Schneeschuhsafari Graubünden: Tag 4 Salouf – Munter
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WT2
790m
790m
5:35
Dez-Mär
12.6km
Die Schneeschuhtour von Salouf hinauf nach Munter ist unsere letzte Etappe auf einer viertägigen Schneeschuh-Safari durch Graubünden. Vier Tage unterwegs im Winter, vier ganz unterschiedliche Touren – und heute schließt sich der Kreis. Diese Etappe kommt leiser daher als die vorherige – und wirkt genau deshalb so lange nach. Nach den weiten Panoramen am Vortag tauchen wir heute tief in die winterliche Ruhe der Wälder ein, bevor sich oben plötzlich wieder alles öffnet.
Ein Morgen, wie man ihn sich wünscht
Wir haben unglaublich gut geschlafen im Hotel Aves. Die Eindrücke des Vortags stecken uns noch in den Knochen, aber genau diese angenehme Müdigkeit gehört zu so einer Tour einfach dazu.
Beim Frühstück lassen wir uns Zeit. Das Buffet ist wieder genauso überzeugend wie am Abend zuvor – frische Produkte, eine große Auswahl und dieser entspannte Start in den Tag, den man sich auf so einer Schneeschuh-Safari einfach wünscht. Der Blick aus dem Fenster zeigt uns bereits einen stahlblauen Himmel und wir freuen uns unheimlich auf den 4. Tag in Folge mit Sonnenschein – Graubünden verwöhnt uns mit dem Wetter!
Mit gepackten Rucksäcken machen wir uns schließlich auf den Weg zur Postautohaltestelle in Savognin. Heute steht die letzte Etappe unserer Tour an.
Ein kleiner Unterschied zur offiziellen Route: Wir sind nur vier Tage unterwegs und lassen die fünfte Etappe aus. Deshalb nehmen wir unser Gepäck selbst mit und dürfen es am Ausgangspunkt der heutigen Tour deponieren. Wenn du die komplette Originaltour gehst, wird dein Gepäck übrigens organisiert weitertransportiert – ein ziemlich komfortabler Service.
Postautofahrt nach Salouf
Im Dorf begegnen uns bereits die ersten Skifahrer. Die Sonne scheint, der Himmel ist klar – es ist einer dieser perfekten Wintertage, an denen alles möglich scheint.
Nach etwa 30 Minuten im Postauto erreichen wir Salouf. Ein ruhiger Ort, fast ein wenig verschlafen – genau das macht den Charme aus.
Im Hotel Restaurant Alpina dürfen wir unser Gepäck abstellen. Ein kurzer Austausch, ein freundliches Lächeln – und schon stehen wir wieder draußen, bereit für die letzte Etappe.
Durch den stillen Winterwald
Zu Beginn tragen wir die Schneeschuhe noch am Rucksack. Doch lange dauert es nicht, bis der Schnee einsetzt – und wir in unseren gewohnten Rhythmus wechseln.
Der Weg führt zunächst tief hinein in den Wald. Und genau das prägt diesen ersten Abschnitt der Tour.
Die Spur schlängelt sich durch dichte Nadelwälder, vorbei an verschneiten Lichtungen und immer wieder leicht ansteigend. Es ist kein spektakulärer Start im klassischen Sinne – keine weiten Ausblicke, keine dramatischen Gipfel. Stattdessen ist es die ruhige, gleichmäßige Bewegung durch den Wald, die diese Passage so besonders macht.
Der Schnee dämpft jedes Geräusch. Nur das Knirschen unter unseren Schneeschuhen begleitet uns. Ab und zu fällt ein wenig Schnee von den Ästen, ansonsten ist es still.
Die Steigung ist angenehm konstant. Nie zu steil, aber stetig genug, um warm zu werden. Genau diese Art von Anstieg lässt einen in einen fast meditativen Zustand kommen – Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug.
Immer wieder öffnen sich kleine Fenster zwischen den Bäumen, die kurz den Blick ins Tal freigeben. Doch meist bleiben wir im Schutz des Waldes.
Immer wieder öffnen sich kleine Fenster zwischen den Bäumen, die kurz den Blick ins Tal freigeben. Doch meist bleiben wir im Schutz des Waldes.
Munter – ein Logenplatz im Val Surses
Und dann, ganz plötzlich, lichtet sich der Wald. Wir treten hinaus auf eine offene Fläche – und blicken auf Munter, eine kleine Ansammlung von Häusern und Alphütten.
Der Kontrast könnte kaum größer sein. Nach der stillen Enge des Waldes öffnet sich hier eine weite, sonnige Hochfläche. Die Aussicht ist beeindruckend. Unter uns liegt das Tal von Surses, mit seinen verstreuten Dörfern und den sanften Linien der Landschaft. Dahinter erheben sich die verschneiten Gipfel – klar gezeichnet gegen den Himmel.
Hier oben ist es ruhig, aber nicht still. Der Wind ist spürbar, die Sonne kräftig. Es ist ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird. Wir suchen uns einen Platz für unsere Mittagspause. Rucksäcke abstellen, in die Sonne setzen, durchatmen. Genau für solche Momente sind wir unterwegs. Es ist warm genug, um ohne Jacke zu sitzen. Wir genießen die Aussicht, lassen den Blick schweifen und verlieren ein wenig das Zeitgefühl.
Der abwechslungsreiche Abstieg
Irgendwann brechen wir wieder auf. Der Rückweg führt uns nicht auf derselben Route zurück, sondern auf einer alternativen Strecke bergab.
Und die hat es in sich – im positiven Sinne. Der obere Abschnitt ist überraschend abwechslungsreich. Der Weg führt durch offenes Gelände, dann wieder durch locker bewaldete Passagen. Immer wieder gibt es kleine Geländestufen, Richtungswechsel und Passagen, die etwas Aufmerksamkeit erfordern.
An der einen oder anderen Stelle wird es sogar ein wenig spannend – nicht schwierig, aber so, dass man konzentriert bleibt und den Weg bewusst wahrnimmt.
Zwischendrin stellen wir fest, dass die aktuelle Routenführung leicht von unserem GPX-Track abweicht. Das ist hier oben nichts Ungewöhnliches. Die Schneeschuhtrails werden je nach Bedingungen neu markiert.
Wenn du also mit dem gpx-Track unterwegs bist (und das würde ich dir für diese Tour unbedingt empfehlen!) wundere dich nicht, wenn die Spur nicht exakt übereinstimmt. Wichtig ist, den Markierungsstangen zu folgen – sie geben die aktuelle, sichere Route vor.
Allein unterwegs im unteren Abschnitt
Je weiter wir absteigen, desto ruhiger wird es. Spuren im Schnee werden seltener, irgendwann sind wir komplett allein unterwegs. Es wirkt fast so, als würden nur wenige diese Variante zurück nach Salouf wählen.
Gerade im unteren Abschnitt ist Aufmerksamkeit gefragt. Ohne vorhandene Spuren ist es umso wichtiger, die Markierungen im Blick zu behalten. Sie führen zuverlässig durch den Wald und über offene Flächen zurück ins Tal.
Diese Einsamkeit hat aber auch ihren ganz eigenen Reiz. Kein Trubel, keine anderen Gruppen – nur wir, der Schnee und die Landschaft.
Die letzten Kilometer zurück nach Salouf
Die letzten Kilometer verlaufen schließlich auf einer Fahrstraße. Im Sommer vermutlich unspektakulär – im Winter jedoch eine angenehme, gleichmäßige Passage.
Die Straße ist größtenteils schneebedeckt und nicht befahren. So können wir entspannt nebeneinander laufen und die letzten Meter genießen. Die Schneeschuhe haben wir schon vor einer Weile auf den Rucksack geschnallt.
Langsam tauchen die ersten Häuser von Salouf auf. Ein Zeichen dafür, dass sich der Kreis heute schließt.
Zurück im Alpina
Bevor wir weiterreisen, kehren wir noch einmal im Hotel Restaurant Alpina ein. Ein guter Entscheid – denn das Postauto fährt im Winter nur alle zwei Stunden. Zeit genug also, um anzukommen.
Wir setzen uns, bestellen etwas zu trinken und kommen mit dem Wirt ins Gespräch. Er stammt ursprünglich aus Italien und genießt die Ruhe der Zwischensaison. Bald wird es hier wieder lebhafter werden – doch gerade jetzt hat der Ort eine besondere Gelassenheit.
Wir bedanken uns, dass wir unser Gepäck hier deponieren durften. Solche kleinen Gesten machen eine Tour oft erst richtig rund.
Ein ruhiger Abschluss eines besonderen 4-tägigen Abenteuers
Als wir schließlich wieder im Postauto sitzen, blicken wir auf vier intensive Tage zurück. Vier Etappen, vier unterschiedliche Landschaften – und unzählige Eindrücke.
Diese letzte Tour war vielleicht die ruhigste. Aber genau das macht sie zu einem perfekten Abschluss.
Hier geht es zu den anderen Etappen unserer 4-tägigen Schneeschuh-Safari durch Graubünden.
ECKDATEN
| Dauer | 5:35 Stunden |
| Höhenunterschied | ↗ 790m ↘ 790m |
| Länge | 12.6 km |
| Schwierigkeit | Einfach, WT2 |
| Lage | Kanton Graubünden |
| Genaue Route | Salouf – Munter – Del – Salouf |
| Tour durchgeführt im | März 2025 |
| Geeignet für Kinder | Besser nicht. Langer Aufstieg mit vielen Höhenmetern. |
| Tourenanbieter Schneeschuhsafari | Schneeschuhsafari Graubünden, Tour Explorer |
| Buchempfehlung für weitere Schneeschuhtouren in der Schweiz | Das grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz |
Offenlegung: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Graubünden Ferien und Val Surses. Dennoch bleiben meine persönlichen Meinungen, Ansichten und Ratschläge unverändert, da der Tourismusverband keine Einflussnahme auf die Berichterstattung ausgeübt hat.