Wanderung und Klettersteig zur SAC Puntegliashütte

Wanderung und Klettersteig zur SAC Puntegliashütte

Wanderung in der Ostschweiz von der Alp da Schlans durchs Val Punteglias. Den letzten Teil des Aufstiegs nutzen wir den neu angelegten, hervorragend gesicherten Klettersteig und erreichen bald nach die kleine, urgemütliche Puntegliashütte. Leider bleibt uns heute der Blick auf den Tödi verwerrt, aber die Tour ist auch bei wolkenverhangenem Wetter empfehlenswert! Spannender Abstieg auf dem Normalweg, der schon einige Elemente eines blau-weissen-Wanderwegs hat.

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Das letzte Wochenende der Sommerferien planen wir in Flims, um mal wieder biken und wandern zu gehen. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so weichen wir auf diese Tour aus. Die Vorhersage verspricht uns bewölktes, aber trockenes Wetter – perfekt, das sollte für den Besuch der Hütte reichen! Um den Zustieg zur Hütte zu verkürzen, fahren wir direkt bis zur Alp da Schlans hoch. Kurz hinter dem süssen Dorf Schlans mit unheimlich engen Straßen (besser von Trun hochfahren, damit man nicht oben wenden muss, um die Straße zur Alp zu nehmen) kann man am Straßenrand eine Genehmigung für die Fahrt kaufen (CHF7 in bar dabeihaben) und kann so noch 5,5 km auf der steilen Straße hochfahren. Oben hat es ca. 10 Parkplätze und gleich nach der Ankunft wenden wir erstmal das Auto, damit wir später problemlos runterfahren können (es ist eng da oben).

Bei der Alp hat es eine kleine Getränkestation, wenn man sich nochmal eindecken möchte. Später hat es nach ca. 1h Wanderung auch noch eine natürliche Quelle direkt aus einem Wasserhahn mit herrlich frischem Wasser. Der Weg beginnt ziemlich entspannt und leicht nach unten führend. Dies ist eher ungewohnt, da man ja meist von Beginn weg aufwärts wandernd. Wir gelangen in einen verwunschenen Wald mit moosverwachsenen Steinen und queren auch den einen oder anderen Bach. An einer kritischen, rutschigen Stelle ist ein Seil montiert – vorbildlich! Bald schon erreichen wir das Val Punteglias und der Waldweg wechselt zu steinigem Untergrund.

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Am Bach legen wir unsere Mittagspause ein, verzehren unser Picknick und beratschlagen uns, ob wir den Klettersteig wagen sollen oder nicht. Das Wetter entspricht nicht so ganz der Vorhersage und gelegentlich fällt der eine Tropfen. Wir entscheiden, bis zum Einstieg zu laufen und die Gruppe vor uns zu beobachten, die bereits eingestiegen ist und gut sichtbar ist. Wir haben gelesen, dass man für den Klettersteig ca. 1 Stunde benötigt und das es überall Metallstufen geben soll. Somit müssen wir nicht auf nassen, rutschigen Platten stehen.

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Am Einstieg startet ein leichter Nieselregen, aber in unserer Wetterapp ist immer noch kein Regen zu sehen. Wir entscheiden uns den Einstieg zu wagen (im Zweifelsfall hat es 2 Notausstiege unterwegs). Unser ältester Sohn sprintet davon, so dass wir ihn regelmäßig zurückhalten müssen. Unseren jüngsten Sohn nimmt mein Mann als Seil und sichert ihn so im Nachstieg nach.

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Schnell gewöhnen wir uns wieder ans Klettersteiggehen und der Steig macht so richtig Spass. Die Wegführung ist spannend, es hat unzählige Stufen oder natürliche Treppen und man merkt, dass er erst vor ein paar Jahren angelegt wurde. An einer Stelle (Querung nach rechts) geht der Puls etwas in die Höhe, aber alle anderen Stellen sind auch für unseren jüngsten mit seiner Körpergrösse von 1,56m super zu meistern.

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Hinter uns ist eine Gruppe mit einem komplett unerfahrenen Klettersteiggänger und auch ihm fällt der Aufstieg leicht. Hier haben die Erbauer einen wirklich schönen Klettersteig angelegt. In unmittelbarer Nähe donnert der Wasserfall neben uns ins Tal – was für ein Erlebnis.

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Nach ca. 30 Minuten erreichen wir das Ende des ersten Klettersteiges und laufen auf einem Wanderweg weiter. Es folgt ein kurzes Stück und dann ist der Steig auch schon vorbei. Wir erreichen den Hüttenzustieg und laufen auf diesem weiter. Immer wieder hat es Platten, die super mit Seilen gesichert sind. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, da es die gesamte Zeit auf dem Klettersteig trocken geblieben ist. Dies ist aber einer der Klettersteige, die man notfalls auch im Regen beenden könnte – natürlich ist der Einstieg bei Regen nicht zu empfehlen;-)

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Bei der Hütte angekommen haben wir leider gar keinen Blick – weder auf den Tödi, noch auf die gegenüberliegende Talseite. Wir schauen uns den ausgeschilderten „Pool“ an und begutachten die Slackline und die Schaukel. Im Inneren der Hütte ist es so richtig gemütlich und wir wundern uns, wo hier 35 Personen unterkommen sollen. Beim Abendessen wird dies wohl in Etappen geschehen. Der angebotene Hüttenkuchen ist übrigens oberlecker – alle von uns probierten Kuchen waren echt empfehlenswert!

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Da wir noch einen 2-stündigen Abstieg vor uns haben (letztendlich haben wir fast 2,5 Stunden benötigt), legen wir keine allzu lange Pause ein. Auch der Abstieg bietet Nervenkitzel. Meiner Meinung nach bewegt sich der Weg an einigen Stellen locker im T3-Bereich – ist aber überall super mit Ketten und Seilen gesichert.

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Wir sind froh, Regenjacken dabei zu haben – auch wenn kein Regen vorhergesagt war, ist dies doch immer ein Ausrüstungsteil, welches im Rucksack nie fehlen sollte und uns heute im Abstieg gute Dienste leistet. 

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Der Abstieg zieht sich für die Kinder am Ende doch in die Länge, aber als wir unser Auto am Parkplatz erreicht haben, sind die Strapazen schon längst vergessen.

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Tipp: Übernachtet haben wir übrigens in der Jugendherberge in Laax. Diese wurde erst vor ein paar Jahren erbaut und ist topmodern. Man hat das Gefühl, in einem Hotel zu sein, dies aber zu Jugendherbergspreisen. Anbei ein paar Impressionen vom Haus.Im Haus befindet sich außerdem ein Hallenbad mit 25m Länge und Rutsche sowie ein riesiger Wellnessbereich.

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ECKDATEN

Dauer4:30 Stunden
Länge9.2 km
Höhenunterschied↗ 863m ↘ 863m
SchwierigkeitSportlich, T3
Klettersteig K1-K2
LageKanton Graubünden
Genaue RouteAlp da Schlans – Klettersteig – Puntegliashütte – Abstieg auf Wanderweg
Tour durchgeführt imAugust 2022
Geeignet für Kinderab ca. 8 Jahren (sofern Ausdauer und Klettersteigerfahrung vorhanden).

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