Maiser Waalweg zwischen Saltans und Meran: Wanderung entlang historischer Wasserkanäle
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T2
615m
615m
4:05
Mär-Nov
8.9km
Die Wanderung am Maiser Waalweg führt an historischen Wasserkanälen entlang durch die Hänge über Meran und verläuft immer wieder durch schattige Abschnitte mit wunderschönen Ausblicken auf die Texelgruppe. Wir sind die Strecke zu Ostern gegangen, bei frühlingshaft warmen 20 Grad, und erleben einen Weg, der weniger ein Wanderweg, sondern eher ein einfacher Spaziergang ist, der sich langsam von der Landschaft in die Stadt hinein auflöst.
Start am Campingplatz Passeier
Ausgangspunkt unserer heutigen Tour ist der Campingplatz Passeier, wo wir übernachten und direkt am Morgen in den Tag starten können. Wir sind mit unserem Sohn unterwegs, der nach einer Knie-Operation sich langsam wieder an lange Strecken ohne viele Höhenmeter im Abstieg gewöhnen soll – dafür ist die heutige Tour perfekt geeignet. Die Wege sind meist breit und gut begehbar, so dass man die Wanderung auch mit jüngeren Kindern oder auch geländegängigen Kinderwagen unternehmen kann. An der einen oder anderen Stelle müsste dieser kurz getragen werden.
Unterwegs entlang der historischen Wasserkanäle
Sobald wir den Hauptverlauf erreichen, zeigt sich der typische Charakter der historischen Wasserkanäle, die sich wie eine feine Linie durch die Landschaft ziehen. Das Wasser läuft ruhig neben dem Weg, begleitet von schmalen Wartungsstegen und einfachen Geländern.
Immer wieder öffnet sich der Blick hinunter Richtung Meran, während sich oberhalb die Hänge mit Weinbergen, kleinen Waldstücken und vereinzelten Höfen abwechseln.
Waalwege
Im sonnenverwöhnten Südtirol, vor allem im Vinschgau und im Burggrafenamt, sehen sich die Bauern seit jeher mit großer Trockenheit konfrontiert. Mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von nur etwa 500 bis 700 Millimetern pro Jahr reicht das Wasser kaum für eine ertragreiche Landwirtschaft aus. Um dennoch ihre Existenz zu sichern, entwickelten die Menschen in diesen Regionen ein weit verzweigtes und ausgeklügeltes System von Bewässerungskanälen, das die lebenswichtige Wasserversorgung gewährleistet.
Über künstlich angelegte Kanäle wurde Wasser aus höher gelegenen Bächen über weite Strecken zu Feldern und Höfen geleitet. Entlang dieser Kanäle entstanden schmale Pfade, die vor allem zur Wartung genutzt wurden. Zuständig dafür waren sogenannte Waaler, die den Wasserfluss überwachten und Instandhaltungsarbeiten durchführten. Heute sind diese Wege erhalten geblieben und werden als ruhige, meist flache Wanderwege genutzt.
Der Maiser Waalweg erinnert uns stark an Suonen-Wanderungen im Wallis in der Schweiz. Der Unterschied liegt im Charakter der Wege selbst. Während Suonen oft wilder, ausgesetzter und alpiner wirken, ist der Maiser Waalweg deutlich sanfter, breiter und stärker in eine kultivierte Landschaft eingebettet.
Unterwegs treffen wir auf ein kleines Wasserrad, welches mit einer Glocke verbunden ist. Solange das Wasser im Waal läuft, wird das Wasserrad angetrieben und die Glocke ertönt ca. alle 10 Sekunden. So wusste der Waaler immer, ob das Wasser lief, ohne den Waal beobachten zu müssen.
Ideales Wetter
Die Bedingungen heute sind ideal. 20 Grad, leichte Frühlingssonne, keine Spur von Winterkälte mehr. Der Weg verläuft auf 400-500 Meter über Meer und ist dadurch das ganze Jahr über begehbar. Durch die besondere Lage von Meran und Umgebung herrschen hier das ganze Jahr hindurch angenehme Temperaturen. Das liegt daran, dass der warme Wind aus dem Süden freie Bahn hat und die Berge den kalten Wind aus dem Norden abhalten.
Der Waalweg ist sehr abwechslungsreich gestaltet – man verläuft er auf Waldwegen, mal auf kunstvoll erstellen Holzpfaden. An schwierigeren oder schmaleren Abschnitten ist er mit einem Geländer gesichert, so dass der Weg nie ausgesetzt oder anspruchsvoll ist.
Zwischendrin öffnen sich immer wieder Blicke auf die gegenüberliegende Talseite (hier verläuft der Meraner Höhenweg) und den schneebedeckten Gipfeln der Texelgruppe. Da wir bisher nur im Sommer in Meran unterwegs waren, sind diese schneebedeckten Gipfel für uns ein ungewohnter Anblick!
Einige der Blüten der Äpfelbäume sind bereits geöffnet, aber für die volle Blüte sind wir Anfang April doch noch ca. 1 Woche zu früh unterwegs.
Rast am Waal – Einkehr am Weg
Ein markanter Punkt unterwegs ist die „Rast am Waal“. Die Einkehr liegt direkt am Weg und bietet ein paar Tische und Sitzgelegenheiten für durstige Wanderer an. Es gibt einfache Speisen und Getränke und eine sehr gemütliche Atmosphäre. Wenn die Plätze unten alle besetzt sind, lohnt sich der Gang nach oben, da es dort noch weitere Sitzgelegenheiten und auch Liegestühle hat. Besonders angenehm ist die Lage. Schattenplätze unter Bäumen und ein weiter Blick in die Landschaft machen diesen Ort zu einem kleinen Paradies.
Zunehmende Belebung Richtung Meran
Im weiteren Verlauf wird deutlich, wie beliebt der Maiser Waalweg ist. Je näher wir Meran kommen, desto mehr Menschen sind unterwegs. Familien, Spaziergänger, Einheimische und Ausflügler teilen sich den breiten Weg, ohne dass es unangenehm eng wird.
Ende in den Wohngebieten von Meran
Der Abschluss der Wanderung ist ungewöhnlich direkt. Der Weg führt nicht abrupt in ein Zentrum oder einen markanten Aussichtspunkt, sondern gleitet langsam in Wohngebiete von Meran über. Häuser rücken näher, Gärten grenzen unmittelbar an den Weg, und man hat stellenweise das Gefühl, fast durch private Vorgärten zu laufen.
Diese Nähe zur Stadt ist überraschend, aber auch charakteristisch für den Verlauf der historischen Wasserkanäle, die genau diese Verbindung zwischen Landschaft und Siedlung geschaffen haben.
Spaziergang ins Zentrum und Gelateria
Von den Wohngebieten aus gehen wir zu Fuß weiter ins Zentrum von Meran. Straßen, Plätze und Cafés übernehmen langsam die Umgebung.
Unser Ziel ist schnell klar: eine Gelateria im Zentrum. Nach der ruhigen Strecke entlang des Waalwegs fühlt sich dieser Abschluss genau richtig an. An der Promenade von Meran ist die Hölle los, aber dafür schmeckt das Eis umso besser.
Während die Wanderung für unseren Sohn hier endet (sein Knie hat die Tour bisher gut mitgemacht), laufen wir noch weiter, um einen weiteren sehr bekannten Wanderweg zu besuchen. Unser Sohn fliegt ein wenig mit der Drohne über Meran, während wir uns eine Etage höher zum bekanntesten Aussichtspunkt der Stadt begeben – dem Tappeiner Höhenweg.
Während die Wanderung für unseren Sohn hier endet (sein Knie hat die Tour bisher gut mitgemacht), laufen wir noch weiter, um einen weiteren sehr bekannten Wanderweg zu besuchen. Unser Sohn fliegt ein wenig mit der Drohne über Meran, während wir uns eine Etage höher zum bekanntesten Aussichtspunkt der Stadt begeben – dem Tappeiner Weg.
Die Wanderung von Meran über den Tappeinerweg bis nach Dorf Tirol ist eine einfache, aber abwechslungsreiche Tour oberhalb der Stadt. Der Weg verläuft zunächst flach mit unglaublich vielen Ausblicken und endet mit einem kurzen, aber knackigen Anstieg.
Vom Zentrum der Altstadt gehen wir in Richtung Pfarrkirche St. Nikolaus. Hinter der Kirche beginnt der Aufstieg mit einer Treppenanlage. Die Treppen führen zügig nach oben. Der Abschnitt ist kurz, aber steil genug, um warm zu werden. Nach wenigen Minuten erreichen wir den Tappeinerweg. Hier ändert sich der Charakter sofort: Der Weg wird breit und verläuft fast ohne Steigung. Den Beginn des Tappeinerwegs markiert ein gemütliches Café direkt am Pulverturm , in welchem du dich vor der Wanderung noch stärken kannst. Wer möchte, steigt (kostenlos) die 111 Stufen zur Aussichtsplattform empor, um den wohl besten Blick auf die Stadt zu geniessen.
Der Tappeinerweg zieht sich mehrere Kilometer oberhalb von Meran entlang. Wir gehen auf gut ausgebautem Weg mit festem Untergrund.
Rechts haben wir durchgehend freie Sicht ins Tal und auf die Stadt. Links verläuft der Hang mit dichter Vegetation. Auffällig ist die Mischung aus alpinen und mediterranen Pflanzen – Palmen, Zypressen und Kakteen wachsen hier nebeneinander.
Unterwegs gibt es immer wieder Bänke und Aussichtspunkte. Der Weg ist gut frequentiert, aber selten überlaufen. Durch die geringe Steigung ist er auch für weniger geübte Wanderer oder auch Eltern mit Kinderwagen oder jüngeren Kindern gut geeignet.
Gleich zu Beginn fällt auf, dass wir nicht einfach nur oberhalb der Stadt unterwegs sind, sondern uns durch eine gewachsene Hanglage bewegen. Immer wieder verlaufen hohe Mauern entlang des Weges, dahinter liegen große Grundstücke. Zwischen Bäumen und Hecken sehen wir immer wieder Teile prächtiger Villen – helle Fassaden, Balkone, gepflegte Gärten, Pools.
Mit der Zeit verändert sich der Fokus. Neben den Villen rückt die Vegetation stärker in den Vordergrund. Entlang des Tappeinerweg gibt es mehrere angelegte Kräuterbereiche. Wir kommen an kleinen Gärten vorbei, in denen Pflanzen beschriftet sind. Rosmarin, Lavendel, Thymian – viele der Kräuter kennen wir, andere sind weniger geläufig. Die Gärten verlaufen direkt unterhalb des Wegs und ein Abstecher dahin lohnt sich unbedingt! Diese Abschnitte wirken fast wie kleine Freiluft-Lehrpfade. Man bleibt automatisch stehen, liest die Schilder und schaut genauer hin. Dazwischen wachsen weiterhin Palmen, Zypressen und sogar Kakteen, was dem Weg einen ungewohnten, fast südlichen Charakter gibt.
Aussichten und Abstiegsmöglichkeiten
Der Weg bietet durchgehend freie Sicht auf Meran und das Etschtal. Immer wieder gibt es kleine Aussichtspunkte mit Bänken. Zu Beginn zweigen in regelmäßigen Abständen Wege nach unten ab. Diese Abstiege führen zurück in die Stadt – teilweise über Treppen, teilweise über schmale Straßen.
Das gibt dir viel Flexibilität. Du könntest die Tour jederzeit verkürzen oder an einem anderen Punkt wieder nach unten gehen. Gerade bei wechselhaftem Wetter oder wenig Zeit ist das ein großer Vorteil.
Je weiter wir gehen, desto ruhiger wird es. Die dichte Bebauung nimmt ab, die Villen verschwinden, und die Umgebung wirkt offener. Wir erreichen den Bereich von Gratsch. Hier endet der klassische Abschnitt des Tappeinerweg.
Aufstieg und Ankunft in Dorf Tirol
Ab Gratsch verlassen wir den Tappeinerweg und folgen dem Weg hinauf nach Dorf Tirol. Der steile Pfad führt zunächst durch den Wald, schmal, stellenweise wurzelig und gleichmäßig bergauf. Nach den entspannten Kilometern wirkt dieser Abschnitt spürbar anstrengender.
Tipp: Wenn du mit jüngeren Kindern unterwegs bist, lohnt sich der Start im Dorf Tirol, so dass du das steile Stück im Abstieg laufen kannst, was für Kinder weniger anstrengend ist.
Nach einer Weile treten wir aus dem Wald heraus und stehen plötzlich auf einer Fahrstraße. Der Wechsel ist deutlich: Statt Schatten liegt die Straße offen in der Sonne, die Wärme ist sofort präsent. Von hier aus geht es ein kurzes Stück weiter Richtung Dorf. Die letzten Meter verlaufen entspannt, bis wir schließlich die ersten Häuser von Dorf Tirol erreichen.
Das Dorf Tirol liegt sonnig oberhalb von Meran und wirkt deutlich ruhiger als die Stadt im Tal. Viele bezeichnen es als eines der schönsten Dörfer Südtirols – vor allem wegen der offenen Lage mit Blick ins Etschtal. Entlang der Hauptstraße finden wir Gasthäuser, Cafés, kleine Läden und eine sehr empfehlenswerte Gelateria. Diese kennen wir schon, da wir unsere Wanderung auf dem Meraner Höhenweg hier begonnen haben und am Abreisetag unser Auto hier abholen mussten, welches wir für den Zeitraum der Mehrtageswanderung geparkt hatten. Unsere Kinder hatten sich hier ein wirklich grosses Eis verdient gehabt!
Du kannst deine Wanderung direkt hier beenden – das Dorf ist perfekt ans Öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Zudem fährst du kostenlos mit allen Verkehrsmitteln in Südtirol, wenn du hier übernachtest. Wir laufen noch ein kleines Stück weiter bis ins Tal, wo uns der Bus zum Ausgangsort Saltaus zurückbringt.
Variante entlang des Maiser Waalwegs von Saltaus nach Meran
ECKDATEN
| Dauer | 2:35 Stunden |
| Höhenunterschied | ↗ 0m ↘ 55m |
| Länge | 9.8 km |
| Schwierigkeit | T1 (einfach) |
| Lage | Südtirol, Italien |
| Genaue Route | Saltans – Meran |
| Tour durchgeführt im | April 2026 |
| Geeignet für Kinder | Jeden Alters. Babies im Kinderwagen. Jüngere Kinder können in die Kraxe genommen werden, wenn sie müde werden. |
| Buchempfehlung | Rund um Meran: 56 Touren in der Texelgruppe, in den Sarntaler Alpen sowie im Passeier-, Etsch- und Ultental (Rother Wanderführer) |
Variante entlang des Maiser Waalwegs, Tappeiner Höhenwegs, Dorf Tirol und Abstieg zur Hauptstrasse
ECKDATEN
| Dauer | 5:25 Stunden |
| Höhenunterschied | ↗ 288m ↘ 279m |
| Länge | 19.2 km |
| Schwierigkeit | T2 (einfach) |
| Lage | Südtirol, Italien |
| Genaue Route | Saltans – Maiser Waalweg – Meran – Tappeiner Höhenweg – Tirol |
| Tour durchgeführt im | April 2026 |
| Geeignet für Kinder | Zu lang für Kinder. Bei kürzerer Tour eignen sich sowohl der Maiser Waalweg als auch der Tappeiner Höhenweg super für Kinder fast jeden Alters. |
| Buchempfehlung | Rund um Meran: 56 Touren in der Texelgruppe, in den Sarntaler Alpen sowie im Passeier-, Etsch- und Ultental (Rother Wanderführer) |