Atemberaubende Aussicht garantiert: Wanderung auf den Mattstogg

Atemberaubende Aussicht garantiert: Wanderung auf den Mattstogg

trekking

T3

1028m

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05:10

Apr-Nov

11.4km

Die Wanderung auf den Mattstogg im Toggenburg gehört zu jenen Touren, die man zu fast jeder Jahreszeit genießen kann – doch im November, kurz vor dem ersten großen Schneefall, hat sie einen ganz besonderen Reiz. Die Landschaft wirkt wie im Übergangsfieber zwischen Herbst und Winter, die Luft ist klarer, die Farben gedämpfter und der Himmel oft besonders weit. Genau in dieser Zeit waren wir unterwegs, um den Mattstogg zu erwandern. Was uns erwartete, war eine Tour voller Kontraste: steile Aufstiege, sanfte Wiesenhänge, überraschend viel Betrieb auf den Wegen und am Ende völlige Ruhe auf dem Gipfel – ein Moment, den man so selten geschenkt bekommt.

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Startpunkt der Tour – und sofort ein steiler Einstieg

Der Ausgangspunkt kann mit dem Auto oder dem Postauto erreicht werden. Das Auto kannst du auf dem grossen Parkplatz gegenüber von der Touristeninformation abstellen (dort hat es sogar ein paar Parkplätze in der blauen Zone, die sonntags kostenlos sind). Zudem befindet sich dort eine öffentliche Toilette, eine Bäckerei und ein wenig die Strasse hoch auch einen Volg, wenn du noch etwas zu essen kaufen möchtest.

Nach wenigen Minuten haben wir den Ortsrand erreicht und starten direkt zu Beginn der Wanderung mit einem steilen Anstieg. Der Weg macht bereits nach wenigen Minuten klar, dass der Mattstogg kein Spaziergang ist, sondern eine Wanderung mit knackigem Anstieg. Vor allem die Passage bis zur Sesselbahn hat es in sich. Der Pfad zieht in gleichmäßig steiler Linie nach oben und lässt die Beine sofort arbeiten. Perfekt, um direkt im Rhythmus anzukommen – oder sich zu überlegen, ob man das Frühstück vielleicht doch zu leicht ausfallen ließ. Da wir gerne Höhenmeter absolvieren, haben wir gar nicht nach den Öffnungszeiten der Sesselbahn Mattstock geschaut (wir befinden uns im November ja in der Zwischensaison) und stellen beim Aufstieg fest, dass diese heute sogar fährt. 

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Der Weg ist gut befestigt und klar markiert, aber das stetige Steigen fordert ein wenig Kondition. Gerade im Spätherbst lohnt es sich, die Stöcke mitzunehmen, auch wenn technisch keine schwierigen Stellen warten. Die Hänge links und rechts des Wegs liegen um diese Jahreszeit in warmen Braun- und Goldtönen, durchzogen von den letzten rot leuchtenden Sträuchern und dem gedämpften Grün der Weiden. Wir haben jedoch gerade ein Wochenende erwischt, wo die Gülle auf den Wiesen verteilt wird, so dass wir ein intensives Geruchserlebnis beim Aufstieg haben. 

Kurz oberhalb der Bergstation der Sesselbahn erreichen wir die perfekte Aussichtsbank, wo wir die erste Pause einlegen. 

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Wir lassen die Wiesen hinter uns und der Weg führt ab nun durch den Wald. Die Steigung ist weiterhin gut spürbar, aber der Weg ist abwechslungsreicher. Nachdem wir den Wald verlassen haben, passieren wir die letzten Alphütten und begeben uns in alpineres Gelände. Der Weg wird steiniger, ist aber wirklich super angelegt und leicht zu laufen. 

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Mehr los als gedacht – doch der Berg fühlt sich nie überfüllt an

Wir waren erstaunt, wie viele Wandernde uns Mitte November entgegenkommen oder hinter uns auftauchen. Für einen Novembertag haben wir mit deutlich weniger Betrieb gerechnet. Offenbar wollen viele die letzten schneefreien Tage nutzen, bevor der Winter endgültig übernimmt. 

Bald schon erreichen wir die Lawinenverbauungen, die uns nun die nächsten 30 Minuten begleiten werden. Es ist ein komisches Gefühl, so lange zwischen ihnen hindurchzulaufen, da sich der Weg in Schlängellinien genau zwischen ihnen den Berg hochwindet. Dafür wird das Panorama auf den Walensee immer umwerfender!

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Die ersten Vorboten des Winters: Schneereste auf dem Weg

Je höher wir kommen, desto deutlicher wird, dass der Winter vor der Tür steht. Auf manchen schattigen Stellen liegen noch einzelne Schneereste, die vermutlich die letzten Niederschläge der vergangenen Tage waren. Überraschend für Mitte November war jedoch, wie gut begehbar alles noch war. Die Schneefelder waren weder rutschig noch hart gefroren, sondern eher matschig – das typische Übergangsstadium zwischen Herbst und Winter.

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Mit etwas Vorsicht, gutem Profil an den Schuhen und angepasstem Tempo waren diese Abschnitte problemlos zu meistern. So erreichen wir das letzte, kurz anspruchsvolle Stück. Dieses ist wirklich spannend und super gesichert. Eine kurze Kette führt am Hang entlang und einige Stangen erleichtern den Aufstieg. Man kommt aber immer gut aneinander vorbei, wenn es mal Gegenverkehr geben sollte. 

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Gipfelmoment: allein auf dem Mattstogg

Als wir schließlich den Gipfel des Mattstogg erreichten, hatten wir das Gefühl, eine Art natürliche Schwelle betreten zu haben. Eben noch Menschen auf dem Weg, plötzlich – Stille. Der Gipfel war vollkommen leer. Ein seltener Moment, den man selbst an weniger bekannten Bergen nicht oft erlebt.

Die Aussicht ist hier oben wirklich ein Highlight, doch an diesem Tag war sie besonders beeindruckend. Der Himmel zwar bewölkt, aber wir konnten das Panorama in vollen Zügen zu genießen.

Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn man auf Berge blickt, die man bereits bestiegen hat. So können wir hier folgende Gipfel sehen:

  • Speer – der höchste Nagelfluhberg Europas, markant und breit, direkt gegenüber

  • Federispitz – mit seiner eleganten, schmaleren Silhouette

  • Säntis – weit hinten und doch dominant, der mächtige Klassiker der Region

  • Walensee und Linthalebene – immer beim Aufstieg präsent

  • Hirzli – knapp in der Ferne zu erblicken

  • Leistchamm – einer der sieben Churfirsten (die anderen stehen noch auf unserer Liste)

Wir nutzen den Moment, setzen uns hin und geniessen den Gipfel ganz für uns alleine. Leider weht hier oben ein ziemlich starker Wind, so dass wir nicht allzu lange bleiben, um nicht auszukühlen. 

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Man spürt, dass der Berg gleich in seinen Winterschlaf fällt – und fühlt sich gleichzeitig privilegiert, noch einmal dort zu sein, bevor alles unter Schnee verschwindet.

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Nach 10 Minuten Gipfelpause steigen wir wieder ab und laufen ca. 15 Minuten, bis wir eine Berghütte erreichen. Diese hat eine kleine Terrasse mit 2 Bänken und liegt im Windschatten – der perfekte Ort für unsere Mittagspause!

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Abstieg: Die deutlich angenehmere Route zurück ins Tal

Während der Aufstieg relativ steil und körperlich fordernd war, überraschte uns die Abstiegsroute positiv. Der Weg verläuft moderater, weniger direkt und schlängelt sich über sanftere Grashänge zurück ins Tal. Diese Variante ist perfekt, wenn die Beine nach der Gipfelpause schon etwas müde sind.

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Die Ausblicke bleiben wunderschön: Man sieht hinunter auf die umliegenden Weiden, hinüber zu den Felswänden und nochmals zurück zum Mattstogg-Gipfel. Hier lässt sich die Wanderung wunderbar ausklingen – nicht hektisch, sondern im ruhigen Tempo eines gelungenen Spätherbsttages. Wenn ich die Tour ein zweites Mal machen würde, würde ich diesen Weg für den Aufstieg wählen, auch wenn er 10 Minuten länger ist. 

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Tipps für deine Mattstogg-Wanderung im Spätherbst

1. Wetter & Jahreszeit im Blick behalten
Im November ist jeder Tag anders. Einige Tage sind goldene Herbstträume, andere wirken wie frühe Wintertage. Am besten die Wetter- und Schneemeldungen kurz vorher prüfen.

2. Schuhe mit gutem Profil
Besonders wegen der schattigen Schneereste und der steilen Passage im Aufstieg.

3. Früh starten
Auch im Spätherbst sind einige Menschen unterwegs. Wer die besten Lichtverhältnisse und ein leeres Gipfelerlebnis haben möchte, sollte früher losgehen.

4. Zwiebelprinzip
Der Gipfel kann windig und kühl sein, während der Aufstieg durch den steilen Hang ordentlich warm macht.

5. Stockeinsatz lohnt sich
Vor allem im Aufstieg – und im Abstieg bei matschigen Passagen durch Schneereste.

6. Routenwahl
Wir empfehlen:

  • Aufstieg über die steile Route zur Sesselbahn

  • Abstieg über den sanfteren Weg

7. Pausen richtig planen
Der Gipfel ist dafür ideal – aber auch vorher gibt es viele Bänke und schön gelegene Aussichtspunkte.

ECKDATEN

Dauer5:10 Stunden
Länge11.4 km
Höhenunterschied↗ 1027m ↘ 1027m
SchwierigkeitT3
LageKanton St. Gallen
Tour durchgeführt imNovember 2025
Geeignet für KinderMit bergerfahrenen und ausdauernden Kindern ab ca. 8 Jahren. Bei jüngeren Kindern mit Sesselbahn verkürzen. Weg technisch nur im oberen Teil anspruchsvoll, aber sehr gut mit Ketten gesichert.
Geeignet für KinderwagenNein
Geeignet für HundeJa
BuchempfehlungRother Wanderführer Glarnerland

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