Tour des Muverans: Tag 2 Cabane Rambert – Refuge Giacomini

Tour des Muverans: Tag 2 Cabane Rambert – Refuge Giacomini

mittel | 5:45 h | 16.4 km | ↑ 785 Hm ↓ 1477 Hm

Wir starten heute bereits sehr früh. Zum einen haben wir eine lange Etappe vor uns und zum anderen soll das Wetter am Nachmittag umschlagen. Wenn wir gewusst hätten, wie sehr das Wetter sich ändern würde, wären wir wohl morgens noch eine halbe Stunde früher aufgestanden…

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Früh am Morgen begrüsst uns ein herrlicher Sonnenaufgang. Vereinzelte Wolken sind am Himmel zu sehen und die Sonne hüllt die Hütte in ein warmes Licht. Mit Wehmut verlassen wir die tolle Hütte – wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Wir folgen einem wenig steilen Weg, der uns zu einem riesigen Geröllfeld führt. Dieses scheint während der nächsten Stunde kein Ende zu nehmen. Eine gefühlte Ewigkeiten queren wir zahlreiche Runsen und schon schnell stellt sich heraus, dass meine liebste Wanderfreundin und ich hier doch ein sehr unterschiedliches Tempo laufen. Dafür werde ich sie später beim steilen Aufstieg locker wieder einholen;-)

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Nach dem Wegstück mit den zu querenden Runsen folgt ein steiler Aufstieg in zahlreichen Kehren zum Pass La Forcla. Von diesem erblicken wir das nächste Zwischenziel der heutigen Tour: einem künstlichen See, welcher von der Gemeinde für die Bewässerung der Weinberge genutzt wird. Um zum See zu gelangen, müssen wir auch noch spät im Sommer ein langes, aber komplett unkompliziertes Schneefeld überqueren. 

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Wir erreichen die Ebene von Pro-Fleuri und passieren eine kleine Alphütte, die ein paar Getränke und kleine Snacks im Angebot hat. Langsam absteigend erreichen wir bald den Wald von Derborence. Wir folgen dem einfachen Höhenweg und können schon bald den Lac de Derborence in der Entferung erkennen. 

Am Lac de Derborence legen wir unsere Mittagspause ein und speisen mit wunderschönem Seeblick im Refuge Lac de Derborence. In diesem könnte man auch übernachten, wenn man die Etappe etwas verkürzen möchte. 

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Nach einem kurzen Mittagessen halten wir unsere Füsse noch in den See und machen uns dann aber bald auf den Weg in Richtung Refuge Giacomini. Die Wettervorhersage für den Nachmittag verspricht nämlich Regen und Gewitter, welchem wir entkommen möchten. Wer Zeit hat, sollte am See unbedingt eine längere Pause an diesem idyllischen Bergsee einplanen, denn dieser hat sogar einen kleinen Sandstrand und bietet sich hervorragend zum Baden an. 

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Vom See folgen wir den Wegweisern in Richtung Les Pénes und wir steigen stetig über Lichtungen und durch Wald auf. In diesem Wald ist die selten wachsende Weisstanne zu finden. Schon bald passieren wir die Hütten von Les Pénes und wir erreichen ein Tal, an welchem Ende wir eine Steilstufe überwinden müssen. Im Wanderführer ist vermerkt, dass man diesen Abschnitt bei starkem Regen unbedingt meiden soll. Wir sind froh, dass es bei uns bisher nur zu nieseln begonnen hat, denn der Weg hier ist wirklich schlifrig und steil. 

Den Hang überwinden wir schnell in zahlreichen Zickzackkurven und schon bald erreichen wir eine weitere Hochebene. Am Wegweiser angekommen, nimmt der Regen merklich zu und wir holen unsere Regenkleidung inklusive Rucksackschutz hervor. Innerhalb von Minuten nimmt der Regen an Stärke zu und schon bald laufen wir auch noch in dickstem Nebel. Es donnert und blitzt neben uns und wir laufen mittlerweile in ca. 10 cm tiefen Wasser über die Wiese. Glücklicherweise gibt es hier alle 50 Meter eine Markierung auf der Wiese, denn wir sehen nichts mehr. 

Wir wissen, dass es nur noch ca. 20 Minuten bis zur Hütte in Anzeindaz sind, so dass wir schnell weiterlaufen. Umkehren war bereits beim Wegweiser nach der Steilstufe keine Option mehr. Plötzlich schlägt ein Blitz ganz in unserer Nähe ein und der darauffolgende Donner hallt zwischen den steil aufragenden Bergwänden wider. Wir sind mittendrin im Gewitter und es ist ein wirklich unheimliches Gefühl. 

Komplett durchnässt und verängstigt erreichen wir endlich das Refuge Giacomini, welches übervoll ist. Überall hängen nasse Klamotten zum Trocknen herum, aber es scheint niemanden so arg wie uns getroffen zu haben. Wasser steht in unseren Schuhen und wir hinterlassen 2 riesige Pfützen im Aufenthaltsraum. 

Schon bald aber sind wir besänftigt – wir haben ein kuscheliges Doppelzimmer für unsere Übernachtung gebucht und nach einer warmen Dusche sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die Hütten ist im Inneren extrem gemütlich eingerichtet und wir treffen Wanderer aus der ganzen Welt. 

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ECKDATEN

Dauer6:00 Stunden
Höhenunterschied↗ 785m ↘ 1477m
Länge16.4 km
SchwierigkeitMittel, T2
LageWallis
Genaue RouteCabane Rambert – Lac de Deborence – Pas de Cheville – Refuge Giacomini
Tour durchgeführt imAugust 2018
Geeignet für KinderAb ca. 9 Jahren geeignet. Weg ist nie ausgesetzt. Tour ist aber sehr lang und kann am Lac de Deborence unterbrochen werden.
Geeignet für KinderwagenNein
Geeignet für HundeJa

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