Vøringsfossen – Norwegens bekanntester Wasserfall zwischen Naturgewalt und Touristenandrang
Silvie Kommentare 0 Kommentare
T2
757m
757m
04:00
May-Nov
9.3km
Der Vøringsfossen ist einer dieser Orte, die man schon unzählige Male auf Bildern sieht – und die einen trotzdem sprachlos machen, wenn man zum ersten Mal davorsteht. Mit 182 Metern Gesamthöhe, davon 145 Meter freier Fall, gehört er zu den spektakulärsten Wasserfällen Norwegens und ist das Herzstück der dramatischen Måbødalen-Schlucht. Im Juli besuchen wir den Wasserfall bei strahlendem Sonnenschein – zusammen mit vielen anderen, die dieses Naturwunder erleben wollen.
Erste Eindrücke: Touristenmagnet und Naturgewalt
Schon die Anfahrt ist eindrucksvoll. Wer über die Hardangervidda kommt, fährt durch eine karge, weite Landschaft und erreicht nach einigen Serpentinen plötzlich das grüne, steile Måbødalen. Am Parkplatz des Vøringsfossen zeigt sich sofort: Dies ist kein Geheimtipp. Busse, Wohnmobile und zahlreiche Autos stehen hier dicht an dicht. Dass der Wasserfall zu den meistbesuchten Attraktionen Norwegens zählt, überrascht nicht.
Wir reisen aus der anderen Richtung an und durchqueren eine unterirdische 360-Grad-Kurve, wie wir auf unserem Navi sehen können. Es ist wirklich beeindruckend, wie die Norweger ihre Strassen bauen!
Wir starten unseren kurzen Spaziergang direkt am Parkplatz. Von hier sind mehrere Pfade ausgeschildert – verlaufen kannst du dich aber auf keinen Fall.
Der Weg führt anfänglich durch einen schattigen kleinen Wald. Turnschuhe reichen für diesen Weg, aber du solltest schon festes Schuhwerk tragen und keine Flipflops. Wir erreichen den ersten Aussichtspunkt und sind direkt begeistert – die Wassermassen sind enorm!
Die neue Fussgängerbrücke – Nervenkitzel über der Schlucht
Das Highlight des Ausbaus rund um den Vøringsfossen ist die 2020 eröffnete, umstrittene Fußgängerbrücke. Sie verbindet die beiden Seiten der Schlucht und schwebt förmlich über dem Abgrund. Mit 47 Metern Länge und 99 Stufen wirkt sie wie eine moderne, minimalistische Skulptur, die gleichzeitig harmonisch in die Landschaft eingebettet ist. So wird die Brücke zu einer eigenen Sehenswürdigkeit. Man kann streiten, ob sie in die Landschaft passt – spektakulär ist sie allemal.
Der erste Schritt auf die Brücke kostet Überwindung – unter uns öffnet sich die steile Schlucht, und der Blick nach unten ist atemberaubend. Der Fluss stürzt donnernd in die Tiefe, die Gischt steigt in der Sonne wie feiner Nebel auf. In der Mitte stehenzubleiben, den Wind im Gesicht und die Kraft des Wassers unter sich zu spüren, ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Neben der neuen Brücke gibt es auch die historische Straßenführung durch die Schlucht. Wer ein paar Schritte gehen möchte, besucht die alte Brücke, die früher Teil der serpentinenreichen Straße durch das Måbødalen ist. Heute wirkt sie fast unscheinbar im Vergleich zur modernen Konstruktion, doch gerade dieser Kontrast macht den Spaziergang spannend.
Die Wege sind kurz und eher ein gemütlicher Spaziergang als eine Wanderung, aber sie eröffnen immer wieder neue Perspektiven auf den Wasserfall und die Schlucht. Kleine Aussichtspunkte mit Geländern laden dazu ein, den Blick schweifen zu lassen – perfekt, um die Dimensionen des Vøringsfossen zu erfassen.
Wenn man die große Touristenkulisse ein wenig ausblendet, ist der Ort jedoch magisch. Der Kontrast zwischen der wilden Naturgewalt und der Zugänglichkeit durch die moderne Infrastruktur macht den Vøringsfossen zu einem idealen Stopp auf einer Reise durch Westnorwegen.
Tipps für den Besuch
Früh oder spät am Tag kommen: Wer den größten Andrang vermeiden möchte, plant den Besuch am Morgen oder Abend.
Zeit für kleine Abstecher einplanen: Auch wenn es nur kurze Spaziergänge sind, lohnen sich die verschiedenen Perspektiven.
Keine lange Wanderung erwarten: Der Besuch ist eher ein kurzer Ausflug als eine Ganztagestour – perfekt als Zwischenstopp auf dem Weg von der Hardangervidda zum Hardangerfjord.
Schwindelfreiheit hilft: Besonders die neue Brücke ist spektakulär, aber nichts für schwache Nerven. Auch wenn man an einem der Geländer steht und nach unten schaut, kann es etwas mulmig im Bauch werden.
- Infrastruktur: Vor Ort hat es einen riesigen kostenlosen Parkplatz (kostenlose Parkplätze sind in Norwegen eher die Ausnahme!). Dort hat es ein modernes und sauberes Toilettenhäuschen.
ECKDATEN
| Dauer | 1 Stunde |
| Länge | 1.8 km |
| Höhenunterschied | ↗ 122m ↘ 122m |
| Schwierigkeit | T1 |
| Lage | Kommune Eidfjord, Norwegen |
| Tour durchgeführt im | Juli 2025 |
| Geeignet für Kinder | Ja, jedes Alter. |
| Geeignet für Kinderwagen | Der erste Teil vom Weg bis zur Brücke relativ gut geeignet, danach nicht mehr. |
| Geeignet für Hunde | Ja |
| Buchempfehlung | Rother Wanderführer Norwegen Süd |