Spitzmeilenhütte & 4 Gipfel Wanderung: Natur, Höhenweg & Panorama
Silvie Kommentare 0 Kommentare
T2
667m
667m
05:25
Jun-Okt
15.4km
Die Wanderung im Flumserberg-Gebiet bietet eindrückliche Fernblicke und lässt sich in vielen Varianten an die persönliche Kondition anpassen. Die vorgestellte Route führt zunächst über vier Gipfel, bevor sie zur Spitzmeilenhütte weiterführt. Nach einer Pause in der idyllisch gelegenen Hütte verläuft der Rückweg über einen sanft auf und ab führenden Höhenweg zurück zum Maschgenkamm..
Die Wanderung beginnt an der Bergstation Maschgenkamm (2.020 m) oberhalb von Flumserberg. Die Bergstation erreichst du entweder mit dem Auto (sehr grosser, kostenpflichtiger Parkplatz), mit der Seilbahn ab Unterterzen oder mit dem Postauto ab Sargans. Dort findest du ein Sportgeschäft und mehrere Restaurants und kannst dort auch dein Ticket für die Fahrt hoch zum Maschgenkamm lösen. Für diese Wanderung benötigst du das Heidi-Ticket.
Schon die Fahrt mit der modernen Gondelbahn ist ein Erlebnis: Von Tannenboden schwebt man hinauf, während sich nach und nach die Churfirsten, der Walensee und die Glarner Alpen ins Blickfeld schieben. Oben angekommen, bietet sich gleich ein eindrückliches Panorama. An diesem sonnigen Septembertag ist die Sicht besonders klar – der Himmel tiefblau, die Luft angenehm warm, nur ein leichter Wind weht über die Grashänge. Perfekte Bedingungen für eine spätsommerliche Bergwanderung. Beim Maschgenkamm lohnt sich die Einkehr ins Panoramarestaurant Maschgenkamm mit herrlicher Sonnenterrasse, Panorama pur und Spielmöglichkeiten für Kinder.
Die Region Flumserberg ist als Ausflugs- und Wandergebiet sehr beliebt, gerade an schönen Wochenendtagen. Entsprechend herrscht am Maschgenkamm bereits am Morgen reges Treiben: Familien mit Kindern, Bergläuferinnen und Wandergruppen starten hier aus in verschiedene Richtungen. Wir entscheiden uns für die bekannte 7-Gipfel-Tour, die auf einer Panoramaroute über mehrere Erhebungen führt und eindrückliche Blicke auf die umliegende Bergwelt ermöglicht.
Die ersten vier Gipfel der 7-Gipfel-Tour
Die Tour ist insgesamt rund 14 Kilometer lang, wenn man alle sieben Gipfel überschreitet. Wir haben uns jedoch entschieden, nur die ersten vier Gipfel mitzunehmen und danach Richtung Spitzmeilenhütte abzuzweigen.
1. Gipfel: Ziger (2.069 m)
Der erste Anstieg vom Maschgenkamm beginnt gleich mit einem kurzen steilen Abschnitt. Ein schmaler Wanderweg schlängelt sich hinauf auf den Ziger, der mit 2.069 Metern eher eine sanfte Kuppe ist als ein markanter Gipfel. Doch bereits hier lohnt sich der kurze Abstecher. Von oben hat man bereits einen tollen Rundumblick.
2. Gipfel: Leist (2.222 m)
Vom Ziger geht es wieder leicht bergab, bevor der Pfad zum Leist ansteigt. Mit 2.222 Metern ist er einer der höheren Punkte der Tour und zugleich markanter als der erste Gipfel. Der Aufstieg ist etwas steiler, aber nie ausgesetzt. Oben angekommen, eröffnet sich ein eindrucksvolles Panorama in alle Richtungen. Besonders schön ist der Blick nach Süden zu den Glarner Alpen, wo sich der markante Spitzmeilen bereits deutlich abzeichnet. Auf dem Leist steht ein kleiner Holzgipfel, der den Ort markiert. Auf diesem Gipfel ist heute am meisten los, so dass wir gleich weiterlaufen, ohne eine Pause einzulegen.
3. Gipfel: Rainissalts (2.219 m)
Der Übergang zum Rainissalts ist vergleichsweise sanft und führt an markanten Felsformationen vorbei. Der schmale Pfad folgt dem Rücken, der sich zwischen Leist und Rainissalts erstreckt. Unterwegs begegnet man immer wieder Alpenblumen, selbst im September blühen noch Enziane und Alpenastern. Mit 2.219 Metern ist der Rainissalts fast gleich hoch wie der Leist, aber etwas weniger prominent. Von hier aus reicht der Blick über weite Weideflächen, wo man oft Schaf- oder Kuhherden sieht, die den Sommer auf den Alpen verbringen.
4. Gipfel: Gulmen (2.178 m)
Der vierte Gipfel unserer Tour ist der Gulmen mit 2.178 Metern. Sein Rücken zieht sich sanft in die Höhe, der Anstieg ist angenehm und abwechslungsreich. Oben angekommen, hat man das Gefühl, mitten in der Bergwelt zu stehen: Links die Kette der Churfirsten, rechts die schroffen Spitzen der Glarner Alpen, im Rücken der Leist, vor einem bereits der Spitzmeilen, der sich markant gegen den Himmel abhebt. Für uns ist hier der Punkt, an dem wir die 7-Gipfel-Tour verlassen.
Während der Gipfel eher flach und sanft ausschaut, geht es auf der anderen Seite steil bergab. Der Weg an sich ist unschwierig und im Abstieg relativ schnell zu bewältigen. Wenn du jedoch zurückblickst, siehst du eine riesige Wand vor dir und bist froh, hier nicht bergauf laufen zu müssen. Im Nachhinein sieht dieses Stück jedoch steiler aus als es sich eigentlich anfühlt!
Abzweigung zur Spitzmeilenhütte
Hinter Gulmen zweigt der Weg Richtung Spitzmeilenhütte ab. Der Pfad führt über offene Wiesen, die von Bächen durchzogen sind. Das Gelände wird zunehmend alpiner, ohne jedoch schwierig zu werden. Die Markierungen sind gut sichtbar, und der Weg ist angenehm zu gehen.
Der Spitzmeilen selbst zieht die Blicke magisch an: Sein spitzer Felskegel ragt wie eine Pyramide in die Höhe. Schon von weitem ist er das markante Wahrzeichen dieser Gegend. Während man sich der Hütte nähert, wird er immer dominanter und scheint direkt über dem Tal zu thronen. So nähern wir uns langsam unserem Ziel der heutigen Tour – der SAC Spitzmeilenhütten.
Die Gegend rund um die Spitzmeilenhütte ist geologisch besonders spannend, weil sich dort markante rote Felsformationen finden, die dem Gebiet ein fast schon „kanadisches“ Aussehen verleihen.
Diese rötlichen Gesteine gehören hauptsächlich zum Verrucano, einer Formation aus Sandstein, Konglomerat und Schiefer, die vor über 250 Millionen Jahren entstanden ist. Durch Eisenverbindungen im Gestein hat es die auffällige rotbraune Farbe bekommen.
Für Wanderer hat das zwei Effekte: Einerseits wirken die Berge hier sehr wild und charakterstark, andererseits sind diese Gesteinslagen auch rutschiger bei Nässe, weil sich feiner roter Schiefer zwischen den gröberen Blöcken ablagert.
Einkehr in der Spitzmeilenhütte
Die Hütte ist ein beliebtes Ausflugsziel – entsprechend voll ist es an diesem sonnigen Septembertag. Die Terrasse ist fast vollständig besetzt, Wandergruppen, Familien und Mountainbiker genießen das warme Wetter. Die moderne Hütte mit ihren klaren Linien und Holzelementen wirkt freundlich und einladend.
Wir sichern uns einen Platz auf der Terrasse und gönnen uns eine Pause. Getränke und einfache Speisen stehen zur Auswahl. Wichtig zu wissen: Bargeld mitbringen! Kartenzahlung wird erst ab höheren Beträgen akzeptiert und ist teilweise wegen fehlendem Empfang auch nicht möglich. Viele Wanderer sind darauf vorbereitet, aber es gibt auch immer wieder Gäste, die überrascht nach einer Kartenzahlung fragen und dann umorganisieren müssen.
Rückweg über den Höhenweg
Nach einer ausgedehnten Pause treten wir den Rückweg an. Statt über die gleiche Route zurückzugehen, entscheiden wir uns für den Höhenweg, der von der Spitzmeilenhütte zurück zum Maschgenkamm führt.
Der Weg ist angenehm zu gehen, mit nur geringen Höhenunterschieden. Er verläuft meist auf einer Höhe zwischen 2.000 und 2.100 Metern und bietet damit kontinuierlich eindrückliche Ausblicke. Besonders schön ist der Blick nach Westen über den Walensee, während im Osten die Gipfel der Glarner Alpen dominieren.
Als Alternative zum Höhenweg gibt es den etwas kürzeren Weg via Alp Fursch. Dort kannst du ein weiteres Mal einkehren oder auch Alpprodukte kaufen. Von dort geht es dann weiter flach, bis du das letzte steile Stück der Wanderung erreicht hast und du zum Maschgenkamm aufsteigen muss.
Nach einigen Kilometern auf dem Höhenweg erreichen wir wieder die Bergstation Maschgenkamm. Wir haben beim Rückweg nicht den Weg über den Zigler gewählt, sondern links vorbei auf dem Panorama-Spaziergang. Diesen Weg kann ich dir sehr empfehlen, da es Infotafeln über Alpenblumen und einen wirklich tollen Blick hat. Alternativ kannst du auch rechts herum in einer etwas grösseren Schleife zur Bergstation zurücklaufen.
Bei der Fahrt mit der Seilbahn erhaschen wir den berühmten Blick auf den Walensee mit den Churfirsten, den ich bei jeder Fahrt mit der Seilbahn immer wieder fotografieren muss!
ECKDATEN
| Dauer | 5:25 Stunden |
| Länge | 15.4 km |
| Höhenunterschied | ↗ 667m↘ 667m |
| Schwierigkeit | T2 |
| Lage | Kanton St. Gallen |
| Tour durchgeführt im | September 2025 |
| Geeignet für Kinder | Der Höhenweg zur Spitzmeilenhütte mit Kindern ab ca. 4 Jahren (dann mit Übernachtung). Der Weg über die 7 Gipfel ist technisch nicht sehr kompliziert, benötigt aber Ausdauer. Von daher besser mit etwas älteren Kindern einplanen. Mit Teenagern ist die Tour an einem Tag gut zu machen. |
| Genaue Route | Maschgenkamm – Ziger – Zigerfurgglen – Leist – Rainissalts – Gulmen – SAC Spitzmeilenhütte – Maschgenkamm |
| Geeignet für Kinderwagen | Nein |
| Geeignet für Hunde | Ja |
| Buchempfehlung | Erlebnisreiche SAC-Hütten: Bergabenteuer für Familien |
Falls du eine weite Anreise hast und am Vortag bereits in der Gegend übernachten möchtest, schau dir am besten Tannenboden an. Hier hat es eine relativ grosse Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preiskategorien – Blick auf die Churfirsten inklusive!
Interessierst du dich für eine weitere Wanderung am Flumserberg? Dann schau dir meine Wanderung von Unterterzen nach Tannenboden an!