Dolomiten Höhenweg Nr. 1 mit Kindern: Etappe 3 Lavarellahütte – Lagazuoihütte

Dolomiten Höhenweg Nr. 1 mit Kindern: Etappe 3 Lavarellahütte – Lagazuoihütte

schwer | 5:05 h | 12.7 km | ↑ 1097 Hm ↓ 464 Hm

Die 3. Etappe ist landschaftlich eines der Highlights der Alta Via 1. Lange Etappe mit vielen Höhenmetern über den Pass Forcella del Lago mit unglaublichem Tiefblick auf den Lago di Lagazuoi und Rifugio Lagazuoi. Abstieg durch steile Rinne auf kunstvoll angelegtem Wanderweg. Die Lagazuoi-Hütte steht wie auf einem Adlerhorst mit einer der bestgelegenen Hütten der Dolomiten.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück vom riesigen Frühstücksbüffet der Lavarellahütte nehmen wir die bisher längste Etappe in Angriff. Die Wettervorhersage ist nicht die beste, aber es soll immer wieder regenfreie Abschnitte geben. Von daher starten wir bereits um 8 von der Hütte, um bei der Forcella nicht in den Regen zu kommen. Wir laufen an der Faneshütte vorbei und in zahlreichen Kehren auf einer Naturstrasse hoch zum Limojoch (2174m).

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Wir erreichen den grünlich schimmernden Limosee (scheint ein beliebter Platz bei Campern zu sein) und erreichen die noch geschlossene Jausenstation Grosse Fanesalm. Der breite Weg führt uns an einige zutraulichen Pferden vorbei ins flache und weite Fanestall. Über langgezogene Wiesen erreichen wir bald das Ende des Tals (Tadegajoch) und müssen immer wieder den Regenschirm herausholen.

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Am heutigen Tag sehen wir die meisten Alta-Via-Wanderer. Dies sicherlich durch die Anzahl der Übernachtungsplätze in den 3 nahegelegenen Hütten, der Wettervorhersage und der lange Etappe, die uns allen bevorsteht. So sehen wir im Laufe der Woche auch immer wieder die gleichen Gesichter und einige der Mitwanderer trifft man auch auf der einen oder anderen Hütte wieder

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Wir verlassen das flache Tal und holen nun endgültig die Regensachen heraus. Die meisten Wandergruppen entscheiden sich für den leichteren (und auch kürzeren) Weg an der Scotoni-Hütte vorbei. Wir sind froh, dass wir uns trotz Regen für den Pass entschieden haben, da wir sonst dieses landschaftliche Highlight verpasst hätten. Der Regen hält aber nur kurz an und schon bald laufen wir bei blauem Himmel den Höhenweg entlang.

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Der Wanderweg wird nun immer schmaler, aber nie zu ausgesetzt. Auch bei nassem Boden kann man hier gut laufen und es ist nicht rutschig. Wir laufen auf felsdurchsetzten Almwiesen auf einem hervorragend angelegten Wanderweg und nähern und der Forcella del Lago.

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Das letzte Stück verläuft über Geröllgelände mit grossen Gesteinsbrocken. Und dann haben wir den Aufstieg geschafft und ein eisiger Wind weht uns um die Ohren. So machen wir hier oben keinen Halt und steigen sogleich auf der anderen Seite wieder ab. Nach ungefähr 5 Minuten öffnet sich der unglaubliche Tiefblick auf das ausgedehnte Lagazuoi-Plateau. Wow – man kann sich kaum sattsehen. Rechts der orangefarbene Fels, links ein grauer und im Tal der türkisblaue Lagazuoi-See umgeben von dunkel- und hellgrünen Flächen.

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Als ich voller Begeisterung meinem Jüngsten erzähle, dass man bereits die Hütte sehen kann, stockt ihm der Atem und frustriert er möchte am liebsten die Wanderung sofort hier abbrechen. Daher ein Tipp für alle Eltern: Dieses Detail besser auslassen!Ich kann nachvollziehen, dass man sich in diesem Moment nicht vorstellen kann, nach diesem steilen Abstieg auch noch den ganzen Aufstieg zur Hütte auf sich zu nehmen.

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Der Abstieg auf der anderen Seite ist komplett problemlos (solange hier kein Schnee liegt). Der Weg scheint erst vor kurzem angelegt/saniert worden zu sein und führt kunstvoll den Berg hinab. Es ist nie zu ausgesetzt oder abschüssig, aber eine Gruppe holländischer Wanderer hinter uns hatte Probleme, sich die ganze Zeit zu konzentrieren und kein Schwindelgefühl zu bekommen. Bergerfahrene Wanderer werden diesen Abstieg aber problemlos meistern. Nach einer Ewigkeit erreichen wir den Lago die Lagazuoi und sind bereit für unsere Mittagspause, als der Regen wieder einsetzt. Wir finden jedoch ein Plätzchen unterhalb eines Findlings, wo wir vom Regen und Wind geschützt sind und unser Sandwich zu uns nehmen können. Da dies unsere erste Pause des Tages ist (vorher hatte es ja an den möglichen Pausenplätzen teilweise stark geregnet), wird diese auf fast eine Stunde ausgedehnt. Wir können hier sogar unsere mitgebrachten Mützen und Handschuhe zum ersten Mal nutzen, da die Temperatur merklich abgekühlt ist. Bei sonnigem Wetter bietet sich der See sogar zum Baden an, aber heute lasse ich den mitgebrachten Bikini besser im Rucksack. 

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Auch ein paar der Wandergruppen treffen hier vom Rifugio Scotoni kommend wieder auf den Originalweg und machen sich mit uns auf den langen Aufstieg zur Lagazuoihütte. Der Regen hat wieder eingesetzt und mittlerweile auch ein Wind, so dass wir unsere mitgebrachten Regenschirme wieder einpacken müssen. Die Landschaft ist grandios und mein Sohn auch wieder versöhnt. Vom See sind es ungefähr 1,5 Stunden hoch zur Hütte und der Wanderweg ist sehr abwechslungreich.

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Am Ende vom Hochplateau erreichen wir die Ausläufer vom (hässlichen) Skigebiet und es beginnt ein Zickzack-Aufstieg hoch zur Hütte. Wir kommen an mehreren Tunneln vorbei, die während der Kriegszeigen angelegt wurden und die man besichtigen kann. Da wir bereits bei unserer Klettersteig-Tour und dem Abstieg durch den 1 km langen Lagazuoi-Tunnel diese ausgiebig angeschaut haben, lassen wir diese aus.

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In der Hütte angekommen beziehen wir unser 12-Bett-Zimmer. Die Lagazuoi-Hütte war die am schwierigsten zu buchende Hütte und wir mussten unsere Wanderung nach der Verfügbarkeit richten. Leider habe ich keines der Privatzimmer ergattern können und so müssen wir mit einem Schlafsaal vorliebnehmen. Erstaunlicherweise sind 3 der 12 Betten nicht belegt, aber wir haben etwas Pech mit 2 der Mitbewohnerinnen, die wohl zum ersten Mal in einem Schlafsaal schlafen und die Regeln nicht kennen (leise im Zimmer sein, nicht ständig rein und rauslaufen, nicht ständig rascheln und im ewig im Rucksack wühlen, nicht den Wecker um 5 stellen und dann im Bett liegenbleiben, nicht die Mitbewohner mit der Lampe ins Gesicht leuchten etc.).

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Wie alle anderen auch haben wir die Hütte wegen des Sonnenauf- und -untergangs gebucht, werden jedoch bei unserer Übernachtung enttäuscht. Wie so oft, verhängen Wolken den Horizont, so dass wir von beiden leider nichts mitbekommen.

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Als am Abend der Himmel nochmal aufklart, laufen mein Mann und ich zum Aussichtspunkt ca. 10 Minuten entfernt von der Hütte. Wir sind hier bei unserer Klettersteig-Besuch bereits vorbeigekommen und standen hier mit Hunderten von Besuchern. Am Abend ist man dafür fast alleine und wir geniessen den umwerfenden 360-Grad-Blick.

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Das Abendessen ist überraschenderweise sehr gut (wir hatten hier bereits zu Mittag gegessen und waren nicht wirklich begeistert) und um uns herum hören wir Sprachen aus der ganzen Welt. Man merkt, dass dies eine grosse und auch gut besuchte Hütte ist – so richtig heimelig wird es hier nicht.

Tipp: Wer keinen Platz in der Lagazuoi-Hütte bekommt, kann es alternativ bei der heimeligen Scotoni-Hütte probieren oder aber mit der Seilbahn ins Tal fahren (letzte Bahn 17 Uhr) und es dort bei der (relativ teuren) Col-Galina-Hütte probieren oder der (preiswerteren) Passo Valparola-Hütte (2km an der Strasse entlang).

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ECKDATEN

Dauer5:05 Stunden
Länge12.7 km
Höhenunterschied↗ 1097m↘ 464m
Schwierigkeitschwer
Genaue RouteLavarellahütte – Grossfaneshütte – Forcella di Lago – Lago Lagazuoi – Lagazuoihütte
Tour durchgeführt imJuli 2023
Geeignet für KinderAb ca. 10 Jahren. Steiler Abstieg und danach ewig langer Aufstieg zur Hütte. Benötigt Durchhaltewille. Leicht ausgesetzt und abschüssig.
Kosten378 Euro (Lagazuoihütte Ü/F 248 Euro, Kuchen & Abendessen a la carte 125 Euro, Dusche 5 Euro)
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