Vellauer Felsenweg bei Meran in Südtirol: Panorama-Wanderung durch eine spektakuläre Felslandschaft

Vellauer Felsenweg bei Meran in Südtirol: Panorama-Wanderung durch eine spektakuläre Felslandschaft

trekking

T2

615m

615m

4:05

Mär-Nov

8.9km

Der Vellauer Felsenweg oberhalb von Meran gehört zu den eindrucksvollsten Panoramawegen in Südtirol und verbindet ausgesetzte Passagen mit weiten Ausblicken ins Vinschgau. Die Tour startet im kleinen Bergdorf Vellau und führt zunächst durch Kulturlandschaft, bevor sie sich entlang steiler Felswände nach oben zieht. Dabei wechseln sich einfache Abschnitte mit gesicherten Passagen ab, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Immer wieder öffnen sich beeindruckende Tiefblicke auf Meran und die umliegende Bergwelt. In Kombination mit dem Hans-Frieden-Weg entsteht so eine abwechslungsreiche Rundtour am südlichen Rand der Texelgruppe. Entlang der Strecke gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, sodass eine eigene Verpflegung nicht unbedingt erforderlich ist.

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Anreise und Start in Vellau

Wir starten früh am Morgen im kleinen Dorf Vellau oberhalb von Meran. Ausgangspunkt ist die Gegend rund um die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit, von wo aus der Weg gut ausgeschildert ist. Parkplätze gibt es mehrere im Ort, allerdings sind diese schnell belegt – früh anreisen lohnt sich also. Alternativ lässt sich die Tour auch entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln beginnen, was gerade in der Hochsaison eine angenehme Option ist. Die Bushaltestelle befindet sich genau am Parkplatz, so dass du meinem unten verlinkten gpx-Track direkt folgen kannst. 

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Aufstieg durch Apfelplantagen und erste Höhenmeter

Direkt ab Vellau beginnt der stetige Anstieg. Ohne lange Einlaufphase gewinnen wir rasch an Höhe, zunächst noch auf einfachen Wegen. Wir bewegen uns durch ein bewohntes Gebiet, vorbei an gepflegten Höfen und Gärten mit herrlichen Frühlingsblumen, bevor der Weg oberhalb der typischen Apfelplantagen der Region verläuft.

Die Landschaft wirkt hier noch offen und freundlich, der Untergrund ist gut zu gehen. Doch die Steigung ist konstant, und wir merken schnell, dass diese Tour konditionell nicht zu unterschätzen ist. Mit jedem Schritt wird der Blick weiter, das Tal öffnet sich und die Perspektive verändert sich langsam.

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Kurze Einkehr vor dem Felsenweg

Nach einiger Zeit erreichen wir eine kleine Einkehrmöglichkeit am Wegesrand. Ein einfacher Ort, fast unscheinbar, aber genau richtig für eine erste Pause. Es gibt Kuchen und Apfelsaft – beides hausgemacht und genau das, was man nach dem ersten Anstieg braucht. Wichtig ist hier, Bargeld dabeizuhaben. Wir setzen uns kurz, genießen die Ruhe und lassen den Blick ins Tal schweifen. Noch wirkt alles entspannt, doch wir wissen, dass der anspruchsvollere Teil der Tour erst beginnt.

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Der Vellauer Felsenweg: gesichert und eindrucksvoll

Hinter der Einkehr verändert sich der Charakter der Wanderung deutlich. Der eigentliche Felsenweg beginnt und führt nun entlang steiler Bergflanken. Zunächst ist der Weg noch mit einem Holzgeländer gesichert, das ein gutes Gefühl vermittelt. Wenig später folgen Passagen, die mit Ketten versehen sind.

Der Weg ist durchgehend gut instand gesetzt und überraschend breit. Auch bei Gegenverkehr lassen sich die Stellen problemlos passieren, dennoch bleibt Konzentration wichtig. Der Weg gilt technisch als gut machbar, verlangt aber Trittsicherheit und ein sicheres Gefühl für ausgesetztes Gelände.

Gerade diese Mischung macht den Reiz aus: Man bewegt sich auf einem schmalen Band durch die Felslandschaft, stets mit Blick in die Tiefe, aber ohne dass es für uns wirklich schwierig wird. Allerdings sind wir wöchentlich in den Bergen unterwegs, so dass wir hier wohl kein Massstab sind. Wer zum ersten Mal in diesem Gelände unterwegs ist, sollte unbedingt trittsicher sein und idealerweise bereits erste Erfahrungen mit ausgesetzten Wegstücken gemacht haben. 

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Panoramablicke auf Meran und das Vinschgau

Immer wieder stehen entlang des Weges Bänke, die zu kurzen Pausen einladen. Wir nutzen diese Gelegenheiten gerne. Der Blick reicht weit über Meran hinaus ins Vinschgau, die Landschaft wirkt klar und strukturiert, fast ruhig.

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Gleichzeitig wird deutlich, wie exponiert dieser Weg verläuft. Schatten gibt es kaum, und mit zunehmender Sonne wird es schnell warm. Gerade deshalb eignet sich die Tour besonders für den Frühling oder den Herbst. Im Sommer dürfte die Hitze diesen Abschnitt deutlich anstrengender machen.

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Der Aufstieg ist durchaus schweißtreibend, zieht sich aber eigentlich gar nicht so lange hin. Was ihn dennoch in die Länge zieht, ist die ständige Versuchung, immer wieder stehenzubleiben – denn an gefühlt jeder Ecke warten beeindruckende Fotomotive.

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Ankunft in Hochmuth

Nach dem Felsenweg erreichen wir die Bergstation der Hochmuth Seilbahn. Hier treffen mehrere Wege zusammen, und auch die Seilbahn ins Tal ist nicht weit. Wer möchte, kann die Tour an dieser Stelle beenden und bequem zurückfahren. Hier oben herrscht reges Treiben. Mehrere Einkehrmöglichkeiten treffen auf ein weit verzweigtes Wegenetz, dazu kommen eine kleine Kegelbahn mit Schaukel, sanitäre Anlagen, die Seilbahn sowie ein Startplatz für Gleitschirmflieger. Die Gegend kennen wir mittelweise sehr gut, da wir hier unsere Mehrtageswanderung entlang des Meraner Höhenwegs vor 4 Jahren gestartet haben. 

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Nach einer kurzen Pause auf der Schaukel-Kegel-Bahn steigen wir auf zum Gasthaus Steinegg, um die bekannte Aussichtsplattform zu besuchen. 

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Aussichtsplattform und Hans-Frieden-Weg

Gleich zu Beginn passieren wir die markante Aussichtsplattform beim Gasthof Steinegg. Der Blick von hier ist noch einmal intensiver als zuvor. Die Perspektive reicht weit ins Tal, und die Lage wirkt fast schwebend. Mit Glück erwischt man einen dieser Momente, an welchen man komplett alleine dort oben ist und die Ruhe geniessen kann. 

Ab hier laufen wir auf dem Hans-Frieden-Weg, einem besonders aussichtsreichen Abschnitt entlang der Südflanke der Texelgruppe. Der Weg bleibt schmal und teilweise ausgesetzt. Er zieht sich in leichtem Auf und Ab entlang der Hänge und bietet immer wieder neue Ausblicke. Gleichzeitig ist dies der Beginn des bekannten Meraner Höhenwegs, der die gesamte Texelgruppe umrundet. Der Weg ist in beide Richtungen sehr beliebt, so dass hier meist immer viel los ist. Wenn du auf dem Hans-Frieden-Weg früh am Morgen hier alleine unterwegs sein möchtest, kann ich dir eine Übernachtung hier oben im Gasthof Hochmuth empfehlen, so dass du morgens hier früh loslaufen kannst. 

Für uns ist dieser Abschnitt nicht neu. Vor einigen Jahren waren wir bereits hier unterwegs. Umso schöner ist es, bekannte Landschaften wiederzusehen. Nach etwa einer Stunde erkennt auch unser Sohn die Gegend wieder – wir hatten schon die ganze Zeit darauf gewartet, dass er etwas sagt. 

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Einkehr auf der Leiteralm

Schließlich erreichen wir nach einer weiteren Stunde die Leiteralm, die auf einer sonnigen Terrasse liegt. Die Aussicht ist weit, die Lage offen und ruhig. Wir kehren ein und sind zunächst sehr positiv überrascht. Unsere Bestellung wird innerhalb kürzester Zeit aufgenommen und auch das Essen sehr schnell geliefert. Das Essen ist lecker, toll angerichtet und auch die Preise sind in Ordnung. Einziger Wermutstropfen ist der Service durch den Chef des Hauses. Er ist der einzige Ansprechpartner für Bestellungen und Abrechnung und wirkt dabei etwas arrogant. Mehrfach werden wir beim Bezahlen ignoriert, während er immer wieder an andere Tische zum Bestellen und Abrechnen geht. Als er dann nach 20 Minuten endlich bei uns am Tisch steht, bekommen wir zudem noch eine patzige Antwort. Schade – bisher haben wir in Südtirol immer sehr freundliche Bedienungen erleben dürfen. Online finden wir mehrere (negative) Bewertungen über den Chef, der wohl auch andere unfreundlich bedient hat. Dort wird der Gasthof Oberplatzer als Alternative sehr empfohlen. Später führt unser Wanderweg dort vorbei und beim nächsten Mal würden wir dort einkehren. 

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Abstieg unterhalb vom berühmten Korblift

Nach unserer Mittagspause kommen wir an überdimensionalen Liegestühlen vorbei – diese kennen wir bereits von unserer Fahrt entlang des Vinschgauer Radwegs vom Vortag. Von dort aus gelangst du entweder zum Korblift Vellau-Leiteralm oder wählst den Abstieg zu Fuss nach Vellau. Die Fahrt mit dem traditionellen Korblift ins Tal fahren ist ein Erlebnis, das viele gezielt einplanen. Vor allem Kinder werden sich dafür begeistern können. Falls du mit Hund unterwegs bist, lohnt es sich, etwas unter die Füsse zu legen, damit die Fahrt für den Hund angenehmer gestaltet wird und er weniger Angst hat. 

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Der Abstieg: steil und fordernd

Wir wählen jedoch den direkten Abstieg zu Fuss. Der Weg ist steil, teilweise ruppig und fordert noch einmal volle Konzentration. Die Belastung auf die Knie ist deutlich spürbar. Für uns ist dieser Abschnitt auch ein kleiner Test: Unser Sohn möchte sein Knie nach einer Operation ausprobieren. Der Abstieg ist dafür herausfordernd, aber machbar.

Dennoch würden wir diesen Weg nur bedingt empfehlen. Wer gezielt trainieren möchte oder bewusst auf den Korblift verzichten will, kann ihn gehen. Für die meisten dürfte jedoch die Fahrt mit dem Korblift die angenehmere und auch spannendere Variante sein.

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Fazit zur Wanderung auf dem Vellauer Felsenweg

Der Vellauer Felsenweg ist eine eindrucksvolle Wanderung, die durch ihre Kombination aus Kulturlandschaft, Felsabschnitten und Panorama besticht. Die Strecke ist abwechslungsreich, gut gesichert und landschaftlich besonders reizvoll. Sie verlangt Kondition sowie Trittsicherheit, bleibt dabei aber stets gut begehbar. Gerade die ausgesetzten Passagen verleihen der Tour ihren besonderen Charakter, ohne sie zu einer rein alpinen Unternehmung zu machen.

In Verbindung mit dem Hans-Frieden-Weg entsteht eine vielseitige Rundtour, die einen intensiven Eindruck der Region rund um Meran vermittelt. Besonders im Frühling oder Herbst zeigt sich die Landschaft hier von ihrer schönsten Seite. 

ECKDATEN

Dauer4:05 Stunden
Höhenunterschied↗ 620m ↘ 620m
Länge8.9 km
SchwierigkeitT3 (anspruchsvoll)
LageSüdtirol, Italien
Genaue RouteVellau – Hochmuth – Leiteralm – Vellau
Tour durchgeführt imApril 2026
Geeignet für KinderAb ca. 8 Jahren mit bergerfahrenen Kindern. Ausgesetzter Wanderweg, der Trittsicherheit bedingt. Tour kann an mehreren Orten abgekürzt werden.
BuchempfehlungRund um Meran: 56 Touren in der Texelgruppe, in den Sarntaler Alpen sowie im Passeier-, Etsch- und Ultental (Rother Wanderführer)

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