Schneeschuhsafari Graubünden: Tag 2 Flims – Grauberg – Oberer Segnesboden

Schneeschuhsafari Graubünden: Tag 2 Flims – Grauberg – Oberer Segnesboden

trekking

WT1

195m

195m

1:50

Dez-Mär

4.4km

Nach der langen Etappe am Vortag sieht das offizielle Programm unserer Schneeschuhsafari heute eigentlich eine eher kurze Tour vor. Verständlich – schließlich steckt uns der erste Tag noch ein wenig in den Beinen.

Wir entscheiden uns jedoch, den Tag leicht umzubauen. Und das würden wir auch jedem empfehlen, der hier unterwegs ist. Denn sonst verpasst man eines der spannendsten Naturhighlights der gesamten Region: die Landschaft rund um die Tektonikarena Sardona am Oberen Segnesboden.

Außerdem haben wir heute das Glück, mit einem echten Experten unterwegs zu sein. Unser Guide ist Christian Suter, ein GeoGuide der Region. Er begleitet uns für einen Teil des Tages und erklärt uns die Geologie dieses besonderen Gebiets – verständlich, anschaulich und sogar mit kleinen Experimenten.

[Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Graubünden Ferien und Flims Laax Tourismus].
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Die Magic Line – wenn die Berge Kopf stehen

Die Tektonikarena Sardona gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Grund dafür ist eine geologische Besonderheit, die weltweit einzigartig sichtbar ist: die sogenannte Glarner Hauptüberschiebung, auch bekannt als „Magic Line“. 

Hier sind vor rund 10 bis 20 Millionen Jahren während der Alpenbildung ältere Gesteinsschichten über deutlich jüngere geschoben worden. Normalerweise liegt in der Geologie das ältere Gestein unten und das jüngere oben. In dieser Region ist es genau umgekehrt – die Berge stehen gewissermaßen „auf dem Kopf“. Die sichtbare Grenze zwischen diesen beiden Schichten ist die Magic Line.

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Im Sommer erkennt man sie als deutliches Band im Fels: oben dunkler Verrucano, ein rund 250 bis 300 Millionen Jahre altes Gestein, darunter hellere, etwa 35 bis 50 Millionen Jahre alte Kalk- und Flyschschichten.

Im Winter ist diese Linie gut zu erkennen, wenn Schnee liegt, da die Schicht sich dann deutlich zeigt. Wenn man genau hinschaut, sieht man sie als feine dunkle Linie im Felsband, das sich quer durch die Bergflanken zieht. Besonders gut lässt sich dieses geologische Phänomen in der Region rund um den Segnesboden beobachten. Genau dorthin sind wir heute unterwegs.

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Mit der neuen FlemX-Bahn in die Höhe

Wir treffen Christian am Morgen an der Talstation der Bergbahnen in Flims. Gemeinsam steigen wir in die neue FlemXpress. Die Bahn wurde erstmals im Dezember 2023 eröffnet und verbindet das Tal in mehreren Sektionen mit den höher gelegenen Stationen Richtung Segnes, Nagens und Cassons. Technisch ist der FlemXpress etwas Besonderes: Er funktioniert nach einem sogenannten „Ropetaxi“-Prinzip. Anders als bei klassischen Gondelbahnen fahren die Kabinen nicht einfach permanent im Kreis. Stattdessen wählt man vor dem Einsteigen sein Ziel aus, und die Gondel bringt einen direkt dorthin.

Die Kabinen bieten Platz für etwa zehn Personen. Insgesamt sind über hundert Gondeln im System unterwegs, wodurch eine hohe Kapazität erreicht wird und Wartezeiten meist kurz bleiben. Ein weiterer Vorteil: Die Kabinen halten in den Stationen komplett an, sodass man bequem einsteigen kann.

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Für die Region bedeutet die Bahn vor allem eines: Sie erschließt die hochalpine Landschaft rund um die Tektonikarena Sardona wieder deutlich einfacher. Während wir langsam an Höhe gewinnen, öffnet sich der Blick immer weiter über die verschneiten Berge der Surselva – ein ziemlich beeindruckender Start in den zweiten Schneeschuhtag.

Unsere Fahrt führt über mehrere Stationen bis nach Nagens Sura. Während wir langsam an Höhe gewinnen, öffnet sich der Blick immer weiter über die verschneiten Berge der Surselva.

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Schneeschuhtour am Grauberg

An der Station Nagens Sura starten wir auf dem markierten Schneeschuhtrail Grauberg. Die Route ist technisch relativ einfach, hat aber trotzdem einige Höhenmeter zu bewältigen.

Zu Beginn bewegen wir uns noch in der Nähe der Skipisten. Doch schon nach kurzer Zeit verlassen wir das Skigebiet und tauchen in eine ruhigere Landschaft ein. Der Weg führt über sanfte Hänge und kleine Geländestufen.

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Bald laufen wir oberhalb des unteren Segnesbodens entlang. Von hier oben hat man einen fantastischen Blick über die weite Ebene und die umliegenden Berge.

Christian bleibt immer wieder stehen und erklärt uns, was wir hier sehen. Plötzlich wirkt die Landschaft ganz anders. Die Felsen erzählen Geschichten von Millionen Jahren Erdgeschichte.

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Kleine Geologie-Experimente im Schnee

Am Ende der Tourenschleife legen wir eine längere Mittagspause ein. Doch statt einfach nur Brotzeit zu machen, wird unser Rastplatz plötzlich zum kleinen Geologie-Labor. Christian holt verschiedene Steine aus seinem Rucksack und beginnt, sie mit einem kleinen Hammer aufzuschlagen. Der Grund: An einer frischen Bruchstelle erkennt man die Struktur des Gesteins deutlich besser.

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Dann kommt eine kleine Flasche mit Säure zum Einsatz – verdünnte Salzsäure. Ein klassischer Test in der Geologie.

Als er die Säure auf ein Stück Kalkstein träufelt, passiert sofort etwas: Das Gestein beginnt zu schäumen und kleine Bläschen steigen auf. Die Säure reagiert mit dem im Kalk enthaltenen Calciumcarbonat und setzt dabei Kohlendioxid frei.

Ein einfacher Versuch – aber unglaublich anschaulich. Mitten im Schnee stehen wir also, beobachten sprudelnde Steine und lernen ganz nebenbei eine Menge über die Entstehung der Alpen.

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Nach der ersten Tour kehren wir zurück zur Station, verabschieden uns von Christian und fahren mit der Bahn weiter hinauf Richtung Cassons.

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Tipp: Wenn du auch mit einem Geoguide unterwegs sein möchtest, findest du mehr Informationen auf der Webseite der Geoguides Sardona. Dort findest du auch die Kontaktangaben von Christian Suter, der uns begleitet hat und den ich wärmstens empfehlen kann!

ECKDATEN

Dauer1:55 Stunden
Höhenunterschied↗ 224m ↘ 224m
Länge4.4 km
SchwierigkeitEinfach, WT1
LageKanton Graubünden
Genaue RouteNagens – Grauberg – Nagens
Tour durchgeführt imMärz 2025
Geeignet für KinderJa, ab ca. 6 Jahren. Sehr einfacher Schneeschuhtrail.
Tourenanbieter SchneeschuhsafariSchneeschuhsafari Graubünden, Tour Explorer
Buchempfehlung für weitere Schneeschuhtouren in der SchweizDas grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz

Weiterfahrt nach Cassons

Nach der ersten Tour kehren wir zurück zur Station und fahren mit der Bahn weiter hinauf Richtung Cassons.

Hier oben verändert sich die Atmosphäre sofort.

Während unten im Skigebiet noch reger Betrieb herrscht, sind wir hier fast alleine. Ein paar Freerider ziehen ihre Spuren in den Schnee, und in der Ferne entdecken wir einige Skitourengeher. Ansonsten gehört die Landschaft uns.

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Die Schneeschuhtour, die wir hier planen, ist offiziell nicht immer geöffnet. Deshalb sollte man sich unbedingt vorher an der Talstation über die aktuelle Situation informieren. Wir haben zusätzlich einen Blick auf die Lawinenlage geworfen und uns die Karte genau angeschaut.

Die Bedingungen passen heute – und wir halten uns bewusst von steilen Hängen fern.

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Eine absolut traumhafte Winterlandschaft

Landschaftlich ist diese Tour das Highlight des Tages.

Die gesamte Landschaft wirkt wie in Watte gepackt. Alles ist weiß. Kein Fels, kein Gras, keine Spuren – nur eine weite, sanfte Schneelandschaft, die sich bis zum Horizont zieht.

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Die Route führt etwa zwei Stunden durch dieses stille Hochgebirge. Und das Erstaunliche: Wir treffen unterwegs keinen einzigen Menschen.

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Der Wind hat sich komplett gelegt, und die Sonne wärmt inzwischen kräftig. Es wird sogar so warm, dass wir im kurzen T-Shirt unterwegs sind – mitten im Winter auf über 2000 Metern Höhe.

Ein ziemlich surrealer Moment.

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Einkehr in der Segneshütte

Am Ende der Tour geht es wieder bergab Richtung Segneshütte.

Die Hütte liegt spektakulär oberhalb des Segnesbodens und ist ein beliebter Stützpunkt für Wanderer, Schneeschuhgänger und Skitourengeher. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die umliegenden Berge.

Unbedingt sollte man auch einen kurzen Abstecher in das kleine verglaste Informationshäuschen neben der Hütte machen. Dort wird anschaulich erklärt, wie die Tektonikarena Sardona entstanden ist und warum dieses Gebiet geologisch so besonders ist.

Danach geht es mit der Bahn zurück ins Tal. Wichtig: Die letzte Talfahrt sollte man unbedingt im Blick behalten – sonst kann der Heimweg deutlich länger werden als geplant.
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Weiterreise nach Chur

Zurück in Flims holen wir unser Gepäck im Hotel ab und fahren anschließend weiter nach Chur.

Unsere Unterkunft für diese Nacht ist das Hotel Stern Chur. Das traditionsreiche Haus liegt mitten in der Altstadt und gehört zu den ältesten Hotels der Schweiz. Die Zimmer verbinden historischen Charme mit modernem Komfort, und die Atmosphäre ist angenehm persönlich.

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Am Abend erwartet uns ein Vier-Gänge-Menü im hoteleigenen Restaurant. Der Service ist superfreundlich und aufmerksam, das Essen schmeckt hervorragend – genau das Richtige nach einem langen Tag draußen in den Bergen.

Auch heute fallen wir ziemlich müde ins Bett. Zwei Schneeschuhtouren, viele neue Eindrücke und jede Menge spannende Geschichten über die Entstehung der Alpen – der zweite Tag unserer Schneeschuhsafari war genauso intensiv wie beeindruckend.

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Hier geht es zu den anderen Etappen unserer 4-tägigen Schneeschuh-Safari durch Graubünden.

ECKDATEN

Dauer1:50 Stunden
Höhenunterschied↗ 195m ↘ 195m
Länge4.4 km
SchwierigkeitEinfach, WT1
LageKanton Graubünden
Genaue RouteCassons – Oberer Segnesboden – Cassons
Tour durchgeführt imMärz 2025
Geeignet für KinderJa, ab ca. 8 Jahren. Technisch einfach, aber am Ende ein steiler Anstieg.
Tourenanbieter SchneeschuhsafariSchneeschuhsafari Graubünden, Tour Explorer
Buchempfehlung für weitere Schneeschuhtouren in der SchweizDas grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz

Offenlegung: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Graubünden Ferien und Flims Laax Tourismus. Dennoch bleiben meine persönlichen Meinungen, Ansichten und Ratschläge unverändert, da der Tourismusverband keine Einflussnahme auf die Berichterstattung ausgeübt hat.

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