Graubünden Schneeschuhsafari: Vier Tage Schneeschuhwandern durch die Alpen
Silvie Kommentare 0 Kommentare
Vier Tage Schneeschuhwandern, vier komplett unterschiedliche Landschaften – und dazwischen nur du, der Schnee und diese besondere Ruhe, die du im Winter nur abseits der Skipisten findest. Du startest im ruhigen Sedrun, wanderst durch die spektakuläre Bergwelt rund um Flims, ziehst deine Spur über die weiten Hochflächen am Dreibündenstein und beendest das Ganze in der stillen Landschaft des Surses.
Vier Tage, die sich komplett unterschiedlich anfühlen – und genau deshalb lange hängen bleiben.
Die Schneeschuhsafari durch Graubünden ist keine klassische Durchquerung. Statt von A nach B zu laufen, springst du zwischen Regionen – und genau das macht den Reiz aus. Graubünden Tourismus hat eine neue Form des Schneeschuhwanderns ins Leben gerufen, die es ermöglicht, deutlich mehr vom Kanton Graubünden zu entdecken. Bislang waren mehrtägige Schneeschuhtouren meist nach einem von zwei bekannten Mustern aufgebaut: Entweder man übernachtet fest in einem Hotel und startet von dort aus zu verschiedenen Tagestouren, oder man ist mehrere Tage unterwegs und wandert von Unterkunft zu Unterkunft – bleibt dabei jedoch in derselben Region.
Mit diesem neuen Ansatz eröffnet sich nun eine außergewöhnliche Variante des Schneeschuhlaufens. Der Begriff „Safari“ beschreibt das Konzept dabei ziemlich treffend, denn es geht darum, unterwegs zu sein, verschiedene Gebiete zu durchqueren und die Vielfalt der Landschaft auf eine ganz neue Art zu erleben.
Die Originalroute umfasst 5 Etappen – auf meinem Blog stelle ich dir die ersten 4 Etappen dieser Safari vor.
Ausserdem habe ich dir Tipps für die Organisation zusammengefasst und auch eine Übersicht über Kosten und Gepäck.
Ein paar Zahlen (4-Tages-Variante)
- Aufstieg: 2600 Meter Höhenunterschied
- Abstieg: 2500 Meter Höhenunterschied
- Gesamtstrecke: 49.2 km
- Gesamtdauer: 20:20 Stunden Gehzeit
- Anzahl Schneeschuhtage: 4
Die genaue Route
| Tag | Ausgangspunkt | Endpunkt | Strecke | Aufstieg | Abstieg | Dauer |
| 1 | Sedrun | Disentis | 18.1 km | 577 HM | 854 HM | 6:15 Stunden |
| 2 – Tour 1 | Nagens | Grauberg | 5 km | 320 HM | 320 HM | 2:00 Stunden |
| 2 – Tour 2 | Cassons | Oberer Segnesboden | 4 km | 200 HM | 200 HM | 2:00 Stunden |
| 3 | Brambrüesch | Feldis | 9.5 km | 651 HM | 273 HM | 4:30 Stunden |
| 4 | Salouf | Munter | 12.6 km | 790 HM | 790 HM | 5:35 Stunden |
| Summe | 49.2 km | 2583 HM | 2437 HM | 20:20 Stunden |
An- und Abreise
Am besten reist du ohne Auto an. Die Schneeschuhsafari ist so organisiert, dass du während der vier Tage sowieso mit Bahn und Postauto unterwegs bist. So sparst du dir Parkplatzsorgen, bist flexibel und kannst dich voll auf die Tour konzentrieren.
Wenn du dennoch mit dem Auto anreist, solltest du es am besten in Chur stehen lassen. Von dort aus kommst du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu allen Startpunkten der Etappen – und vermeidest unnötigen Stress mit wechselnden Parkplätzen in den Bergorten.
Wir sind problemlos mit den Öffentlichen angereist – wie immer in der Schweiz mit pünktlichen und zuverlässigen Anschlüssen.
Mögliche Einstiegs- und Ausstiegspunkte der Tour
Die beschriebenen Etappen sind Tagestouren, die du auch unabhängig voneinander durchführen kannst.
Kosten
Die Tour ist all-inclusive über Tour Explorer buchbar:
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Hotelübernachtungen
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Gepäcktransport
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ÖV-Tickets für Transfers zwischen den Etappen (Graubünden Pass)
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App mit Routenunterlagen
Verpflegung
In den Hotels ist das Frühstück immer inklusive. Wir haben außerdem überall die Halbpension genutzt und uns abends kulinarisch verwöhnen lassen – das kann ich dir ebenfalls sehr empfehlen. So musst du nach einem langen Wandertag nicht noch nach einem Restaurant suchen und hast keine langen Wege mehr. Nach mehreren Stunden Schneeschuhwandern wirst du froh sein, einfach direkt ins Hotelrestaurant gehen zu können.
Mittags gibt es auf den meisten Etappen keine Einkehrmöglichkeiten, daher solltest du dir ein Picknick mitnehmen. In allen Etappenorten gibt es aber Einkaufsmöglichkeiten, und alternativ kannst du über den Anbieter auch ein Lunchpaket dazubuchen.
Wasser
Wasser kann unterwegs fast nie aufgefüllt werden. Wir sind im Winter jeweils mit einer 1-Liter-Thermoskanne mit Tee unterwegs, die bei den beschriebenen Etappen ausreichend war.
Beste Jahreszeit
Die Schneeschuhsafari Graubünden eignet sich am besten von Dezember bis März, wenn die Schneedecke stabil ist und die Winterlandschaft ihren vollen Reiz entfaltet. In dieser Zeit sind die Routen schneesicher und die Landschaft präsentiert sich in strahlendem Weiß.
Die besuchten Unterkünfte
Die Unterkünfte, in denen ich übernachtet habe, werden in den jeweiligen Etappenbeschreibungen ausführlich vorgestellt und mit Fotos ergänzt. Ich kann dir alle Unterkünfte wärmstens empfehlen!
Tag 1: Hotel Bellevue, Flims
Tag 2: Hotel Stern, Chur
Tag 3: Aves Hotel, Savognin
Packliste
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Schneeschuhe + Stöcke + Gamaschen
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Winterfeste Kleidung (Schichtenprinzip)
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Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille
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Sonnenschutz
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Thermoskanne, Snacks
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ggf. Lawinenausrüstung bei Varianten abseits der Hauptrouten
Signalisation
Die Routen der Schneeschuhsafari sind überwiegend gut markiert, dennoch lohnt es sich, GPX-Tracks mitzunehmen. Besonders bei wechselnder Schneelage oder in weniger frequentierten Abschnitten helfen sie dir, immer auf dem richtigen Weg zu bleiben.
Zusätzlich kannst du die Tourkarten von Outdooractive oder Tour Explorer nutzen, um Orientierungspunkte, Hütten und Etappenorte im Blick zu behalten. So bist du jederzeit sicher unterwegs – auch wenn die Spuren im frischen Schnee schnell verschwinden.
Anspruch/Schwierigkeit
Die Schneeschuhsafari Graubünden ist technisch eher einfach und stellt keine alpinen Herausforderungen. Entscheidend ist jedoch die Kondition, insbesondere am ersten Tag: Die Etappe in Sedrun erfordert eine sehr gute Ausdauer, da die Strecke lang ist und einige Höhenmeter zu bewältigen sind.
In den folgenden Tagen verteilen sich die Anstrengungen etwas gleichmäßiger, dennoch solltest du über eine solide Grundfitness verfügen, um die täglichen Etappen entspannt genießen zu können. Wer ausreichend trainiert ist, wird mit spektakulären Winterlandschaften, Ruhe und einem intensiven Naturerlebnis belohnt.
Tag 1: Sedrun - Disentis
Anspruchsvoller Auftakt mit Höhenmetern, Natur pur und Besuch der Alp Pazzola
Tag 2: Flims Grauberg
2 kurze, alpine Etappen mit beeindruckender Kulisse in der Tektonikarena Sardona
Tag 3: Brambrüesch - Feldis
Weite Hochflächen und Besuch vom Dreibündenstein. Panorama über drei Regionen mit Einkehr in Skihütte Feldis.
Tag 4: Salouf - Munter
Abschlusswanderung in ruhiger, weitläufiger Winterlandschaft mit traumhaften Aussichten.