Rund ums Ellhorn – Zwischen Felswand und Rheintal
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T2
250m
250m
3:20
Mär-Nov
11.4km
Kurze, aber sehr lohnenswerte Wanderung ums Ellhorn zwischen Liechtenstein und der Schweiz. Die Runde ums Ellhorn beginnt ruhig und unspektakulär in Trübbach, entfaltet unterwegs aber eine überraschende Vielfalt an Eindrücken – vom breiten Rheinufer bis hin zu aussichtsreichen Gratpassagen. Auch wenn wir die klassische Route an diesem Tag anpassen müssen, entsteht eine stimmige, genussvolle Wanderung mit viel Weitblick.
Start in Trübbach und entlang des Rheins
Wir starten in Trübbach und überqueren schon bald die Brücke über den Rhein. Der Fluss wirkt an diesem Tag türkisblau, gespeist von den anhaltenden Regenfällen der letzten Tage. Das Wasser ist trüb, führt viel Geschiebe mit sich und rauscht hörbar talwärts. Kaum auf der anderen Seite angekommen, folgen wir dem Weg flussabwärts.
Der Abschnitt entlang des Rheins ist flach, breit und gut zu gehen – ideal, um in den Rhythmus der Gruppe zu finden. Ich bin an diesem Tag als Wanderleiterin für Pro Senectute unterwegs, rund 20 Seniorinnen und Senioren begleiten mich. Die Stimmung ist gelöst, es wird erzählt, gelacht, immer wieder bleibt jemand stehen, um den Blick über das weite Rheintal schweifen zu lassen.
Solche Touren begleite ich besonders gern als Schlusslicht, denn sie ermöglichen mir, neue Ecken der Schweiz kennenzulernen. Schon beim Lesen über den Fläscher Leiterliweg hatte ich von dieser Region erfahren – dieser steht nach wie vor auf meiner Liste – und umso mehr habe ich mich gefreut, sie nun selbst zu entdecken.
Langsam rückt das Ellhorn näher. Die markante Felsformation erhebt sich abrupt aus der Landschaft und bildet einen spannenden Kontrast zur offenen Ebene des Tals.
Planänderung unterhalb des Ellhorns
Unterhalb des Ellhorns würde normalerweise der Aufstieg beginnen. Der Weg schlängelt sich hier steiler hinauf, hinein in den Wald und weiter Richtung Höhenweg. Doch schon nach kurzer Begutachtung wird klar: Heute ist das keine gute Idee.
Die anhaltenden Regenfälle haben Spuren hinterlassen. Ein Abschnitt des Weges ist weggerutscht, der Untergrund wirkt instabil. Für eine große Gruppe – noch dazu mit Seniorinnen und Senioren – ist das Risiko zu hoch. Wir entscheiden uns bewusst für Sicherheit und kehren um.
Alternative Route zum Aussichtspunkt
Wir wechseln auf eine alternative Strecke, die auf einfachen, gut begehbaren Wegen verläuft. Der Pfad führt leicht ansteigend durch lichten Wald und offene Abschnitte, ohne technische Schwierigkeiten. Die Gruppe bleibt entspannt, das Tempo gleichmäßig.
Nach einiger Zeit erreichen wir einen Picknickplatz mit Grillstelle. Genau hier öffnet sich der Blick: weit hinaus über die Ebene, hinüber nach Liechtenstein und zu den umliegenden Bergen.
Wir nutzen die Gelegenheit für eine ausgedehnte Pause. Einige setzen sich auf die Bänke, andere auf Steinplatten kurz oberhalb der Grillstelle. Es wird gegessen, getrunken, und immer wieder schweift der Blick hinaus ins Tal. Es ist einer dieser Orte, an denen man gerne länger bleibt, ohne dass es langweilig wird.
Nach der Mittagspause folgt der spannende Abschnitt
Der Weg zieht sich anschließend am Grat entlang und lässt uns immer wieder innehalten. Direkt oberhalb der steilen Felsabbrüche verläuft der Pfad, mit freiem Blick hinunter ins Tal. Eine gewisse Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier von Vorteil, auch wenn der Weg gut angelegt ist.
Mit jedem Schritt wird die Aussicht eindrücklicher. Das Panorama weitet sich, und das Gefühl, über der Landschaft zu stehen, begleitet uns auf diesem Abschnitt. Der kurze Moment von Anspannung weicht schnell der Faszination – und genau dafür lohnt sich dieser Weg.
Gerade für Einsteiger oder auch für Kinder ist dieser Abschnitt gut geeignet – vorausgesetzt, man bringt die übliche Aufmerksamkeit mit und läuft entlang des Wanderwegs. Der Blick bleibt frei, immer wieder öffnen sich kleine Fenster ins Rheintal. Gleichzeitig begleitet uns der Wald, der Schatten spendet und für eine angenehme Atmosphäre sorgt.
Abstieg durch den Wald und Rückweg
Schließlich beginnt der Abstieg. Der Weg führt zurück in den Wald und in zahlreichen Serpentinen geht es bergab.
Bald treffen wir wieder auf die ursprüngliche Aufstiegsroute. Der Weg verläuft hier ähnlich der Aufstiegsroute und geht in einen einfachen, flachen Weg über. Ab hier kann man zum Ausgangspunkt in Trübbach zurücklaufen oder sich noch Mäls oder Balzers anschauen und die Wanderung dort beenden.
Varianten und Fazit
Die Runde ums Ellhorn lässt sich flexibel gestalten. Neben dem Start in Trübbach ist es ebenso möglich, die Tour von Liechtenstein aus zu beginnen – etwa in Mäls oder Balzers. Dadurch ergeben sich verschiedene Varianten, je nach gewünschter Länge und Anspruch.
Es ist keine spektakuläre Hochgebirgstour, sondern eine spannende und kurze Wanderung mit wirklich überraschenden Tiefblicken ins Rheintal, die aufgrund ihrer geringen Höhe bereits früh im Jahr eingeplant werden kann.
ECKDATEN
| Dauer | 3:20 Stunden |
| Höhenunterschied | ↗ 250m ↘ 250m |
| Länge | 11.4 km |
| Schwierigkeit | WT2 |
| Lage | Kanton Graubünden |
| Genaue Route | Trübbach – Ellhorn – Trübbach |
| Tour durchgeführt im | März 2026 |
| Geeignet für Kinder | Ab ca. 6 Jahren. Kurzer, steiler Aufstieg. Beim kurzen Höhenweg jüngere Kinder gut beaufsichtigen. |
| Buchempfehlung | Chur – Hinterrhein: Mittelbünden – zwischen Churer Rheintal und Misox. 50 Touren. Mit GPS-Tracks (Rother Wanderführer) |