Schneeschuhwanderung Rothenthurm – Samstageren – Biberbrugg

Schneeschuhwanderung Rothenthurm – Samstageren – Biberbrugg

mittel | 4:35 h | 10.9 km | ↑ 504 Hm ↓ 597 Hm

Eine der eindrücklichsten Schneeschuhwanderungen, die ich je gemacht habe! Dies lag sicherlich am Neuschnee vom Vortag, aber auch an der einsamen Gegend, die nur von wenig anderen Wintersportlern frequentiert wird. Das Winterwunderland zwischen Rothenthurm und Einsiedeln gelegen ist ein absoluter Traum und sollte unbedingt von dir eingeplant werden. Lawinensicher und relativ einfach zu finden, sofern es bereits gespurt ist.

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Die ganzen Tag und auch die ganze Nacht hat es bei uns am Samstag in Zürich geschneit und da ja Wochende ist, nutze ich natürlich sofort die Gelegenheit am nächsten Tag, mit den Schneeschuhen in die Berge zu gehen. Es wird der für mich wohl schönste Schneeschuhtag werden, den ich jemals erleben durfte und noch immer gehen meine Gedanken zu diesem traumhaften Verhältnissen zurück. Während meine Familie noch schläft, bin ich bereits früh unterwegs, um die Wettervorhersage optimal auszunutzen und um auch entscheiden zu können, wie lang ich die Tour gestalten möchte. In der Gegend von Rothenthurm hat es nämlich unzählige Möglichkeiten für Schneeschuhtouren verschiedenster Länge und unterwegs kann man die Route dann auch meist noch anpassen.

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Den ersten Teil der Route haben wir bereits im letzten Jahr mit unseren Kindern unternommen, sind damals aber nicht so weit gekommen wie eigentlich geplant und mussten wegen sinkender Motivation der Kinder bei Ruchegg bereits umkehren. Ich steige in Rothenthurm aus und ein eisiger Wind pfeift mir um die Ohren. Ich bin überrascht, heute auf blauen Himmel zu treffen, da die Wettervorhersage gar keinen Sonnenschein vorhergesagt hatte. In Rothenthurm laufe ich noch einige Minuten an der Strasse entlang, bis links die Wegweiser zu den Schneeschuhpfaden abzweigen. Während anfänglich noch eine Spur zu finden ist, überhole ich schon bald meine beiden Vorspurer, da diese mit einem langsameren Tempo unterwegs sind (oder sind sie einfach cleverer als ich und warten, dass ich für sie spure?).

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Ich erkenne die Tour natürlich sofort wieder, aber es ist erstaunlich, wie unterschiedlich alles im Vergleich zum Vorjahr ausschaut, da es so viel mehr Schnee hat. Zwischendurch verliere ich die pinken Markierungen und ich folge einer Spur im Schnee. Irgendwann wundere ich mich über die Wegführung, da die Spur mitten durch den Wald führt. Bei genauerem Hinschauen erkenne ich, dass ich hier einer Tierspur folge und keiner Schneeschuhspur. Schliesslich aber lande ich dann doch wieder auf der Originalspur, auch wenn diese nur noch schwach zu erkennen ist. Hinter einer kleinen Hütte zweigt mein Weg nach links ab und es keine Spur mehr zu sehen. Ich sinke mit jedem Schritt ungefähr 50 cm ein – eine extrem anstrengende Angelegenheit. Ich bin froh, dass ich hier schon einmal gewesen bin und mich so leicht an die Route erinnern kann. Der Weg ist so sehr zugeschneit, dass man die Markierungen nur erahnen kann und sich zwischen den Bäumen durchschlängeln muss.

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Immer wieder zweifel ich daran, ob ich die Tour heute schaffen werde und ob es nach dem Neuschnee eine gute Idee war. Auf der anderen Seite habe ich selten so perfekten Pulverschnee erlebt und sehe es daher als perfektes Training.

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Ich komme mir vor wie im hohen Norden (sieht es so in Finnland aus?) und kämpfe mich weiter durch den Schnee. Völlig erschöpft erreiche ich Ruchegg und erblicke plötzlich die beiden Schneeschuhläufer, die ich vor 1 Stunde überholt hatte. Die beiden müssen wohl einen anderen, bereits gespurten Weg gegangen sein und sehen auch im Vergleich zu mir sehr entspannt aus. Am Gipfelgreuz räume ich die Bank frei und lege eine kurze Teepause ein. Dies war der Punkt, an dem unsere Kinder das letzte Mal gestreikt hatten und wir den Rückweg angetreten sind.

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Während der Pause überlege ich, ob ich hier nach rechts (Richtung Hochstuckli) oder links abbiegen soll. Beide Touren kenne ich noch nicht und geplant war heute eigentlich der Hochstuckli. Ich sehe allerdings eine Aufstiegsspur in Richtung Ahoren und ein paar andere Wintersportler sind gerade im Aufstieg. So entscheide ich mich spontant, diesen zu folgen und habe damit genau die richtige Entscheidung getroffen. Nach einem kurzen, aber knackigen Aufstieg erreiche ich eine riesige Grillstelle mit Picknickbänken und einem Grillrost – wow, das muss ein wunderschöner Platz auch im Sommer sein! Die meisten anderen Wintersportler steigen oder fahren von hier hinab in Richtung Einsiedeln. Ich aber folge der Spur am Waldrand, die mich auf einer Art Grat entlangführen wird.

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Ab hier erlebe ich den wohl magischsten Teil der gesamten Tour. Ich bin nun wieder alleine unterwegs und der Weg schlängelt sich durch den herrlich zugeschneiten Wald. Ich bin froh, dass bereits jemand vor mir gespurt hat. Ich hätte sonst keine Ahnung gehabt, wo der Weg langführt, da es weder Markierungen gibt noch der Weg zu offensichtlich ist. Mir kommt sogar ein Winterwanderer entgegen, der bis über die Knie einsinkt, sich aber tapfer den Weg hochkämpft. Er muss bereits mehrere Stunden in diesem Tiefschnee unterwegs sein, um an diesem Punkt zu gelangen.

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Nach dem Stück im Märchenwald erreiche ich eine kleine Lichtung und der Blick öffnet sich in Richtung Rothenthurm und Biberbrugg. Ich fühle mich wie im Märchen und kann die Schönheit der heutigen Route kaum fassen. Ich erreiche eine Linkskurve mit dem perfekten Aussichtspunkt auf Einsiedeln. Die Bank an diesem Ort ist jedoch so zugeschneit, dass ich hier keine Pause einlege – es wäre sonst der perfekte Ort dafür!

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Es folgt ein langer Abstieg auf einem Weg, der sich weiterhin durch den Wald schlängelt. Nach einem steilen Abstieg erreiche ich einen Forstweg (hier gäbe es eine Abkürzung nach Einsiedeln). Ich entscheide mich aber für den linken Weg, der in Richtung Hundswileren und Chatzenstrick führt. Ich möchte die Tour gerne noch verlängern und die perfekten Verhältnisse ausnutzen.

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Auf den Aussichtsberg Hundswilern führt ein steiler Aufstieg, der sich im Neuschnee als extrem anstrengend herausstellt. Dafür ist der 360-Grad-Blick vom Gipfel umwerfend und entschädigt für alle Anstrengungen.

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Ganz in der Nähe vom Gipfel hat es eine Scheune mit einer Bank davor, so dass ich hier die nächste Pause einlege.

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Die restliche Route führt steil bergab nach Chatzenstrick, einer Ansammlung einiger Häuser und Ställe. Nach dem letzten Abstieg erreiche ich eine Ebene, die ich überquere, bis ich eine Strasse erreicht habe. Ich schnalle die Schneeschuhe ab und laufe die letzten Meter neben der Strasse, überquere die Gleise und habe den Bahnhof Biberbrugg erreicht. Erschöpft, aber unglaublich glücklich von all den Eindrücken des heutigen Tages stopfe ich mich in den vollen Zug und mache mich auf den Heinweg.

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Bist Du an weiteren Schneeschuhtouren interessiert? Ich habe eine Liste der schönsten Schneeschuhwanderungen in der Umgebung von Zürich zusammengestellt.

ECKDATEN

Dauer4:35 Stunden
Höhenunterschied↗ 504m ↘ 597m
Schwierigkeittechnisch einfach, konditionell bei Neuschnee anspruchsvoll
Länge10.9 km
LageKanton Schwyz
Genaue RouteRothenturm – Ahoren – Samstageren – Biberbrugg
Tour durchgeführt imDezember 2023
Geeignet für KinderTeilabschnitte können problemlos mit Kindern begangen werden, die ganze Tour ist zu lang für sie.
Buchempfehlung für weitere Schneeschuhtouren in der SchweizDas grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz

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