Dolomiten Höhenweg Nr. 1 mit Kindern: Etappe 5 Cinque Torri Hütte – Aquileia-Hütte

Dolomiten Höhenweg Nr. 1 mit Kindern: Etappe 5 Cinque Torri Hütte – Aquileia-Hütte

mittel | 5:20 h | 10.8 km | ↑ 518 Hm ↓ 1125 Hm

Schöne und relativ einfache Wanderung, wenn man den richtigen Wanderweg wählt… Toller Abstieg von den Cinque Torri, dann Aufstieg zum herrlichen Federasee mit der Croda-da-Lago Hütte. Da wir in der Aquileia-Hütte übernachten wählen wir von der Forcella di Ambrizola den Alternativabstieg, der sich leider ewig in die Länge zieht.

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Nach einer tollen und erholsamen Nacht in unserem schnuckeligen Dachzimmer genehmigen wir uns ein einfaches, typisch italienisches Frühstück und laufen früh am Morgen los. Wir haben eine längere Etappe vor uns und wollen daher rechtzeitig loslaufen, um unterwegs genügend Pausen einlegen zu können. Trotz meiner bisher perfekten Planung passiert mir genau an diesem Tag ein grosser Fehler – ich folge dem Wegweiser vor der Hütte, jedoch nicht dem gpx-Track auf meinem Handy oder der Wegbeschreibung. In dieser steht nämlich, dass der Weg mit einem beträchtlichen Höhenverlust startet. Wir müssen heute runter zum Passo Giau und scheinbar gibt es 2 Wege von unserer Hütte aus. Und der Passo Giau heisst nicht nur an der höchsten Stelle des Passes so, sondern entlang der ganzen Passstrasse. Der Wanderweg heute am Morgen ist herrlich und wir geniessen die unglaubliche Landschaft. Irgendwann aber kommt es mir seltsam vor, dass der Weg nicht mal hinauf, mal hinab geht, aber nie wirklich viel an Höhe verliert. So lese ich nochmal die Wegbeschreibung laut derer wir nach 45 Minuten an der Passstrasse sein sollten. Da wir bereits in dieser Gegend die beiden Klettersteige absolviert haben, wissen wir, wie weit die Strasse aktuell noch von uns entfernt ist und ich schaue auf der App nach, wo wir uns befinden. Mist, ich bin heute morgen komplett falsch abgebogen und wir sind viel zu hoch unterwegs. Kleinlaut gestehe ich meiner Familie den Fehler und die Stimmung sinkt auf den Tiefpunkt.

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Die Gegend hier ist traumhaft schön und auch der Wanderweg ist toll angelegt. Aber nach meiner Berechnung laufen wir gerade einen Umweg von ungefähr 1,5 Stunden und müssen nachher mehrere Kilometer an der Strasse entlanglaufen, bis wir wieder auf dem Originalweg sind. Wir könnten auf der Alternativroute bleiben, hatten aber einen Mittagsstop an einer Hütte eingeplant, so dass wir auch nicht genügend Sandwiches und Snacks dabeihaben.

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So verlängere ich ungewollt den sowieso schon langen Tag und meine Kinder sind die nächsten Stunden nicht wirklich gut auf mich zu sprechen. Im Abstieg passieren wir eine schnuckelige Hütte (Malga Giau) und erreichen dann bald die Strasse. Wir hoffen, dass uns ein Anhalter mitnimmt, aber da wir 4 Plätze brauchen (und damit ein genug grosses Auto) haben wir kein Glück. Endlich dann haben wir den Parkplatz an der Passstrasse erreicht, an welchem der Wanderweg abzweigt und wir legen eine Pause ein.

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Es folgt ein gemütlicher, perfekt angelegter Wanderweg, der anfänglich flach durch einen Wald verläuft. Bald schon steigt er langsam an und wir laufen entlang eines kleinen Baches.

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Die Landschaft ist herrlich und öffnet sich, je höher wir aufsteigen. Es folgt ein kurzer, wirklich sehr steiler Aufstieg, der aber unkompliziert ist und auf breiten Wanderweg verläuft.

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Ein kurzer Abstecher bringt uns zu einem Aussichtspunkt, von welchem wir die Cinque Torri, Nuvolau, Tofana und auch den Lagazuoi sehen. Auf der anderen Seite blicken wir hinab auf Cortina d’Ampezzo, wo wir vor einigen Tagen mit dem Bus gestartet sind. Es ist wirklich eindrücklich zu sehen, wie weit wir in den letzten Tagen schon gekommen sind.

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Der Wanderweg vom Parkplatz zur Federa-See ist sehr gut besucht – man merkt, dass man hier inmitten zahlreicher Tagesausflügler ist und der See extrem beliebt ist. Als wir den See erreichen, wissen wir auch warum – wow, ist das schön hier! Wir laufen links am See entlang (es hat 2 parallel verlaufenden Wege). Wer möchte, könnte auch den ganzen See umrunden.

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Sowohl das Rifugio Croda da Lago als auch das obere Ende des Sees sind sehr gut besucht und überall verteilen sich die Wanderer für eine Pause oder ein Picknick. Der See ist wirklich traumhaft schön und lohnt sich für eine längere Pause oder sogar eine Übernachtung.

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Die Kinder geniessen die Pause genauso sehr wie wir, ziehen die Schuhe aus, schmeissen Steine ins Wasser oder retten ertrinkende Fliegen. Im See tummeln sich sogar zahlreiche Fische und es gibt sogar Badestellen.

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Nach der ausgiebigen Pause haben sich meine Kinder wieder mit mir versöhnt und die Extrarunde beim Passo Giau ist vergessen. So nehmen wir den letzten Anstieg des Tages in Angriff und steigen zur Forcella d’Ambrizzola auf. Der Weg ist breit und sehr gut angelegt und bietet keinerlei Schwierigkeiten. Beim Zurückblicken wird der Federa-See immer kleiner und das Bergpanorama dafür immer grösser!

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Oben am Pass angekommen nehmen wir den Weg nach rechts und verlassen damit die Originalroute. Der Grund für meine Übernachtungswahl war die folgende: Es kommen 3 Hütten in Frage – das Rifugio Staulanza (sehr teuer und schlechte Bewertungen), das Rifugio Citta di Fiume (Buchung wäre erst sehr spät möglich gewesen und nur 25 Betten) oder das Rifugio Aquileia (problemlos buchbar). So entschied ich mich auf Nummer sicher zu gehen und nicht darauf zu hoffen, dass Citta di Fiume noch Plätze hat. Auch Staulanza ist schnell ausgebucht. Wir haben einige Wanderer getroffen, die in Staulanza übernachtet haben und sehr begeistert waren. Ich würde wohl beim nächsten Mal auf der Originalroute bleiben und eine der beiden Hütten dort nehmen. Der direkte Abstieg zur Aquileia-Hütte verläuft über zahlreiche Wiesen und zieht sich stark in die Länge. Ich denke, dass die Originalroute viel eindrücklicher ist und wir besser diese genommen hätten.

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Wir überqueren einen kleinen Bach und treffen dahinter auf eine Gruppe sehr zutraulicher Esel, die gerne für Fotos posieren. Beim Abstieg kommen wir am Altipiano di Mondeval vorbei, einer mesolithischen Grabstätte. Hier befinden sich mehrere Steinblöcke, die Jahrtausenden lang Jägern und Sammlern Unterschlupf gewährt haben.

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Nachdem wir eine Fahrstrasse erreicht haben, überquert der Weg einen Bach und steigt auf der anderen Seite ein letztes Mal steil an. Hier ist wirklich Durchhaltewille gefragt – aber wir sind ja mittlerweile auch schon sehr lang unterwegs. Der Weg verwandelt sich in eine Schlammlandschaft und man merkt, dass man nicht mehr auf der gut gepflegten Originalroute unterwegs ist. Immerhin ist der Weg überall zu erkennen und wir folgen brav dem gpx-Track auf dem Handy, um weitere Umwege zu vermeiden.

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Nach einem letzten steilen Abstieg durch einen Wald haben wir endlich eine grosse Wiese erreicht, an deren Ende das Rifugio, eine kleine Kirche und ein Campingplatz zu sehen sind. Die Aquileia-Hütte ist zwar die teuerste Hütte der gesamten Tour, bietet uns aber Betten mit frischer Bettwäsche, Handtüchern und einem eigenen Bad – was für ein Luxus. Schnell waschen wir unsere Klamotten, damit sie noch auf der Wäscheleine in der Sonne trocknen können. Da wir einen wirklich sehr langen Tag hinter uns haben, gehen wir nach dem Abendessen sofort ins Bett.

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Das Abendessen besteht übrigens aus Gängen und ist im Preis inklusive. Während die Vor- und auch Nachspeise sehr lecker waren, konnten wir uns alle für den Hauptgang nicht erwärmen.

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ECKDATEN

Dauer5:20 Stunden
Länge13.9 km
Höhenunterschied↗ 740m↘ 1296m
Schwierigkeitmittel
Genaue RouteCinque Torri Hütte – Croda da Lago Hütte – Aquileia-Hütte
Tour durchgeführt imJuli 2023
Geeignet für KinderAb ca. 10 Jahren wegen der Länge. Technisch unkompliziert, aber langer Tag.
Kosten366 Euro (Mittagessen Croda da Lago-Hütte 1 Person 25 Euro, Aquileia-Hütte Ü/HP & Getränke & Snacks 341 Euro)
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