Schneeschuhwandern im Wallis – Panoramaweg zum Stand bei Bürchen
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WT2
464m
464m
3:55
Dez-Mär
9km
Die Schneeschuhtour von Bürchen zum Aussichtspunkt Stand ist eine technisch einfache, aber landschaftlich eindrückliche Winterwanderung mit Panorama-Garantie. Durch einen verschneiten Wald, über ein aussichtsreiches Plateau und hinauf zu einer Panoramaschaukel erleben wir einen Tag voller Weite, Stille und Walliser Bergblick. Der Blick bis nach Saas-Fee und Zermatt macht diese Tour zu einem echten Highlight – nicht nur im Winter.
Es ist einer dieser klaren Wintertage im Wallis, an denen der Himmel fast unwirklich blau wirkt und der Schnee unter den Füßen leise knirscht. Unsere Schneeschuhgruppe ist diese Woche in Unterbäch untergebracht. Wir verbringen hier eine gemeinsame Schneeschuhwoche – mit viel Bewegung, guter Gesellschaft und noch besseren Aussichten.
Heute Morgen steigen wir deshalb nicht direkt in Bürchen ins Abenteuer ein, sondern treffen uns vor unserer sehr empfehlenswerten Unterkunft in Unterbäch (Hotel Alpenhof). Ein Taxibus holt uns ab und bringt uns hinüber zum Ausgangspunkt der Tour. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man leider nicht bis hierher. Die einzelnen Dörfer hier oben am Sonnenhang sind zwar nah beieinander, aber nicht direkt miteinander verbunden. Ohne eigenes Auto oder organisierte Fahrt wird es schwierig. Für uns passt der Taxibus perfekt – entspannt, unkompliziert und mit genügend Platz für Schneeschuhe und Rucksäcke.
Am Startpunkt oberhalb von Bürchen gibt es einige Parkplätze. Wer individuell anreist, findet hier meist gut einen Platz. Alternativ kann man in der Nähe des Skilifts parkieren. Wir steigen aus dem Bus, strecken uns kurz durch, schnallen die Schneeschuhe an und starten in den Tag.
Ich bin als Schneeschuhleiterin mit den Seniorinnen und Senioren von Pro Senectute unterwegs. Eine motivierte Gruppe, neugierig, offen und erstaunlich fit. Die Stimmung ist schon am Morgen heiter. Vielleicht liegt es am Sonnenschein. Vielleicht an der Vorfreude. Da ich die Gegend noch nicht kenne, laufe ich heute als Schlusslicht und passe auf, dass niemand verloren geht.
Die Tour zum Aussichtspunkt Stand ist nicht markiert. Es gibt keine offiziellen Wegweiser, keine Winterstangen, die uns leiten. Aber die Route ist einfach zu finden – vor allem, wenn man sich meinen GPX-Track herunterlädt. Das Gelände ist übersichtlich, die Orientierung logisch. Wir laufen langsam und gleichmässig los. Schneeschuhwandern ist kein Rennen – es ist ein gemeinsamer Rhythmus.
Durch den verschneiten Wald
Das erste Stück führt uns durch einen traumhaften Winterwald. Es geht sanft bergauf – stetig, aber nie steil. Genau richtig, um warm zu werden.
Die Schneeschuhe greifen gut im Pulverschnee. Manchmal sinken wir etwas tiefer ein, manchmal ist der Untergrund fester. Gespräche entstehen, verstummen wieder. Jemand bleibt stehen, um ein Foto zu machen. Jemand anderes genießt einfach nur das gleichmäßige Knirschen unter den Füßen.
Ich achte auf die Gruppe, beobachte, ob alle im Wohlfühltempo unterwegs sind. Gerade bei Seniorengruppen ist es wichtig, den richtigen Rhythmus zu finden. Kleine Trinkpausen gehören genauso dazu wie kurze Momente zum Durchatmen. Die Stimmung ist gelöst. Man spürt, dass diese Woche in Unterbäch allen guttut. Raus aus dem Alltag, rein in die Berge.
Das Plateau mit Postkartenblick
Nach dem Wald öffnet sich die Landschaft plötzlich. Wir treten auf ein kleines Plateau hinaus – und bleiben fast gleichzeitig stehen. Vor uns breitet sich das Rhonetal aus, dahinter reihen sich Gipfel an Gipfel.
Hier oben gibt es eine Feuerstelle, die im Sommer sicher oft genutzt wird. Jetzt liegt sie still unter Schnee. Ein einzelnes Haus steht etwas abseits. Es wirkt fast wie arrangiert, als gehöre es genau hierher. Dunkles Holz, weiße Umgebung, blauer Himmel – ein perfektes Bild.
Eine Bank lädt zur ersten Pause ein. Wir setzen uns, holen Thermoskannen hervor, teilen Kekse und Schokolade. Es wird gelacht, erzählt, geschwärmt. Ich gehe ein paar Schritte zur Seite und genieße diesen Moment. Genau deshalb begleite ich solche Touren. Für gemeinsame Erlebnisse. Für dieses Staunen.
Am stillen Breitmattsee
Nach der Pause auf dem Plateau setzen wir unsere Tour fort und erreichen bald den verschneiten Breitmattsee. Der See liegt wie eingefroren und zurückhaltend in der weiten Winterlandschaft, aber gerade seine stille Präsenz fasziniert uns. Hier reflektiert der Schnee das Licht auf eine ganz besondere Weise, und für einen Moment fühlt es sich an, als wären wir die einzigen Menschen weit und breit. Wir legen eine kurze Fotopause ein, atmen die klare, kalte Luft ein und genießen den Moment am See, bevor der Weg wieder etwas steiler wird.
Überraschung am Stand
Nach der Pause führt der Weg weiter bergauf. Die Steigung wird etwas deutlicher, bleibt aber gut machbar. Die Gruppe zieht sich leicht auseinander, jeder findet sein Tempo. Oben am Aussichtspunkt Stand erwartet uns eine Überraschung: eine Schaukel von Swing the World. Meine erste im Wallis! Mitten im Schnee steht sie da, mit freiem Blick in die Weite.
Natürlich probiere ich sie aus. Ich finde eine Teilnehmerin, die sich genau wie ich auf die Schaukel stellt. Im Winter liegt der Schnee hier so hoch, dass man im Sitzen nicht schaukeln kann. Aber im Stehen geht es auch ganz gut! Es wird gelacht wie bei Kindern. Und genau das liebe ich an solchen Momenten – draußen in der Natur verschwinden Altersgrenzen.
Neben der Schaukel stehen zwei riesige Bänke mit Tisch. Perfekt für ein ausgedehntes Picknick. Wir setzen uns, packen unsere Brote aus und genießen den Blick. In der Ferne erkennen wir die Bergwelt rund um Saas-Fee und Zermatt. Die markanten Gipfel zeichnen sich klar am Horizont ab.
Allein für dieses Panorama lohnt sich die Tour. Es ist weit. Es ist still. Es ist beeindruckend. Es ist einer dieser Momente, die man nicht erwartet, wenn man die Tour nicht kennt und einem auch vorher nicht gesagt wurde, welch genialen Blick wir hier oben antreffen werden.
Einkehr im Skitrubel
Der Abstieg führt uns schließlich auf der anderen Seite vom Breitmattsee in Richtung Restaurant Panorama. Je näher wir kommen, desto deutlicher wird der Skibetrieb. Stimmen, Musik, das Klacken der Skischuhe – ein lebhafter Kontrast zur stillen Weite vom Stand. Das Restaurant ist gut besucht, aber wir werden schnell bedient. Kaffee, Tee, vielleicht ein Stück Kuchen oder ein grosser Eisbecher. Die Gespräche drehen sich um die Schaukel, den Ausblick und darum, wie gut sich diese Woche in Unterbäch anfühlt.
Zurück zum Ausgangspunkt
Nach der Einkehr wartet noch etwa eine Stunde Abstieg bis zurück zum Startpunkt. Die Beine sind nun etwas müde, aber zufrieden. Der Weg führt stetig bergab, teils über präparierte Abschnitte, teils durch verschneite Passagen.
Am Parkplatz schnallen wir schließlich die Schneeschuhe ab. Kurz darauf holt uns der Taxibus wieder ab und bringt uns zurück nach Unterbäch. Ein weiterer gelungener Tag unserer Schneeschuhwoche geht zu Ende.
Die Tour von Bürchen zum Aussichtspunkt Stand ist technisch einfach, landschaftlich aber eindrücklich. Sie bietet Wald, Weite, Panorama, eine überraschende Schaukel und einen Blick bis nach Saas-Fee und Zermatt. Und sie zeigt einmal mehr: Manchmal braucht es nur Schnee, Sonne und gute Gesellschaft, um einen Tag unvergesslich zu machen.
ECKDATEN
| Dauer | 6:15 Stunden |
| Höhenunterschied | ↗ 577m ↘ 854m |
| Länge | 18.1 km |
| Schwierigkeit | Einfach, WT1 |
| Lage | Kanton Graubünden |
| Genaue Route | Sedrun – Alp Pazzola – Disentis |
| Tour durchgeführt im | März 2025 |
| Geeignet für Kinder | Nein |
| Tourenanbieter Schneeschuhsafari | Schneeschuhsafari Graubünden, Tour Explorer |
| Buchempfehlung für weitere Schneeschuhtouren in der Schweiz | Das grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz |