5-Hütten Panoramaweg: Auf dem Höhenweg vom Göscheneralpsee zur Chelenalphütte und Bergseehütte
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T4
1087m
500m
06:30
Jun-Okt
12.3km
Die Wanderung von Göscheneralpsee über den Dammagletscher zur Chelenalpütte und weiter zur Bergseehütte ist eine anspruchsvolle, landschaftlich abwechslungsreiche Etappe in den Urner Alpen. Auf rund sieben bis acht Stunden Gehzeit bewältigt man etwa 1.100 Höhenmeter im Aufstieg. Die Route führt von den türkisfarbenen Ufern des Göscheneralpsees über einen kurzen Gletscherabschnitt und alpine Wiesen zu zwei gut erreichbaren Hütten, die als Rast- und Übernachtungspunkte dienen. Bereits kurz nach dem Start gibt es einen ausgeschilderten Aussichtspunkt mit freiem Blick auf den See und die umliegenden Gipfel, was die Etappe besonders lohnenswert macht. Die Wanderung bietet offene, hochalpine Landschaften, alpine Wiesen, Felsblöcke, Gletscherflächen und mehrere Panoramablicke, und ist der Auftakt einer dreitägigen Tour durch das alpine Herz des Kantons Uri.
Start am Göscheneralpsee und erster Aussichtspunkt
Die Wanderung beginnt am Parkplatz am Göscheneralpsee auf rund 1.650 Metern Höhe. Bereits die ersten Schritte führen über einen moderaten Anstieg, bevor der Weg später flacher wird. Der Pfad verläuft über festen Schotter und Erduntergrund, umgeben von kargen alpinen Wiesen, Flechten und einzelnen Blütenpflanzen. Die Landschaft ist offen; Nadelwälder gibt es hier nicht, was freie Blicke auf die umliegenden Gipfel, Felswände und den türkisfarbenen See erlaubt.
Kurz nach dem Start zweigt ein ausgeschilderter Weg zu einem Aussichtspunkt ab. Ein kurzer Abstecher lohnt sich, da von hier der Göscheneralpsee und die umliegenden Hänge in voller Pracht sichtbar sind. Zurück auf dem Hauptweg führt die Route in leichtem Auf und Ab weiter entlang der Hänge, ehe der eigentliche Aufstieg in Richtung Chelenalp beginnt.
Während der nächsten Stunde führt der Wanderweg leicht oberhalb des türkisen Sees mit Blick auf den Dammagletscher. Wir versuchen, die Dammahütte zu erkennen, die wir bereits im letzten Jahr auf einer Tageswanderung mit unserem Sohn besucht haben. Damals haben wir allerdings nichts gesehen und liefen den ganzen Tag im Nebel. Wenn wir gewusst hätten, wie schön die Gegend hier ist und was wir alles verpasst haben…
Nach jeder Ecke öffnet sich ein neues Postkartenmotiv und ich komme fast gar nicht zum Wandern, da ich soviel fotografieren muss! Schliesslich erreichen wir das Ende vom See (hier hat es sogar einen kleinen Steinstrand!) und legen dort an einem markanten Stein mit Wegweiser die erste Pause ein.
Aufstieg zur Chelenalpütte
Am Ende vom See beginnt der durchgehend rot-weiss markierte Wanderweg zur Chelenalpütte. Zunächst führen Serpentinen über offene Wiesenhänge, durchsetzt von Felsblöcken und kleinen Bächen. Mit zunehmender Höhe wird der Untergrund steiniger, bleibt aber gut begehbar. Die Steigung ist gleichmäßig, und unterwegs öffnen sich immer wieder Blicke zurück auf den Göscheneralpsee, der nun tiefer im Tal liegt.
Unterwegs treffen wir auf liebevoll gestaltete Wegweiser. Wer am ersten Tag nur bis zur Chelenalphütte läuft, könnte an einer Abzweigung den Gletscherweg nehmen, der als blau-weisser Wanderweg einen kleinen zusätzlichen Schlenker einlegt und dich noch näher an den Gletscher führt.
Der Weg wird merklich steiler und führt mittlerweile in zahlreichen Serpentinen den Berg hoch. Nun folgt der Grossteil der Höhenmeter, die du zurücklegen musst, um zur Hütte zu gelangen.
Die Schlüsselstelle ist ein mit einer Kette gesichertes Wegstück, welches relativ einfach zu passieren ist und langsam alpine Gefühle auf kommen lässt.
Nach rund 2:30 Stunden erreicht man die Chelenalpütte auf 2.000 Metern Höhe. Die kleine Hütte ist ein idealer Rastpunkt. Getränke und einfache Verpflegung sind erhältlich. Von der Terrasse blickt man direkt auf die steilen Felswände und ins Tal. Auch der Dammagletscher ist von hier aus gut sichtbar, liegt jedoch deutlich höher und abseits des Wanderwegs.
Normalerweise würden wir hier jetzt einkehren, um uns ein wohlverdientes Stück Kuchen zu gönnen. Allerdings liegt die zweite Etappe noch vor uns und wir erwarten eine Dauer von 4 Stunden. So machen wir uns lieber direkt auf den Weg, da aus den geplanten 4 Stunden auch schnell mal 5 Stunden werden können.
Normalerweise würden wir hier jetzt einkehren, um uns ein wohlverdientes Stück Kuchen zu gönnen. Allerdings liegt die zweite Etappe noch vor uns und wir erwarten eine Dauer von 4 Stunden. So machen wir uns lieber direkt auf den Weg, da aus den geplanten 4 Stunden auch schnell mal 5 Stunden werden können.
Hängebrücke und Übergang auf blau-weiße Wege
Kurz hinter der Chelenalp wartet eine kleine, wackelige Hängebrücke, die einen Hangabschnitt überspannt und die beiden Wegabschnitte miteinander verbindet. Sie vermittelt ein leichtes, kleines alpines Erlebnis, ohne exponierte Tiefen oder schwierige Passagen. Nach der Brücke führt die Route auf blau-weißen Wegen weiter, die den alpinen Charakter der Wanderung unterstreichen.
Hinter der Hängebrücke gibt es einige steile Passagen, die mit Ketten gesichert sind und wo du ein wenig klettern muss. Alles aber im harmlosen Bereich, wo du den Aufstieg geniessen kannst!
Bei der nächsten Abzweigung befindet sich eine praktische Sitzgelegenheit – hier würde der Weg zum Sustenhorn abzweigen. Wir nehmen den Weg zur Bergseehütte, der ab hier grösstenteils flach verläuft. Wir überqueren einige Bäche und folgen einem herrlichen Höhenweg. Es folgt die Schlüsselstelle dieser Etappe, bei welcher wir leicht ausgesetzt über Steine kraxeln müssen. Aber auch dieser Abschnitt ist sehr gut zu meistern und für uns ist es einer der einfacheren blau-weissen Wanderwege.
Bald schon kommt der Göscheneralpsee in Sicht – dieses Mal von einer Etage höher. Wir sind eine kleine Schleife gelaufen und laufen nun oberhalb vom See wieder zurück.
Ankunft an der Bergseehütte
Die Bergseehütte liegt auf rund 2.370 Metern Höhe direkt am gleichnamigen Bergsee. Sie ist traditionell eingerichtet, bietet Mehrbettzimmer und einfache Mahlzeiten. Die Lage am See ist ruhig, das Wasser spiegelt die umliegenden Gipfel. Die Hütte steht leicht erhöht am Ufer und dient als Ausgangspunkt für die folgenden Etappen der dreitägigen Wanderung.
Wir sehen einige Gäste, die sich in den See wagen (das Hüttenteam erzählt uns später, dass dieser aktuelle warme 16 Grad hat). Wir haben keine richtige Lust auf ein erfrischendes Bad, da wir von der langen Etappe erschöpft sind und uns lieber ausruhen möchten.
Wir bekommen 2 Schlafplätze in einem 8-Bett-Zimmer und haben die unteren 4 Betten für uns alleine. Da wir an einem Samstag übernachten, ist die Hütte und damit auch der Speisesaal voll und es wird ziemlich eng am Essenstisch.
wie gewöhnlich kommt man mit den Tischnachbarn aber schnell ins Gespräch und wir tauschen uns über Wanderungen und Hüttenerfahrungen aus. Wir gehen an diesem Abend früh ins Bett, um uns ein wenig auszuruhen. An Schlaf ist aber lange nicht zu denken, da unser Zimmer genau über dem Essensaal ist und sich dort bis 22:30 Uhr lautstark unterhalten wird. Irgendwann dann aber dösen wir ein und verbringen eine ruhige Nacht in unseren gemütlichen Betten.
ECKDATEN
| Dauer | 6:30 Stunden |
| Länge | 12.3 km |
| Höhenunterschied | ↗ 1087m↘ 500m |
| Schwierigkeit | T4 |
| Lage | Kanton Uri |
| Tour durchgeführt im | September 2025 |
| Geeignet für Kinder | Der 5-Hütten-Panoramaweg ist für ausdauernde, trittsichere Teenager ab ca. 15 Jahren geeignet. Wenn du mit jüngeren Kindern unterwegs bist, kannst du die ersten beiden Etappe zur Chelenalphütte und zur Bergseehütte einplanen. Bei der Etappe Chelenalphütte – Bergseehütte gibt es eine kurze, leicht ausgesetzte Passage. |
| Genaue Route | Göscheneralpsee-Dammagletscher – Chelenalphütte-Bergseehütte |
| Geeignet für Hunde | Ja |
| Buchempfehlung | Hüttentrekking Band 2: Schweiz: 36 Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte |
Falls du eine weite Anreise hast und am Vortag bereits in der Gegend übernachten möchtest, kann ich dir das Gasthaus Göscheneralp empfehlen. Von dort kannst du am nächsten Morgen mit dem Postauto zum Startpunkt der Wanderung fahren.
Alternativ gibt es direkt gegenüber vom Gasthaus auch den herrlich gelegenen Zeltplatz Mattli-Göscheneralp.