorn (2350m) – Planalp (1341m)

Wanderung Brienzer Rothorn (2350m) – Planalp (1341m)

mittel | 2:30 h | 7.2 km | ↑ 149 Hm ↓ 1057 Hm

Nach einer erlebnisreichen Fahrt mit der Brienzer Rothornbahn erklimmen wir den Gipfel des Schöngütsch mit einem tollen 360-Grad-Panorama. Von dort geht es zurück zur Bergbahn, um zum Gipfel des Brienzer Rothorns zu wandern. Ab hier geht es dann einfach, aber lang bergab über 1000 Höhenmeter bergab bis zur Mittelstation Planalp. Relativ einsame Wanderung, von welcher man die Brienzer Rothornbahn immer wieder bewundern kann. Ein tolles Fotomotiv – nicht nur für Bahnfans!

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Fahrt mit der Brienzer Rothornbahn – was für ein Erlebnis!

 

Ich bin mit meinem 12-jährigen Sohn auf einem Wanderwochenende im Berner Oberland unterwegs. Während wir am ersten Tag zur Bächlitalhütte vom SAC gewandert sind, wollen wir am zweiten Tag zum Brienzer Rothorn hochfahren und runterlaufen.

Wir übernachten im empfehlenswerten Hotel Weisses Kreuz, welches direkt in Bahnhofsnähe liegt mit Blick auf die Brienzer Rothornbahn. Bereits am Abend können wir von unserem Fenster zusehen, wie die Züge ankommen und fürs Depot vorbereitet werden. Alternativ können wir auch den Camping Aaaregg am Brienzer See empfehlen, der direkt am See liegt und einen herrlichen Blick bietet.

Nach einem feinen Frühstück deponieren wir unser überschüssiges Gepäck im Hotel und laufen zur Bahnstation. Wir irren ein wenig herum, bis wir den Eingang finden und verlieren dadurch ein paar Minuten. Hier hätte es sich gelohnt, doch etwas früher aufzustehen, denn die Plätze am „Fenster“ sind schon die besten. So müssen wir uns mit Plätzen in der Mitte zufrieden geben. Reserviert haben wir den Zug bereits einige Tage im Voraus und dies ist auch unbedingt empfehlenswert, da der Zug einerseits (vor allem am Wochenende) sehr beliebt ist und andererseits die Sitzplätze limitiert sind. 

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Und dann geht es bereits los und der nostalgische Zug tuckelt gemütlich den Berg hoch. Ich hatte diese Fahrt bereits einmal vor ungefähr 12 Jahren unternommen – damals war mein Sohn noch im Tragetuch. Heute sitzt er mir aufgeregt gegenüber und freut sich als großer Zugfan über unseren Ausflug. Die Wagen sind im Cabrio-Format offen gehalten und ein wirklich spezielles Erlebnis. Während wir anfänglich noch durch Wohngebiete fahren, wechselt dies bald zu einem Wald.

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Immer wieder erheischen wir einen Blick auf den Brienzer See, der türkis unter uns schimmert. Je höher wir kommen, umso eindrücklicher wird der Blick auf den See und das Berner Oberland. Hinzu kommt das satte Grün der uns ungebenden Wiesen und im Hintergrund der weltbekannte Brienzer Grat. Diese Wanderung ist denjenigen vorbehalten, die komplett schwindelfrei sind.

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Die Bahn spuckt uns zusammen mit zahlreichen anderen Fahrgästen hier oben aus – die wenigsten sind Wanderer und so sieht man hier allerlei interessantes Schuhwerk.

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Der erste Gipfel des Tages – der Schöngütsch (2330m)

 

Um noch ein kleines Gipfelerlebnis zu haben und den Massen etwas zu entkommen, wandern wir zuerst zum Schöngütsch hoch, einem nahegelegenen Gipfel, der in ca. 15 Minuten erreicht ist. Das letzte Stück der Wanderung wird doch dann tatsächlich ein wenig anspruchsvoll und so läuft man hier besser hinter den Kindern, um diese unterstützen zu können. Auf dem Gipfel steht neben einem prächtigen Gipfelkreuz auch eine herrliche Bank. Obwohl man hier oben einen fantastischen Blick in alle Richtungen hat, kommt bei uns kein richtiges Gipfelerlebnis auf, zumal wir ja mit der Bahn hochgefahren sind. Lohnenswert ist der Schöngütsch aber auf jeden Fall und für die Geocacher unter euch hat es auch eine Dose am Gipfelkreuz.

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Beim Abstieg zurück zur Bahnstation gibt es ein kleines, steiles Stück, welches mit Stöcken gut überwunden werden kann. Kinder können hier an die Hand genommen werden, so dass diese Stelle schnell überwunden ist.

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Auf geht’s zum Gipfel des Brienzer Rothorns  (2350m)

 

Nachdem wir wieder zurück an der Bahnstation sind, möchte ich mir natürlich noch den Gipfel des Brienzer Rothorns anschauen. Mein Sohn hat keine Lust auf einen 2. Gipfel und so wartet er geduldig bei der Aussichtsterrasse des Restaurants. Die Wanderung zum Aussichtspunkt hätte sich aber wahrlich für ihn gelohnt – es hat auf halben Weg eine sehr coole Hängeschaukel, die an einem überdimensional großen Steinbockgeweih befestigt ist.

Der Gipfel des Brienzer Rothorns ist schnell erreicht. Die letzten Meter geht es zwar steil bergauf, so dass der Herzschlag etwas erhöht wird. Der Weg ist jedoch breit und einfach, so dass hier auch Anfänger problemlos hochlaufen können.

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Das 360-Grad-Panorama vom Gipfel ist wirklich eindrücklich, vor allem an einem Tag wie heute mit relativ klarem Weitblick. Auf der einen Seite zeigen sich Rigi, Pilatus und Titlis, während auf der anderen Seite Eiger, Mönch und Jungfrau sichtbar sind. Ich habe gelesen, dass bei guter Sicht 693 Gipfel sichtbar sind! 

Wer möchte, kann hier oben nicht nur einkehren, sondern sogar im Berghaus Rothorn Kulm übernachten und damit den Sonnenaufgang auf dem Brienzer Rothorn genießen. 

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Nachdem ich wieder zu meinem Sohn hinabgestiegen bin, starten wir unsere Wanderung entlang der Brienzer Rothornbahn. Der Weg führt an zahlreichen Blumenwiesen vorbei und ist als einfacher Wanderweg angelegt, der stetig bergab führt. Wanderstöcke sind schon empfehlenswert – einerseits für die Knie, andererseits gibt es aber auch 1-2 Wegabschnitte, die ein wenig schmaler und leicht abschüssig  sind und man die Stöcke dort gut einsetzen kann.

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An heutigen Tag ist auf dem Wanderweg nicht allzuviel los und so begegnen wir nur einigen Wanderern, die uns entgegen kommen. Ohne Kind hätte ich wohl auch eher diese Variante gewählt, aber so bin ich immerhin zu einer tollen Bahnfahrt gekommen.

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Bei der Wanderung nähert man sich immer wieder den Gleisen, bis wir sie schließlich überqueren. Wir lassen uns hier nieder und verspeisen unser mitgebrachtes Picknick. So können wir in aller Ruhe die Züge beobachten, die hier langsam den Berg hochschnaufen oder auch herunterfahren. Wir finden das sogar noch spannender als drinzusitzen!

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Ab Planalp (1341m) nehmen wir das Bähnli bergab

 

Bald schon erreichen wir die Alphütten von Greesgi (1566m), in dessen Nähe eine riesige Kuhherde grast. Was haben die doch für einen Blick hier oben! Danach erreichen wir den Milibach und laufen die letzten Minuten auf einem Fahrweg bis zur Planalp. Die letzten Meter ziehen sich in die Länge – immerhin ist die Wanderung mit 1000 Höhenmetern Abstieg zwar technisch einfach, aber konditionell noch anspruchsvoll.

Direkt an der Bahnstation hat es eine tolle Grillstelle inklusive Spielplatz. Wer möchte, könnte hier auch einkehren, bis die nächste Bahn kommt. Für die Rückfahrt haben wir keinen Platz reserviert und wir finden dieses Mal sogar einen Platz am „Fenster“. Von hier ist es dann nur noch eine relativ kurze Fahrt hinab nach Brienz. Wir holen unser restliches Gepäck im Hotel ab, genehmigen uns noch ein Eis am Kiosk und warten auf den Zug nach Hause. Wäre es heute noch wärmer gewesen, hätten wir auch Badesachen dabei gehabt. In Brienz gibt es nämlich eine empfehlenswerte Badi ganz in der Nähe des Bahnhofs.

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ECKDATEN

Dauer2:30 Stunden
Höhenunterschied↗ 149m↘ 1057m
Länge7.2 km
SchwierigkeitMittel, T2.
LageBerner Oberland
Genaue RouteBergstation Brienzer Rothorn – Schöngütsch – Brienzer Rothorn – Planalp
Tour durchgeführt imJuni 2022
Geeignet für KinderSehr gut für grössere Kinder geeignet. Technisch relativ einfach, aber mit 1000 Höhenmetern im Abstieg braucht es Kondition und Durchhaltewillen.

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