Drei Tage auf dem Alpenpässeweg in Graubünden: Von Splügen bis Lumbrein
Silvie Kommentare 0 Kommentare
Der Alpenpässeweg, auch bekannt als Route 6 des Schweizer Wanderwegenetzes, ist eine der herausforderndsten und zugleich spektakulärsten Weitwanderstrecken der Schweiz. Mit insgesamt 34 Etappen führt er von St. Moritz nach St-Gingolph am Genfersee. Dabei passiert die Route zahlreiche hochalpine Pässe und zeigt die Vielfalt der Schweizer Alpenlandschaften. Die Etappen 6 bis 8 erstrecken sich über einige sehr einsame Abschnitte des Weges und bieten ein intensives Naturerlebnis.
Wenn man viel in der Schweiz unterwegs ist, trifft man immer wieder die Wegweiser dieses Fernwanderwegs. So habe ich bereits in der Vergangenheit einzelne Etappen dieses Wegs absolviert. Mit der diesjährigen Tour konnte ich auf 3 weiteren Etappen unterwegs sein, so dass ich dir auf meinem Blog darüber berichten kann.
Die Tagesetappen sind eher lang und konditionell anstrengend, aber es bleibt immer genügend Zeit für Pausen und Naturerlebnisse. Die tägliche Wanderzeit beträgt zwischen 6 und 8 Stunden täglich, so dass du bereits ein frühes Frühstück einplanen solltest, um genügend Zeit für die Wanderung zu haben. Auf den ersten beiden Etappen wirst du wohl nur sehr wenig Wanderern begegnen, während auf der letzten Etappe viele Tagesgäste unterwegs sind, die in der Gegend übernachten.
Ausserdem habe ich Dir Tipps für die Organisation zusammengefasst und auch eine Übersicht über Kosten und Gepäck.
Ein paar Zahlen
- Aufstieg: 3100 Meter Höhenunterschied
- Abstieg: 3200 Meter Höhenunterschied
- Gesamtstrecke: 52 km
- Gesamtdauer: 18:35 Stunden Gehzeit
- Anzahl Wandertage: 3
Die genaue Route
| Tag | Ausgangspunkt | Endpunkt | Strecke | Aufstieg | Abstieg | Dauer |
| 1 | Splügen | Thalkirch | 14.7 km | 1218 HM | 805 HM | 5:40 Stunden |
| 2 | Thalkirch | Duvin | 21.3 km | 855 HM | 1378 HM | 7:25 Stunden |
| 3 | Vella | Lumbrein | 16.2 km | 1218 HM | 1059 HM | 6:30 Stunden |
| Summe | 52.2 km | 3118 HM | 3242 HM | 18:35 Stunden |
An- und Abreise
Die Tour startet an der Postautohaltestelle Splügen, Dorf und endet an der Postautohaltestelle Lumbrein, Vitg. Da die Tour keine Rundtour ist, eignet sie sich nicht für die Anreise mit dem Auto. Du kannst die dritte Etappe auch an einem anderen Ort beenden (die Originalstrecke verläuft noch weiter nach Vrin). Dort verkehrt auch das Postauto, welches in Lumbrein vorbeifährt und stündlich fährt.
Mögliche Einstiegs- und Ausstiegspunkte der Tour
Der Alpenpässeweg 6 bietet mit seinen 43 Etappen eine Unzahl an Variationen und man kann in verschiedenen Kantonen wandern. Auch die Route im Graubünden kann an verschiedenen Stationen begonnen werden. Die vorgestellte Tour eignet sich perfekt für eine individuelle Planung, da jede Etappe an einem Talort mit Postautohaltestelle endet, so dass du dir deine Wunschtour zusammenstellen kannst. Wenn Du nach Vrin noch weitere Etappen laufen möchtest, benötigst du 2 weitere Tage, da du bei Etappe 9 in einer Berghütte in den Bergen übernachtest. Wenn du 2 weitere Tage Zeit hast, möchte ich dir die Verlängerung mit Etappe 9 und 10 sehr ans Herz legen, da die Greina-Ebene wirklich traumhaft schön ist und bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat!
Kosten
Für die Tour musst du mit Übernachtungskosten, der An- und Abreise und der Mittagsverpflegung kalkulieren. Alle Unterkünfte bieten ein Lunchpaket an.
- Gasslihof: Übernachtung & Frühstück CHF170 pro Doppelzimmer. Abendessen CHF39/Person
- Boutique Hotel Pellas: Übernachtung & Frühstück ca. CHF150 pro Doppelzimmer. Abendessen ca. CHF50/Person.
- Lunchpaket: CHF10-CHF15/Person/Tag
Somit kannst du mit knapp CHF300/Person für 3 Tage rechnen (Übernachtung, Frühstück, Abendessen, Getränke, Lunchpaket). Hinzu kommen noch die Kosten für An- und Abreise.
Verpflegung
Wasser
Wasser kann in den Unterkünften aufgefüllt werden. Wir hatten jeweils 1,5l Wasser dabei und sind damit auch bei heissen Temperaturen gut ausgekommen. Unterwegs kann bei den meisten Etappen kein Wasser aufgefüllt werden.
Beste Jahreszeit
Die beste Wanderzeit für diese Etappen des Alpenpässewegs in Graubünden ist Anfang Juli bis Ende September. Ausserhalb dieser Monate liegt zu viel Schnee und die Passübergänge könnten sich als schwierig erweisen.
Die besuchten Unterkünfte
In Thalkirch gibt es nur wenige Unterkünfte, so dass du dort frühzeitig reservieren solltest. Vor allem der sehr empfehlenswerte Gasslihof hat nur wenige Zimmer.
In Vella gibt es mehrere Unterkünfte, so dass du dort etwas flexibler bist. Falls du in Vella nichts mehr finden solltest, gibt es zahlreiche Nachbardörfer oder auch Unterkünfte im Tal in Ilanz.
Packliste
Für mehrtägige Wanderungen empfiehlt es sich, den Rucksack so leicht wie möglich zu packen.
Anbei unsere Packliste pro Person:
- 28 l Rucksack inklusive Regenschutz (ich bin mit dem Damenmodell von Deuter lite super zufrieden)
- Regenschirm (190g) – sofern Regen vorhergesagt
- Knöchelhohe Wanderschuhe
- Wanderstöcke (z.B. Black Diamond Distance Carbon Z)
- Regenjacke und -hose
- 1 lange Wanderhose
- 1 kurze Hose
- 2 Kurz-Arm-T-Shirts (1 zum Wandern, 1 zum Wechseln/Schlafen am Abend)
- 1 Lang-Arm-T-Shirt
- 1 Fleece
- 1x Buff/Tuch/Basecap, 1 Sonnenbrille
- 1x Wandersocken, 1x normale Socken für abends zum Wechseln
- 2 Unterhosen
- 1 Daunenjacke/Daunenweste
- 1x dünne Handschuhe und Mütze (immer mitnehmen!)
- Bei Schnee: Gamaschen und Spikes/Grödel
- Erste-Hilfe-Set und Pflaster
- Sonnencreme, Zahnpasta, Zahnbürste, Pflegecreme
- Wasserflaschen mit 1,5 l Füllvolumen/Person
- Snacks
- 1x Handy, Kopfhörer, 1 Ladegerät (Steckdosen in allen Unterkünften vorhanden)
- Bargeld & Ausweise, Kreditkarte
Signalisation
Die Tour ist sehr grösstenteils sehr gut ausgeschildert und mit dem Fernwanderweg 6 ignalisiert. Es gab jedoch ein paar Momente, wo die Signalisation nicht eindeutig war. In diesem Moment war es hilfreich, den zuvor heruntergeladenen gpx-Track auf dem Handy anzuschauen, um den richtigen Weg zu finden. Es ist jedoch immer notwendig, das Tagesziel und auch Zwischenziele kennen, um dich an jedem Wegweiser zurechtzufinden.
Anspruch/Schwierigkeit
Die von mir gewanderten Etappen sind technisch einfach, aber konditionell anspruchsvoll. Es gab keine ausgesetzten oder abschüssigen Stellen. Wanderstöcke sind für die langen Abstieg hilfreich, um die Knie zu entlasten.
Bargeld/Kreditkarte
Im Gasslihof kannst du mit Bargeld oder Twint bezahlen. Das Hotel Pellas akzeptiert Kreditkarten.
Tag 1:
Splügen - Thalkirch
Sehr einsame Gegend mit steilem Aufstieg vom Walserdorf Splügen zum Safierberg und Abstieg entlang ins romantische Safiental.
Tag 2:
Thalkirch - Duvin
Start im Safiental und Aufstieg über den historischen Saumpass Güner Lückli, der das Safiental mit dem Val Lumnezia verbindet.
Tag 3:
Vella - Lumbrein
Von Vella über den malerischen Gratweg zum Piz Sezner bis zum Bergdorf Lumbrein. Beeindruckende Panoramablicke!