Entdecke die Wanderung von Rheinau zum spektakulären Rheinfall
Silvie Kommentare Ein Kommentar
T1
62m
53m
02:50
Jan-Dez
10.1km
Ich bin wieder einmal mit der Wandergruppe der Pro Senectute unterwegs und heute unternehmen wir eine senioren- und familienfreundliche Genusswanderung am äußersten Ende des Kantons Zürich. Wir folgen der 4. Etappe der ViaRhenana, welche der ehemals wichtigsten Wasserstrasse der Schweiz folgt.
Die Wanderung startet in Rheinau und dieser Ort ist mir von unserer 5-tägigen Radtour entlang des Bodensees und dem Rhein bereits bekannt.
Wie immer startet unsere Tour mit einem Halt in einem gemütlichen Restaurant und das heute ausgesuchte ist ein wahres Bijou. Das Wirtshaus zum Buck ist das älteste Haus im Dorf und wir werden unheimlich freundlich empfangen. Drinnen staunt man über die hervorragend erhaltene Struktur des Hauses, welches 2010 umgebaut wurde. Nach einer kurzen Kaffee- und Gipfelipause geht es dann los in Richtung Kloster Rheinau.
Wir laufen durch kleine Dorf entlang zahlreicher gepflegter Häuser mit herrlichen Gärten und Fassaden. Nach einem kleinen Schlenker erreichen wir die Klosterinsel Rheinau mit der vorgelagerten Kirche, in welcher man sogar heiraten kann. Die Klosterinsel Rheinau (eine ehemalige Bendiktiner-Abtei) besticht durch die imposante Barockkirche, welche nach Voranmeldung auch besichtigt werden kann.
Geschichte zwischen Kloster und Grenze
Die Region zwischen Rheinau und Schaffhausen ist seit Jahrhunderten ein bedeutender Übergangsraum zwischen Süddeutschland und der Nordschweiz. Besonders das Benediktinerkloster Rheinau, dessen Ursprünge bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen, prägt die Landschaft bis heute. Seine Lage auf einer Insel im Rhein war nicht nur spirituell, sondern auch strategisch gewählt: Der Fluss diente als natürliche Grenze, als Transportweg und als Schutz. Im Mittelalter war Rheinau ein wichtiger religiöser Mittelpunkt im Zürcher Unterland, das Kloster verfügte über umfangreiche Ländereien und pflegte enge Kontakte zu Schaffhausen und dem Elsass.
Auch der Rheinfall spielte schon früh eine wirtschaftliche Rolle. Im 18. Jahrhundert entstanden an seinen Ufern Mühlen und Hammerwerke, die die Wasserkraft nutzten. Später kamen erste Touristen, die das Naturschauspiel bestaunten – zunächst mit Kutschen, später mit der Bahn. Der Übergang von der alten Holzbrücke in Rheinau bis zur modernen Rheinfallbahn zeigt, wie sich Mobilität und Landschaftsverständnis verändert haben. Heute erinnern alte Wegkapellen, Grenzsteine und Brückenreste an diese lange Geschichte. Wer aufmerksam wandert, entdeckt sie am Wegesrand – stille Zeugen einer Zeit, in der der Rhein noch Grenzfluss, Handelsroute und Lebensader zugleich war.
Dem Rhein entlang
Die nächsten Stunden folgt der Wanderweg dem Rhein. Anfänglich laufen wir an riesigen Weinbergen vorbei und durch toll angelegte Wanderwege durch die Wälder am Ufer des Rheins. Der Weg ist wirklich einfach zu laufen und bietet auch keinerlei Schwierigkeiten. Mit dem Kinderwagen wird es an einigen Stellen vielleicht etwas eng, aber sogar mit einem geländegängigen wäre diese leichte Wanderung gut machbar.
In gemütlichem Tempo geht es entlang des Rheins, mal leicht bergauf, mal leicht bergab und überall begrüssen uns die ersten Frühlingsboten.
Nach ca. einer Stunde erreichen wir einen perfekt gelegenen Picknickplatz an einer großen Grillstelle mit zahlreichen Sitzgelegenheiten. Da heute aber ein kalter Wind weht, bleiben wir hier nicht lange und laufen weiter in Richtung Rheinfall. Der Weg verläuft nun direkt am Wasser – das habe ich bisher selten erlebt. Uns kommen am heutigen Tag keine anderen Wanderer entgegen – ich kann mir vorstellen, dass hier im Hochsommer so einiges los sein wird.
Wir passieren immer wieder Bunker, die teilweise versteckt, teilweise aber auch ziemlich offensichtlich am Ufer platziert sind.
Schon bald erreichen wir die ersten Ausläufer von Neuhausen. Auf einer Brücke überqueren wir den Rhein, um später dann oberhalb des Rheinfalls noch einmal zu queren. So hat man den besseren Blick auf den Rheinfall. Wir passieren eine weitere, tolle Grillstelle und erreichen bald eine etwas touristischere Gegend. Mit 1 Million Touristen ist der Rheinfall eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Schweiz.
Nach einem weiteren Kaffee- und Kuchenhalt auf der Insel Schloss Wörth nähern wir uns den eindrücklichen Fällen. Im Vergleich zum Sommer fließt im Winter im Durchschnitt nur die Hälfte der Wassermassen den Fall hinab und so sieht es heute auf unserer Seite der Fälle etwas „trocken“ aus. Wer die Fälle also mit noch mehr Action sehen möchte, besucht diese am besten im Sommer! Durchschnittlich 700 000 Liter Wasser stürzen auf einer Breite von 150 Metern und Tiefe von 23 Metern sekündlich den Rhein hinunter. Damit ist dies der größte Wasserfall Europas.
Am Ende der Fälle führt ein steiler Weg parallel zum Ufer den Hang empor, um dann später wieder den Rhein zu queren. Am Schloss Laufen geht es dann ein paar Treppen hinab. Hier hat man entweder die Option, den Zug nach Hause zu nehmen oder aber gegen ein kleines Entgelt nahe an die Fälle zu gelangen. Dies ist unbedingt empfehlenswert! Da ich diese aber schon mehrere Male gemacht habe, verzichten wir heute darauf.
ECKDATEN
| Dauer | 2:50 Stunden |
| Länge | 10.1 km |
| Höhenunterschied | ↗ 62m ↘ 53m |
| Schwierigkeit | Größtenteils T1 |
| Lage | Kanton Zürich |
| Genaue Route | Rheinau – Rheinfall Schaffhausen |
| Tour durchgeführt im | April 2022 |
| Geeignet für Kinder | Ab jedem Alter, keinerlei Schwierigkeiten. |
| Geeignet für Kinderwagen | Ja (mit geländegängigem KiWa) |
| Geeignet für Hunde | Ja |
Ein Gedanke zu „Entdecke die Wanderung von Rheinau zum spektakulären Rheinfall“
Hallo, ich wollte kurz sagen, wie sehr ich diesen Beitrag genossen habe. Bitte weiter so! Liebe Grüße